„Krasser, als ich erwartet habe“ - Kevin Heins erstes Jahr in London

Circa ein Jahr studiert der aus Kirschweiler stammende Kevin Hein nun an der renommierten BIMM in Englands Hauptstadt Musik und Schlagzeug. Und hat schon seine erste richtige Tour hinter sich.

„Krasser, als ich erwartet habe“ - Kevin Heins erstes Jahr in London

„Es war richtig geil“, kommentiert der in Vancouver geborene Kevin Hein sein erstes Jahr am British and Irish Institute of Modern Music in London. Los ging es für den 20-Jährigen mit einer zwei wöchentlichen Einweisung, in der er direkt Kontakte zu anderen Studenten und Musikern knüpfen konnte. Inhaltlich habe er dann vor allem Kurse in seinem Kerngebiet Schlagzeug, Musikproduktion und Business belegt. „Durch die Kombination hatte ich eine sehr interessante Vielfalt an verschiedenen Musik-Richtungen, die ich kennenlernen durfte“, schätzt Hein ein, der 2018 sein Abitur am Göttenbach-Gymnasium ablegte.

Von Kirschweiler in die Millionenmetropole war ein großer Schritt, der ihm vor allem an seinen ersten Tagen bei der Sprache bewusst wurde. „Als ich mit Muttersprachlern aus England unterwegs war, habe ich erst einmal nichts verstanden“, erinnert er sich amüsiert. „Ich kam dann aber schnell rein und die Barriere hat sich gelegt.“ London sei zudem der ideale Standort, die Stadt biete viel Raum für künstlerische Ambitionen. „London ist das Zentrum der Musikindustrie und es gibt viele Live-Bars, in denen man die Möglichkeit bekommt, sich vor Publikum zu präsentieren“, so Hein.

Was ihm an der BIMM besonders gut gefällt, ist das Zusammenspiel von Unterrichtsklassen und Events. „Dadurch habe ich direkt viele Leute kennengelernt und mit diesen Musik gemacht“, erklärt Hein. So kamen für ihn direkt Auftritte und Kooperationen mit Bands zustande. Seine Uni sei sehr international geprägt, er habe beispielsweise Kommilitonen aus Russland, Schweden und Kolumbien. „Das liefert einen interessanten Einblick in die verschiedenen Kulturen“, findet der 20-Jährige. „Da gibt es schon Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten, vor allem wenn es um Musikgeschmäcker geht. Das hätte ich so nicht erwartet.“

Erwartet hätte er auch nicht, dass er direkt in seinem ersten Jahr auf einer richtigen Musiktour dabei sein würde. Doch über einen Kommilitonen lernte er den schottischen Singer/Songwriter Jason Allan kennen, der Teil der früheren Boy-Group Exposure war, heute in London lebt und nun auf der Suche nach einer Band für seine Solo-Tour war. Zwischen den beiden stimmte auf Anhieb die Chemie und so ging es für Kevin an einem Samstag nach Glasgow, um den ersten Gig zu spielen. Was folgte, war eine Woche klassisches Tourleben, in dem die Band bis nachts ihre Bühne abbaute, feierte und sich dann auf den Weg in die nächste Stadt machte, wo es am nächsten Abend wieder on Stage ging.

„Die Busfahrten waren mit das Highlight“, lacht Hein. „Wir hatten einen Mordsspaß untereinander und es war nie langweilig.“ Im Schnitt waren ca. 100 Leute bei den Konzerten, in Liverpool an die 250. „Die Liverpool-Show war der schönste Moment für mich auf der Tour“, erinnert sich der Drummer aus Kirschweiler. „Dort waren über 200 Leute, die sich extra für uns ein Ticket gekauft hatten. Das hat mich unfassbar gefreut und stolz gemacht. Ich habe mich gefühlt bei fast jedem einzelnen Gast bedankt und durfte tatsächlich einige Bilder mit ihnen machen. Das war mein größter Moment der Tour!"

Für sein zweites Jahr an der BIMM will Hein vor allem weiter an seiner Technik als Schlagzeuger arbeiten, zudem steht noch ein Praktikum beim Label Nuclear Blast Records an. In seiner aktuellen Band wird er auch weiter spielen, wenn es ihn aus der Heimat wieder nach London zieht, stehen schon die nächsten Auftritte auf dem Programm.

“Aber ich vermiss das gute Kirner Bier dann doch hin und wieder zu sehr, als dass ich ununterbrochen in London bleiben könnte“, witzelt er. Daheim könne er zudem in Ruhe an seinem alten Drum-Set üben und alte Freunde wiedertreffen. „Das ist ein guter Ausgleich für zwischendrin.“ Bevor es dann auf die nächste Tour geht.

Die Highlights von Kevins Tour mit Jason Allan:

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