SSVGH-Volleyballer liefern tollen Pokalfight

Kurz an der Sensation tippten die Volleyballer des Heinzenwies-Gymnasiums im Verbandspokalfinale gegen die TGM Mainz-Gonsenheim.

SSVGH-Volleyballer liefern tollen Pokalfight

Beim 2:3 (31:29, 13:25, 13:25, 25:14, 8:15) im Endspiel um den Verbandspokal lieferte der gerade in die Verbandsliga aufgestiegene SSVGH in Langenlonsheim dem überwiegend aus Regionalliga und Landesliga bestehenden Favoriten aus der Landeshauptstadt einen tollen Fight nahezu auf Augenhöhe. „Natürlich hätten die Mainzer noch stärker aufstellen können, aber die meisten Akteure aus ihrer Zweitligatruppe befinden sich bereits auf der DVV-Beach-Tour. So hatte das Team im Schnitt vermutlich Oberliganiveau“, erklärte SSVGH-Coach Manuel Scherer die Aufstellung des Gegners. „Nichts desto trotz haben die Mainzer enorme Klasse, einige Perspektivspieler haben schon Zweitligaluft geschnuppert, andere werden in Kürze folgen, wieder andere spielten noch vor einigen Jahren in der Ersten. Dass wir uns gegen diese Klassespieler so gut verkauft haben, macht mich mächtig stolz“, so Scherer weiter.

Die für ein Volleyballspiel extrem lange Spielzeit von 107 Minuten und eine Ballpunktestatistik von relativ ausgeglichenen 90:108 zeigen schon statistisch wie eng es auf der Platte zuging. Die Heinzenwiesler begannen in der Formation Arvid Kammann (Zuspiel), Patrick Kirstein (Diagonal), Maximilian Gebert und Steven Popp (Mitte), sowie Levan Jishkariani und Hagen Becker (Außen) ohne Bammel vor dem großen Gegner und total fokussiert auf die taktischen Vorgaben. Über 14:11 ging es bei 25:25 in die Crunchtime mit diversen Satzbällen auf beiden Seiten. Schließlich machte Levan Jishkariani dem Treiben bei 30:29 humorlos ein Ende.

Manuel Scherer hoffte nach dem überraschenden Spielbeginn auf eine „Push“, musste aber miterleben wie in Durchgang Zwei von Beginn an der Wurm drin war: etliche Angabefehler, sogar ein mit Punktabzug bestrafter Aufstellungsfehler, schlampige Annahmen und drucklose Angriffe zeugten von Unordnung und Unkonzentriertheit. Die Quittung erhielt der SSVGH in Form eines schnellen 14:25.

Zwar probierte Scherer durch Ansprache und Auswechslungen (Sebastian Scherer und Florian Lehnen ersetzten Arvid Kammann und Steven Popp) einiges, allein, es half wenig. Die Heinzenwiesler bekamen die starken Mainzer Außenangreifer nicht in den Griff. Nach und nach gingen die Köpfe runter und Coach Scherer befürchtete eine Klatsche. „In der Satzpause habe ich noch einmal an die Jungs appelliert, den ersten Satz als Ansporn zu nehmen, die beiden anderen abzuhaken und einfach wieder anzufangen, das Match als Spaßveranstaltung zu nehmen, als Bonusspiel.“

Diese Ansprache schien zu gefruchtet zu haben. Von Beginn an agierte der SSVGH nun konzentriert, ein unorthodox spielender Florian Lehnen brachte neue Power durch die Mitte, die Feldabwehr stimmte und garantierte damit erfolgreiche Angriffe. Tatsächlich hielten die nun dominanten Jungs vom Schulsportverein die Sensation durch ein lockeres 25:14 am Leben.

„Der vierte Satz war grandios. Leider haben wir im letzten und entscheidenden ein bisschen Angst vor der eigenen Courage bekommen, denn jetzt hatten wir ja auch irgendwie was zu verlieren“, trauerte der Trainer dem abschließenden 8:15 kurz hinterher, um dann aber treffend festzuhalten: „Alles in allem haben wir uns teuer verkauft, den Gegner mächtig geärgert und den Zuschauern ein spannendes Match geliefert. Von Gonsenheimer Seite aus gab es daher auch viel Lob für unsere Performance.“

Scherer richtete zum Abschluss den Blick bereits postwendend wieder in die Zukunft. Eine lange, echte Wettkampfpause möchte er im Hinblick auf die kommende Saison in einer höheren Spielklasse möglichst vermeiden. „In der Mannschaft schlummert ganz sicher noch Potenzial. Wir werden die Intensität sicherlich etwas runter schrauben und, wenn es das Wetter zulässt, möglichst häufig auf die schuleigenen Beachplätze gehen“, meint Scherer, bevor er augenzwinkernd schließt: „Aber auch in der Grube kenne ich einige nette Spielformen.“ Schließlich müssen jetzt schon die Grundlagen für weitere Sensationen in Liga und Pokal gelegt werden.

Florian Meigen

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