Im Fußball muss man immer „wir“ sagen

Wenn man jetzt aber sagen würde, er war der Star des Abends, würde das dessen Bodenständigkeit nicht gerecht werden. Bescheiden kann man ihn aber auch nicht nennen. „Wenn 11 Beckenbauer gegen 11 Briegel spielten, würden immer die 11 Briegel gewinnen.

Im Fußball muss man immer „wir“ sagen

Er weiß was er kann bzw. konnte und kann es auch plausibel erklären. Ein zustimmendes pauschales Nicken beim Publikum bestätigt dies. Diese und weitere hörenswerte Begebenheiten und Anekdoten entlockte ihm der bestens vorbereitete Sascha Nicolay in dessen Funktion als Redakteur der Nahe Zeitung. Dass Nicolay ein ebenso bekennender wie zurzeit leidender FCK Fan ist, ist hinlänglich bekannt. Man schwelgt in den guten alten Zeiten, als der FCK noch fest in der 1. Bundesliga etabliert war, als Briegel, Bongartz, Hellström und Co. die Ärmel hoch krempelten und so im übertragenen Sinne den Bayern die Lederhosen oder Real Madrid die Badehosen auszogen. Es war gerade auch bei Briegel immer mehr Fleiß, Hingabe und Kampf wie technische Hochkultur und Filigran-Spiel.

Man wollte eigentlich nur über Schönes reden, aber die Gäste legten doch den Finger in die Wunde und fragten nach der aktuellen Verfassung des FCK. „Es sind halt elf Spieler, aber keine Mannschaft“, so Briegel. „Es wird zu oft ausgewechselt, so kann sich keine Mannschaft finden“, analysiert er treffend. Er ist weit davon entfernt besserwisserisch oder anklagend zu sein. Er leidet halt mit.

Überhaupt ist ihm das Thema Mannschaft wichtig: „Im Fußball muss man immer „wir“ sagen. Wenn der Zusammenhalt und die Chemie stimmt, kann man auch mit einem mittelmäßigen Team erfolgreich sein.“ Damit spielte er auch auf seine Zeit bei Hellas Verona an. Mit diesem Club ist er 1985 italienischer Meister geworden. Noch heute verbindet ihn eine intensive Freundschaft mit seinem Ex-Club. Ebenso gerne denkt er an die Zeit als Albanischer Nationaltrainer zurück. „Damals gab es in Albanien ganze zwei Rasenplätze“, erinnert er sich. Trotzdem besiegte er mit seinem Team den damals frisch gebackenen Europameister Griechenland unter Otto Rehagel und auch Russland. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straße und jubelten ihm zu. Kinder wurden nach ihm benannt (Vorname Briegel!).

Er ist schlagfertig und witzig, das hätten ihm die meisten Zuhörer nicht zugeschrieben. Gewiss, alle kannten ihn aus der Zeit, als er schneller rannte und höher sprang als die meisten seiner Gegenspieler, als er durch die generische Mauer durchging wie ein Messer durch die warme Butter. So locker, gelöst und bodenständig, nach wie vor „e pälzer Bub“, das haben wohl die wenigsten erwartet und waren von seinem Auftritt begeistert.

Auch seine Erfolge als Leichtathlet blieben nicht außen vor. Daher kam ja auch Briegels gewaltige Sprungkraft und seine enorme Schnelligkeit. Aber Zehnkämpfer sei er keiner gewesen, betont er. Wohl habe er drei Zehnkampfwettbewerbe bestritten, und lag einmal sogar vor dem späteren Weltrekordler Jürgen Hingsen, seine Domänen aber waren Drei- und Weitsprung. Ganz acht DM-Jugend-Titel sammelte er, bevor er zum Fußball kam.

Ach ja, es gab ja auch noch die Fair-Play-Ehrung. Die war ja der eigentliche Grund der Veranstaltung. KSK-Direktor Torsten Rothfuchs hatte zu Beginn die ca. 80 Gäste und natürlich den Ehrengast begrüßt. Als die Fair-Play Wettbewerbe in der Saison 1975/1976 starten, trug Hans-Peter Briegel zum ersten mal das Trikot des 1 FC Kaiserslautern, wusste Direktor Rothfuchs zu berichten. Er hatte sich bestens vorbereitet und vermied bewusst den Spitznamen des Ehrengastes (Die Walz aus der Pfalz). Er machte zwar Anspielungen, nannte ihn aber nicht, wie der Spitzname auch im ganzen Verlauf des Abends nicht ausgesprochen wurde. Torsten Rothfuchs, ehemals selbst Vorsitzender eines Fußballvereines, dankte den Schiedsrichtern und den Klasseleitern, die schließlich auch einen unverzichtbaren Teil zum Wettbewerb und damit zur allgemeinen Umsetzung des Fair-Play auf dem Fußballplatz beitragen. Sein weiterer Dank ging an Sascha Nicolay und die Nahe-Zeitung für die langjährige, gute und verlässliche Zusammenarbeit, insbesondere bei diesem Wettbewerb.

Fußballkreisvorsitzender, Axel Rolland, sprach kurze aber deutliche Worte über das Fair-Play und seine Ausprägungen, bevor KSK Mitarbeiter Leonhard Stibitz die Fair-Play Sieger verlas, die im Anschluss von Direktor Rothfuchs und Hans Peter-Briegel Urkunden, Pokale und Geldgutscheine in Empfang nahmen.

Beim darauffolgenden Smalltalk, bei Imbiss und Kaltgetränken, nutzten viele der Gäste die Gelegenheit, um dem Ehrengast Fragen zu stellen oder sich mit ihm ablichten zu lassen.

Konnte man im Vorfeld in der Nahe-Zeitung schon lesen, dass die Fair-Play Veranstaltungen der Kreissparkasse zu den besten und renommiertesten Events im Fußballkreis gehören, wurde dies durch diesen Abend eindeutig bestätigt.

Die Sieger

C-Klasse-Mannschaften Birkenfeld Ost,West und Mitte:

  1. SG Hoppstädten/Weiersbach III

  2. SV Heimbach II

  3. FC Achtelsbach

  4. SV Bundenbach II

B-Klasse-Mannschaften Birkenfeld Ost und West

  1. SG Niederhambach/Schwollen

  2. TuS Veitsrodt

  3. Bollenbacher SV II

  4. SG Hoppstädten/Weiersbach II

Landesliga, Bezirksliga- und A-Klasse Birkenfeld-Mannschaften

  1. SG Idarwald

  2. SC Birkenfeld

  3. VfR Baumholder

  4. SG Hoppstädten-Weiersbach

Damen, Verbandsliga Südwest und Landesliga Nahe

  1. FC 1928 Brücken

  2. SV Weiersbach

  3. DSG Breitenthal/Niederhambach

  4. VfL Weierbach

Leonhard Stibitz

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