Leckschmierkirb in der AWO

Mit guter Vorbereitung, mit vielen fleißigen Händen, mit anregender Musik, mit bester Laune, Herbstsonne und vielen Erinnerungen an früher feierten Bewohner, ehrenamtliche Mitarbeiter und Angehörige die Leckschmierkirb im AWO Seniorenzentrum in Idar.

Leckschmierkirb in der AWO

In gemeinschaftlicher Arbeit und geübten Händen entkernten die Bewohner am Vortag 75kg Zwetschgen. Kostproben waren inclusive und die Süße der Früchte wurde mit Kennermiene für die Leckschmier für gut befunden. Das Hausmeisterteam holte den großen Kupferkessel vom Dachboden. Die Feuerstelle wurde vor dem Eingang errichtet. Das Küchenteam stellten die notwendigen Utensilien für die verschiedenen Kochprozesse zusammen. Das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter war um 09.00 Uhr zur Stelle. Das Feuer wurde schnell entfacht und die gezuckerten Zwetschgen wurden in den Kupferkessel eingefüllt. Ab dann hieß es: Rühren und schüren!

Der Geruch des Holzfeuers, der Duft der kochenden, süßen Früchte und das Akkordeonspiel von Günter Kronauer lockte schon am Vormittag viele Bewohner vor den Eingang. In bester Stimmung traf man Bekannte, kam ins Gespräch. Man feuerte die ehrenamtlichen Mitarbeiter zum Rühren an und sang gerne die beschwingt gespielten Lieder mit. Beim ständigen Rühren wurden die Ehrenamtler durch Angehörige und Mitarbeiter unterstützt, denn ein Anbrennen der brodelnden Masse musste unbedingt verhindert werden. Zwischendurch wurden die gesammelten Zwetschgenkerne mit Wodka und Kandiszucker angesetzt. Denn neben der Leckschmier soll am Weihnachtsbasar auch ein köstlicher Zwetschgenkernlikör angeboten werden.

Dann folgte der nächste Schritt: Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gerti Nicodemus komponierte aus Zimt, Nelken, Sternanis und Kardamon ihre geheime Gewürzmischung für den besonderen AWO-Leckschmiergeschmack. Die Oberfläche der mittlerweile eingekochten musigen Fruchtmasse fing langsam an zu glänzen, die ersten Ringe zeigten sich an der Innenseite des Kessels. Die Vorfreude auf die Kostprobe wurde bei allen immer größer.

Doch bis dahin verging noch einige Zeit, die kurzweilig gestaltet wurde: Denn auch die berühmte AWO -Leckschmierkirb stand im Zeichen des Jubiläumsjahres. Die durch Eigeninitiative gegründete Bewohnersinggemeinschaft trug ein Lied, gedichtet von Bewohnerin Annerose Winand, zum 60-jährigen Bestehen des Hauses vor. Reiner Pick, Mitglied der Bachwagge, hat die Chronik des Seniorenzentrums gedichtet und mit Leierkastenmusik vorgetragen. Das war so spannend, dass alle hochkonzentriert zuhörten und starker Beifall folgte.

Nach dem Kunstgenuss wurden die Kostproben verteilt. Jeder ließ sich die Leckschmier auf frischem Bauernbrot mit Butter schmecken. Die Ehrenamtler kamen mit dem Brote schmieren und Verteilen kaum nach. „Lecker, fein, gut gewürzt, so wie früher, sehr gut, gut gemacht…,“ war zu hören. Ein kurzweiliger geselliger, arbeitsreicher Herbsttag ging zu Ende und die Ehrenamtler füllten die gelungene Leckschmier ab für das Frühstück der Bewohner, zum Verkauf für den Weihnachtsbasar und als Vorrat für die Küche.

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