Die Schiene kehrt zurück

Der „Verband Deutscher Verkehrsuntermehmen“ (VDV) und der Fahrgastverband „Allianz pro Schiene“ haben am Montag, den 20.05. in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz eine umfangreiche Liste mit Reaktivierungsvorschlägen vorgestellt.

Die Schiene kehrt zurück

Dabei sehen die Verbände bundesweit bei 186 Strecken großes Potenzial. Auf dieser Liste befindet sich auch die Strecke mit der Nummer 3021: (Bingen-)Langenlonsheim-Simmern-Büchenbeuren(-Flughafen Hahn).

Die Verbände führen für die Reaktivierung der Hunsrückquerbahn im Personenverkehr eine „Erschließungsfunktion“ an. Der Hunsrück ist eine derzeit vom Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unterversorgte Region. Die Priorität wird als hoch eingestuft und der Zeitaufwand wird als gering betrachtet, so dass eine Reaktivierung zügig zu realisieren ist.

Seit zwei Jahrzenten wird die Reaktivierung der Hunsrückquerbahn von der Landesregierung versprochen. Derzeit prüft das Eisenbahn-Bundesamt die Unterlagen und Einwände der Planfeststellung zum Umbau der Strecke. Das favorisierte Betriebsprogramm sieht höhere Geschwindigkeiten und zwei etwa vier Kilometer lange zweigleisige Abschnitte für „fliegende Zugkreuzungen“ auf freier Strecke vor. Wann das Verfahren endlich abgeschlossen wird ist offen.

Dabei ist dies gar nicht nötig! Die Hunsrückquerbahn ist nicht stillgelegt und hat somit den Status „in Betrieb“. Lediglich der Personenverkehr wurde 1976 (Simmern-Hermeskeil) bzw. 1984 (Langenlonsheim-Simmern) eingestellt. Somit ist eine kurzfristige Betriebsaufnahme im SPNV durchaus möglich.

Aufgrund von Trafotransporten wurde bereits im letzten Jahr der Oberbau auf dem Abschnitt Langenlonsheim-Stromberg (15 km) saniert. Des Weiteren wurden in den letzten Jahren auch Brücken und Stützwände erneuert, wie z.B. der Viadukt bei Nieder Kostenz.

Auch ein Großteil der Bevölkerung ist einer Schienenanbindung nicht abgeneigt, wie die bereits von über 1.500 Personen mitgezeichnete Online-Petition beweist.

Wir als Verein „IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald“ teilen die Ansicht der Verbände VDV und Allianz pro Schiene und fordern die Landesregierung auf, unabhängig vom Planfeststellungsverfahren, endlich aktiv zu werden und die Reaktivierung des SPNV auf der Hunsrückquerbahn bis Büchenbeuren (bzw. Flughafen Hahn) voranzutreiben.

Die Lautertalbahn von Kaiserslautern nach Lauterecken-Grumbach beweist, dass auch eine Nebenstrecke ohne Höchstgeschwindigkeiten im Rheinland-Pfalz-Takt funktioniert.

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