"Wildes" Idar-Oberstein

In den vergangenen Wochen hatten viele Menschen in unserer Region tierischen Besuch im Garten, auf dem Friedhof, dem Sportplatz oder sogar der Fahrbahn.

"Wildes" Idar-Oberstein

Vergangene Woche wurde auch mein Garten Opfer einer Rotte Wildschweine, gut ein viertel meiner Rasenfläche wurde umgegraben. Das schwindende Nahrungsangebot in unseren herbstlichen Wäldern und die gigantische Population des Wildes sind eine gefährliche Mischung.

Spätestens seit dem eine Rotte Wildschweine auf der Mainzer Straße (in Höhe Tankstelle) gesichtet worden waren, wurde einigen klar, wie zivilisationsnah unser heimisches Schwarzwild kommen kann.

Besonders Schwarzwild legt nachts große Strecken hinter sich um nach Nahrung zu suchen, dabei wird der Garten, das Blumenbeet auf dem Friedhof oder der Komposthaufen zum reich gedeckten Buffet. Diese Zerstörungen sind zwar die, die jeder Einzelne von uns sieht, jedoch haben besonders unsere Landwirte viel größere Probleme. Gigantische Ernteausfälle durch Wildschaden gehören seit Jahren zum Alltag.

Wildschweine haben zu heutiger Zeit keine natürlichen Feinde mehr. Wölfe und andere Großraubtiere kommen in unserer Region nicht vor. Durch die große Fortpflanzungsrate, die milden Winter und die zurückliegenden starken Mastjahre ist die Population in unseren Wäldern massiv angestiegen.

Eine große Population birgt stets Gefahren. Nicht nur die Gefahr, dass Wildschweine ganze Golfplätze umgraben oder zur Gefahr auf heimischen Straßen werden, sondern vor Allem die Gefahr, dass sich Krankheiten und Seuchen rapide ausbreiten. Ein Beispiel hierfür ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) eine Krankheit welche auch auf Hausschweine übertragbar ist und für Tausende oder gar Millionen Schweine in ganz Europa den Tod beuten wird. Die ASP breitet sich derzeit in ganz Europa aus und droht auch bei uns anzukommen.

Um dieser Überpopulation Herr zu werden, Bestände zu regulieren und Tierleid zu verhindern, müssen die Jägerinnen und Jäger unserer Region ihrem waidmännischen Auftrag nachkommen und durch Abschüsse regulierend eingreifen.

Und wir alle können sie dabei unterstützen, denn viele Jäger stelle sich die Frage: "Wohin mit all dem Wildbret?" Hier sind wir alle gefragt. Denn unsere Jägerschaft hat die Kühltruhen voll. Voll mit dem hochwertigsten und ökologisch nachhaltigstem Fleisch. Wildbret ist das High-End-Lebensmittel. Frei von Medikamenten, Schlachtstress, Mastmitteln und anderen unnatürlichen Einflüssen. Wildbret ist BIO pur. Wenn sie das nächste Mal einen Braten, Gulasch, Bolognese oder Hamburger machen wollen - warum nicht mit Wild? Es ist gut für die Umwelt und Ihre Gesundheit.

Frederik Grüneberg, Kreisvorsitzender, Junge Union Kreis Birkenfeld

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