Verbotszwang - eine neue Volkskrankheit?

Wer die Diskussionen rund um das Themengebiet Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den letzten Wochen und Monaten verfolgt, dem fällt auf, dass wir mittlerweile von einer Verbotsdebatte sprechen können.

Verbotszwang - eine neue Volkskrankheit?

Es sollte jedem bewusst sein, dass wir dem Thema Nachhaltigkeit einen wesentlich höheren Stellenwert einräumen sollten, als wir es in der Vergangenheit getan haben. Natürlich ist eine Umstellung des Konsumverhaltens eines jeden Einzelnen der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Das diese Umstellung oft mit Mehraufwand oder höheren Kosten verbunden ist und wir alle uns fragen sollten, wie viel uns unsere Umwelt und das klimatische Erbe an unsere Kinder und Enkel wert ist, ist fakt.

Doch wie agieren derzeit viele politische Lager? Mit Verboten. Dieselfahren, in Urlaub fliegen, mit Öl heizen,eine Rallye veranstalten, Kunststoffflaschen kaufen und verkaufen — all diese Dinge stehen bei vielen Politikern auf der Verbotsliste.

Man bekommt derzeit den Eindruck, dass wir nur durch Verbote zu einer besseren Ökobilanz gelangen.

Meiner Meinung nach sind Verbote der falsche Weg. Wir müssen auf Innovation setzen.

Alternative Fortbewegungsmittel etablieren, Kinder schon in jungen Jahren dahingehend unterrichten, dass sie selbst verstehen, dass Sojamilch aus Süd-Amerika einen viel größeren und länger dauernden Weg hinter sich hat, als die Milch von Bauern aus dem Nachbardorf.

Wir müssen neue Wege gehen, doch dürfen das "Alte" und Gegenwertige nicht verteufeln und in eine Verbotshysterie verfallen.

In der Welt von Morgen müssen Nachhaltigkeit und Lebensqualität miteinander einhergehen.

Um auf meine überspitzte Eingangsfrage einzugehen, ob der Verbotswahn eine neue Volkskrankheit ist - Nein. Der gemeine Bürger hat kein Interesse daran in seiner Freiheit eingeschränkt zu werden, nur weil man auf die Idee kommt, dass ein Dieselfahrverbot in Städten die Welt rettet. Er hat kein Interesse daran, dass die jährlich stattfindende Rallye Weltmeisterschaft auf der Panzerplatte verboten wird. Wir müssen dafür sorgen, dass der Umweltschutz in unseren Alltag integriert wird und wir unseren Alltag nicht zulasten eines falsch verstandenen Umweltschutzes, welcher auf Verboten beruht, über Bord werfen müssen.

Frederik Grüneberg

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