Keidel zur Petry-Kolumne: „Die Märchen vom ‚Massentourismus‘ am Bikepark bin ich leid“

In einem Kolumnenbeitrag für Merkurist Idar-Oberstein fordert Thomas Petry, ehemaliger Kreisvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, ein Umdenken mit Blick auf die Planung des Bikeparks Idarkopf.

Keidel zur Petry-Kolumne: „Die Märchen vom ‚Massentourismus‘ am Bikepark bin ich leid“

Am Beispiel der Audi Nines mit 4.000 Tagesbesuchern sehe er die Gefahr, dass „einmalige Flächen des Naturschutzes für Tausende von Tagesbesuchern“ geopfert werden sollen. Dazu äußert sich Matthias Keidel, Vorsitzender der Freien Demokraten im Kreis Birkenfeld:

„Mit Thomas Petry hat sich ein weiterer Kandidat gefunden, der haltlose Schreckensszenarien mit Bezug auf den Bikepark Idarkopf in die Welt posaunt. Seine Argumentation offenbart große Unkenntnis der eigentlichen Sachlage. Natürlich wurde mit den Audi Nines der Bikepark Idarkopf beworben. Davon auszugehen, dass dort qualitativ derselbe Sport getrieben wird, ist allerdings abenteuerlich.

Audi Nines ist ein Einladungsevent, an dem weltweit bekannte Extremsportler teilnehmen und Kurse befahren, an die sich Amateurinnen und Amateure niemals herantrauen würden. Der Steinbruch in Ellweiler wurde für diese Profis extra präpariert, um ein weltweit einzigartiges Tagesevent zu gestalten. Er ist keineswegs für die breite Mountainbikeszene tauglich. 4.000 Zuschauerinnen und Zuschauer wollten genau diese waghalsigen Fahrten sehen. Keiner dieser Menschen kommt auf die Idee, den Bikepark zu besuchen, um Freizeitsportlerinnen und –sportlern bei der Abfahrt nur zuzuschauen. Gleichwohl werden sich aber viele Besucherinnen und Besucher der Audi Nines später selbst auf den Trails des Bikeparks befinden, weil sie dem Sport in ihrer Freizeit verbunden sind.

Zudem ist der Bikepark nicht für einige Tausend, sondern maximal wenige hundert Besucherinnen und Besucher pro Betriebstag ausgelegt. Um mal die Dimensionen klarzumachen: Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, also ein besonders schützenswertes Gebiet und Prestigeobjekt der rheinland-pfälzischen Grünen, hatte laut dpa 2016, also in seinem ersten Jahr, mehr als 45.000 Besucherinnen und Besucher. An diese Zahlen wird der Bikepark nicht heranreichen können.

Thomas Petry spricht von einem ‚Riesenspielplatz für einige wenige Mountainbiker, denen es nicht im geringsten um die Belange des Naturschutzes geht‘. Den Sporttreibenden pauschal zu unterstellen, sie könnten nicht respektvoll mit ihrer Umwelt umgehen, ist absolut nicht in Ordnung. Die Märchen vom ‚Massentourismus‘ am Bikepark bin ich leid. Diese Thesen sind absolut haltlos. Und auch die Menschen im Kreis Birkenfeld ertragen es nicht länger, dass hier eine laute Minderheit ein zukunftsweisendes Projekt kippen will.“

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