Hochwaldbahn: Die Schiene kehrt zurück

Die Interessensgemeinschaft Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald e.V warnt vor weiteren Fehlern bei stillgelegten Bahnstrecken. Sie möchte verhindern, dass die Kosten für eine Reaktivierung in die Höhe schießen.

Hochwaldbahn: Die Schiene kehrt zurück

In der letzte Woche vom Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) und der Allianz pro Schiene vorgestellten Liste mit Reaktivierungsvorschlägen erklären die Verbände, dass Entscheidungen zur Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in der Vergangenheit oft fragwürdig waren, sich nicht immer am Gemeinwohl orientierten und häufig dem öffentlichen Interesse widersprachen.

Des Weiteren wird auf die Folgenutzung von stillgelegten Eisenbahnstrecken eingegangen. In vielen Fällen wurden die Gleise entfernt und die Trassen zu Radwegen umgebaut. Dabei hat die Art der Folgenutzung erhebliche Auswirkungen auf die Kosten bei einer Reaktivierung.

Die beiden Verbände stellen fest: „Bei Radwegen wäre im Falle zweigleisig trassierter Strecken eine Koexistenz mit eingleisig wiederaufgebauten Bahnstrecken möglich. Bei eingleisigen Trassen wären Ersatzlösungen für den Radweg zu finden, die angesichts des Trassenquerschnitts in vielen Fällen bahnparallel entstehen könnten und dabei die Funktion des Begleitwegs für die Bahnstrecke miterfüllen könnten.“

Betrachten wir nun die Hochwaldbahn von Türkismühle über Nonnweiler nach Hermeskeil. Sie befindet sich zwar nicht unter den 186 für eine Reaktivierung empfohlenen Strecken, jedoch könnte auch sie in Zukunft ein Verkehrsbedürfnis aufweisen. Wer hätte gedacht, dass für die Experten beim VDV eine Reaktivierung des Abschnittes Neubrücke-Birkenfeld interessant erscheint?

Daher gilt es die Trasse der Hochwaldbahn als Option für die Zukunft zu sichern, und zwar so, dass die Kosten bei einer Reaktivierung nicht unnötig in die Höhe getrieben werden.

Das bedeutet ganz klar, dass der Radweg auf der ehemals zweigleisigen Trasse zwischen Türkismühle und Nonnweiler in Koexistenz mit dem noch vorhandenen Gleis gebaut werden muss!

Es kann nicht sein, dass bundesweit über die Reaktivierung von Bahnstrecken zum Erreichen der klimapolitischen Ziele diskutiert wird und eine Nationalparkregion sich zeitgleich selbst dieser Zukunftsoption beraubt, obwohl die Möglichkeit besteht einen Radweg auf dem vorhandenen Planum zu realisieren. Der kurzsichtige Abriss einer Eisenbahninfrastrukur zugunsten eines Radwegs wird inzwischen vielerorts als Fehler angesehen. Dieser sollte entlang der Hochwaldbahn nicht wiederholt werden.

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