Jonas Germann – Wie ein Fischbacher Deutscher Hochschulmeister wurde

Jonas Germann spielt seit seiner Jugend leidenschaftlich gerne Fußball, mit einem Deutschen Meistertitel hätte der Mittelfeldspieler der Spvgg Fischbach in seiner Karriere aber wohl nicht mehr gerechnet.

Jonas Germann – Wie ein Fischbacher Deutscher Hochschulmeister wurde

Doch manchmal kommt es anders als man denkt – und „Joni“ darf sich seit diesem Monat deutscher Hochschulmeister nennen. Ein Fischbacher Fußballer im Spannungsfeld zwischen B-Klasse und einer WM-Teilnahme in Slowenien. Wie es dazu kommen konnte?

Ungeschlagen durch die Koblenzer Uni-Liga

„Es fing eigentlich damit an, dass wir in der Uni-Liga in Koblenz ziemlich erfolgreich Fußball gespielt haben“, erzählt Joni. Panna SG heißt die Mannschaft, in der Joni mit seinen Kumpels in Koblenz kickt und zwar gegen zehn andere Teams, die aus Studenten und deren Freunden der Koblenzer Universität und Fachhochschulen bestehen. „Da waren auch fünf richtig gute Mannschaften dabei, in denen auch einige Oberliga- und Rheinlandligaspieler aufliefen“, schildert Jonas. Auch in seinem Team sind einige Jungs am Start, die in ihrer Jugend für die TuS Koblenz spielten. Demnach war das Team durchaus mit Ambitionen angetreten. Am Ende sammelten die 27 Punkte aus neun Spielen – volle Ausbeute. Die Folge: Die Qualifikation für die inoffiziellen Deutschen Hochschulmeisterschaften (offizielle gibt es nicht) in Kassel.

Die „DM“ in Kassel

In Kassel spielten dann die besten Uni-Teams aus ganz Deutschland auf einem Kleinfeld im Modus „Sechs gegen Sechs“ gegeneinander. „Eigentlich hatten wir keine besonders großen Ambitionen, weil unsere drei besten Spieler nicht mitfahren durften, weil sie sich mit ihren Teams schon in der Vorbereitung befanden“, schildert Jonas. Doch die Pana SG zeigte sich von den Ausfällen unbeeindruckt und konnte die ersten beiden Gruppenspiele schon einmal für sich entscheiden. Das dritte Spiel ging nach einer schwachen Leistung allerdings verloren. „Da haben wir eigentlich schon gedacht, dass es vorbei ist, weil der Druck irgendwie raus war“ , verrät Jonas.

Vor allem wartete im Viertelfinale mit Kassel der extrem starke Lokalpatriot. Die Panna SG kämpfte sich nach einem Unentschieden im regulären Spiel ins Penalty Shootout – eine Variante, die man hierzulande aus dem Eishockey kennt. Dabei steuerte der Spieler mit dem Ziel auf den Torhüter zu, den Schlussmann mit einem Schuss zu überwinden. Dank einer starken Leistung des Keepers zog die Panna SG ins Halbfinale ein, wo Dynamo Tresen, eine Mannschaft aus Rostock wartete. Dieses Spiel konnte die SG in der regulären Spielzeit für sich entscheiden, der Finaleinzug war perfekt.

Dort traf man mit dem FC Holywood auf ein Team aus Karlsruhe. „Das Finale war sehr taktisch geprägt, Karlsruhe hatte einen Lattenschuss und wir etwas Glück“, beschreibt Jonas. Manchmal benötigt man eben etwas Fortune und so rettete sich die Panna SG ins erneute Penalty Shootout. Und wieder war der Schlussmann eine Klasse für sich, das Finale, das Jonas Eltern sogar live auf Facebook schauen konnten, gewonnen.

WM-Ticket für Slowenien gebucht

Und damit nicht genug. Durch den Sieg lösten die Koblenzer Jungs auch das Ticket für die WM in Slowenien. „Im September geht es für fünf Tage nach Maribor“, freut sich Joni, für den der DM-Sieg freilich ein besonders Erlebnis war. „Ich habe zwar im Finale nicht gespielt, aber bin in dieser super Truppe trotzdem auf meine Einsatzzeiten gekommen. Es hat einfach richtig Spaß gemacht, mit solchen Jungs zu kicken.“ Natürlich wurde der Sieg auch im Anschluss entsprechend zelebriert. „Da haben selbst die Jungs Gas gegeben, die sonst etwas zurückhaltender sind“, erzählt Jonas, der ganz sicher bis vor wenigen Wochen nicht daran geglaubt hätte, als aktiver Spieler auf eine „Fußball-WM“ nach Slowenien zu fahren.

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