„Wenn man in einem Halbfinale ist, will man auch mehr''

Der aus Idar-Oberstein stammende Moritz Adam reist als Co-Trainer mit der WG Köln nach Polen zur Handball-Uni-Europameisterschaft. Da will er von seinem Team nicht nur an der Theke eine gute Halbzeit sehen.

„Wenn man in einem Halbfinale ist, will man auch mehr''

Wenn am Freitag die WG Köln in die Handball-Uni-Europameisterschaft im polnischen Bydgoszcz startet, steht der aus Idar-Oberstein stammende Moritz Adam als Co-Trainer an der Seitenlinie. Relativ kurzfristig hat ihn sein ehemaliger Kumpel, der frühere Zweitligaspieler Pascal „Paschi“ Gras, gefragt, ob er ihn nicht bei dem Turnier an der Seitenlinie unterstützen wolle. Adam, der aktuelle Coach des Oberligisten Mühlheimer TV, sagte direkt für das einwöchige Event zu, bei dem traditionell der Deutsche Meister aus dem letzten Jahr an den Start geht.

„Ich war dann auch schon bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft in Hamburg mit dabei, bei der wir dann Zweiter geworden sind“, erklärt Adam den Ablauf vor dem großen Turnier. Dort konnte er schon einmal das Team kennenlernen, das sich aus Spielern der Sporthochschule Köln und der Universität Köln zusammensetzt und sich im diesjährigen Finale nur der HSG Konstanz geschlagen geben musste.

Mit jeweils zwei 9er-Bussen macht sich der Tross die Tage auf den Weg nach Polen, wo das Team von Moritz Adam ein einwöchiges Turnier erwartet, in dem es sich erst einmal in der Gruppenphase durchzusetzen gilt. „Unser Ziel ist es schon nach Möglichkeit die Gruppenphase zu überstehen“, macht der Co-Trainer deutlich. „Und wenn man dann in einem Halbfinale ist, will man auch mehr.“ Aber auch die richtige Mischung aus Spaß- und Team-Event soll nicht zu kurz kommen. „Die WG Köln ist schon auch dafür bekannt, an der Theke ein, zwei gute Halbzeiten zu spielen“, schmunzelt Adam. Der gute Team-Spirit, den die WG auszeichne, könne letztlich auch auf dem Platz den Unterschied ausmachen. „Durch eine gute Chemie und einen guten Zusammenhalt kann man gegen individuell bessere Mannschaften schon viel wettmachen.“

Am Montag holte sich das Trainerteam sogar extra einen ehemaligen Bundesligaspieler als Mental-Coach zum Training, der den Spielern noch einmal die Tradition des Turniers verdeutlicht hat und auch die ein oder andere Anekdote auf Lager hatte. „Ein Spieler hat drei Gegner aus Stuttgart am Tag vor dem Spiel schon einmal so plattgesoffen, so dass Köln letztlich das Spiel gegen die verkaterte Truppe gewonnen hat.“

Bei allem Augenzwinkern steht der sportliche Ernst jedoch im Vordergrund, einige Spieler stehen an der Schwelle zum Profibereich. „Wir wollen als Sportler jedes Spiel gewinnen“, macht Adam deutlich. Der Co-Trainer ist dafür zuständig, in Videoanalysen kommende Gegner zu dechiffrieren, den Coach auf taktische Gegebenheiten aufmerksam zu machen und während des Matches mit Spielern auf der Bank individualtaktische Abläufe zu optimieren. So kann der aus Idar-Oberstein stammende Trainer bei der Handball Uni-Europameisterschaft einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg zum Finale am 10. Juli liefern, nachdem die WG Köln sicherlich noch Ausdauer für mehr als eine Halbzeit an der Theke finden würde.

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