Ausufernder Plakatwahlkampf ist nicht mehr zeitgemäß

Mit den heute stattfindenden Stichwahlen ist die Kommunalwahl im Nationalparklandkreis Birkenfeld nun endgültig abgehakt. Was mich daran gestört hat? Der ausufernde Plakatwahlkampf. Ist der eigentlich noch zeitgemäß?

Ausufernder Plakatwahlkampf ist nicht mehr zeitgemäß

Gerade in Idar-Oberstein kann ich mich kaum an eine Laterne erinnern, von der nicht das Bild einer engagierten Kommunalpolitikerin bzw. eines engagierten Kommunalpolitikers herablächelte. Teilweise hingen bis zu fünf Plakate übereinander. Die Vielzahl an Motiven musste ja auch irgendwo untergebracht werden.

Ja, auch wir Freie Demokraten haben uns daran beteiligt. Unsere Plakate hingen diesmal nur kurze Zeit - und das hat das Wahlergebnis nicht sonderlich negativ beeinflusst. Gefragt wurde ich trotzdem sehr oft: „Wann hängt ihr eigentlich eure Plakate auf?“ Waren sie dann endlich montiert, konnte den Bürgerinnen und Bürgern das Abhängen nicht schnell genug gehen. Obwohl sie unbeliebt, alles andere als umweltfreundlich, teuer und scheinbar kaum wirksam sind, gehören die Plakate zum Wahlkampf dazu. Warum? Das weiß keiner so wirklich.

Ich finde, wir sollten über eine Reduzierung der Plakatflut nachdenken. Gerade vor dem Hintergrund der berechtigten Debatte um Klima- und Umweltschutz sollten sich die Parteien die Frage stellen, ob weniger nicht mehr sein könnte. Ich stelle mir dazu eine Selbstverpflichtung vor, die von den Parteien und Wählergruppen vor der nächsten Kommunalwahl erarbeitet und dann auch hoffentlich eingehalten wird. Ziel: Anzahl der Plakate deutlich reduzieren, Zeitraum auf vier Wochen begrenzen und auf umweltfreundlichere Alternativen zurückgreifen.

Einige Parteien gehen da schon mit gutem Beispiel voran. Ich finde, das sollte Schule machen. Der ausufernde Plakatwahlkampf ist nicht mehr zeitgemäß.

Matthias Keidel ist 26 Jahre alt und kommt aus Kirschweiler. Der Kreisvorsitzende der Freien Demokraten arbeitet als Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Medien, Digitale Infrastruktur, Netzpolitik sowie Gleichstellung und Frauenförderung in der FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz. Der Werder Bremen-Fan will jungen Menschen Lust auf Politik im ländlichen Raum machen und sieht sich selbst dem sozialliberalen Flügel der Freidemokraten verbunden.

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