Die spannendste A-Klasse aller Zeiten?

Am Wochenende startete die A-Klasse im Kreis Birkenfeld in die neue Saison, die wohl eine der spannendsten der letzten Jahrzehnte werden könnte.

Die spannendste A-Klasse aller Zeiten?

Wir haben mit unserem Experten Florian Meigen auf die Attraktivität der Liga, die Teams und seine Favoriten geschaut und eine steht schon einmal fest: Es gibt zahlreiche Teams, die oben mitmischen können.

„Noch spannender, noch dramatischer, noch enger“

Auch wenn Florian Meigen es sehr schade findet, dass die Bezirksliga im Verhältnis zur A-Klasse trotz sportlich höherer Qualität an Attraktivität eingebüßt hat, kommt dies der Kreisliga zu Gute. „Sie bezieht ihre Würze eindeutig aus ihrer Zusammensetzung“, schätzt Meigen die A-Klasse ein. Viele Mannschaften seien auf einem engen Radius versammelt, es gebe extrem viele Derbys, wie beispielsweise eine eigene inoffizielle Stadtmeisterschaft zwischen dem VfL Weierbach, dem Bollenbacher SV und der Spvgg Nahbollenbach im Osten von Idar-Oberstein sowie eine räumliche Nähe der Vereine aus Niederwörresbach, Breitenthal und Rhaunen. „Die Saison wird noch spannender, noch dramatischer und noch enger als die abgelaufene Spielzeit“, prophezeit Meigen.

Die Klasse mache zudem aus, dass sich viele Spieler in ihr tummeln, die durchaus schon weitaus höher gespielt haben oder spielen könnten. „Ich sehe acht, neun Kicker, die Potenzial für 30 und mehr Tore haben“, schätzt Meigen die Qualitäten der Knipser wie Pascal Stauch (TuS Breitenthal), Jan Schmidt (SV Niederwörresbach), Matthias Düwel (SG Idarwald), Marvin Ensch (TuS Kirschweiler, Florian Herzog (BSV) und Jan-Niklas Decker (BSV) ein, „um nur einige zu nennen“. Zudem gebe es in der Liga weitere herausragende Fußballer, die sich jedoch nicht in einem Verein bündelten, sondern für verschiedene Teams aufliefen. „Deshalb wird es dieses Jahr noch schwieriger einen Tipp abzugeben“, erklärt der ehemalige Assistent von Sky-Kommentatoren-Legende Fritz von Thurn und Taxis.

Düwel als letztes Puzzleteil zur SG-Meisterschaft?

Dennoch würde er sich auf drei Mannschaften festlegen, die seiner Meinung nach die Spitze unter sich ausmachen, auch, wenn Unterschiede „nur in Nuancen vorhanden“ seien. „Die SG Idarwald ist mein Top-Favorit“, verlautet Meigen. Gründe dafür sind für ihn, dass die Mannschaft eingespielt sei und keinen Stammspieler verloren habe. „Dazu haben sie mit Matthias Düwel einen außergewöhnlichen Stürmer, der nach seinem Wechsel zur Rückrunde schon gezeigt hat, wo es mit ihm hingehen kann“, sieht Meigen den bulligen Angreifer als Schlüsselspieler im Team. Mit Düwel wurde die SG Idarwald zum besten Team der abgelaufenen Rückrunde, die aber im Mittelfeld auch noch auf den erfahrenen Eduard Meisner bauen kann. „Die SG ist durch die Bank gut besetzt und gefestigt“, sieht Meigen die SG für die Meisterschaft gerüstet. Problematisch könne lediglich die Kaderbreite werden. „Wenn drei, vier Spieler ausfallen, bin ich mir nicht sicher, ob sie das kompensieren können.“ Das erste Saisonspiel ging am Wochenende jedoch beim VfL Weierbach verloren – trotz zweier Düwel-Tore gegen seinen Ex-Klub.

SVN und BSV als weitere Top-Favoriten

Einen Millimeter hinter der SG sieht Flo Meigen den SV Niederwörresbach und den Bollenbacher SV. Niederwörresbach habe sich mit Jan Schmidt und Benjamin Leonhard gut verstärkt und ansonsten auch nichts an Qualität eingebüßt. Probleme habe die Mannschaft lediglich mit ihrer Mentalität. „Wenn die Galligkeit und die Gier da ist, hat diese Mannschaft fußballerisch so großes Potenzial, dass die Mannschaft immer als Sieger vom Platz gehen müsste“, so Meigen. Diese Gier und Galligkeit sei aber relativ häufig nicht vorhanden und habe auch im letzten Jahr die nötigen Punkte zur Meisterschaft verhindert. Niederwörresbach wurde hinter dem SC Birkenfeld Zweiter und scheiterte klar in den Aufstiegsspielen.

„Fehlende Einstellung kann man dem BSV nie vorwerfen“, analysiert Meigen seinen dritten Top-Favoriten, der am Wochenende allerdings auch nur mit einem Unentschieden in Teufelsfels gestartet ist. Der BSV habe die Situation letzte Saison nach der Hinrunde total unterschätzt und sei im Endeffekt unglücklich abgestiegen. Eigentlich habe der Verein einen Bezirksliga-Kader. „Es ist eine eingespielte Truppe mit außergewöhnlichen Fußballern. Sie haben keinen wirklichen Schwachpunkt und sind unangenehm zu spielen. Deshalb ist der BSV einer meiner drei ganz großen Favoriten“, schließt Meigen ab.

Wer klopft noch oben an?

Dahinter gebe es noch vier bis fünf Mannschaften, die das Zeug dazu hätten, vorne anzuklopfen. Darunter der VfR Baumholder II, der von einer sehr guten Landesliga-Mannschaft mit Aufstiegsambitionen profitiere; der VfL Weierbach, der am Wochenende direkt mal gegen Meigens Top-Favoriten Idarwald gewann; der SV Buhlenberg, der sehr unangenehm zu spielen sei und laut Meigen vielen Favoriten weh tun wird; der TuS Kirschweiler, der eine klasse Mannschaft mit viel Erfahrung vorweisen kann und der SV Nohen, gespickt mit zahlreichen individuell hochkarätigen Spielern, der aber öfter als Team auftreten muss. Als klassische Mittelfeldmannschaft schätzt Meigen dagegen den TuS Breitenthal ein, der sich zwar mit Pascal Stauch gut verstärkt hat, aber auch die Abgänge von Ufuk Aliakar und Florian Halberstadt sowie die lange Verletzung von Phillip Reichardt verkraften muss.

„Es wird Spieltage mit vier, fünf Paarungen geben, bei denen vorher nicht klar ist, wer der Favorit ist“, bewertet Meigen die Spannung der kommenden Saison abschließend. Das erste Wochenende hat schon erste kleine Überraschungen zutage gefördert, der Rest der Spielzeit kann kommen.

Warum die schlechte Präsenz der Birkenfelder Vereine in der Bezirksliga Nahe auch an der Mentalität liegt, lesen Sie hier:

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