Umwelt-Campus Birkenfeld ist Teil des Digital-Gipfels 2019 in Dortmund

Experten vom Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier machen das Internet der Dinge anfassbar.

Umwelt-Campus Birkenfeld ist Teil des Digital-Gipfels 2019 in Dortmund

Diese Woche fand in Dortmund der nationale Digital-Gipfel statt. Hier treffen sich Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung auszutauschen. An den zwei Gipfel-Tagen finden sich Vorträge, Diskussionsforen und Gesprächskreise zu Themen, die verschiedene Expertengruppen über das Jahr erarbeitet haben. Auch der Umwelt-Campus Birkenfeld stellt mit den Professoren Guido Dartmann und Klaus-Uwe Gollmer zwei Mitglieder in diesem beratenden Gremium. Der Gipfel 2019 steht unter dem Motto „Digitale Plattformen“ und damit einem Thema, dem sich beide schon seit Jahren in der Forschung widmen. Digitale Plattformen sind die Schnittstellen zwischen Unternehmen und Kunden, aber auch zu Partnern und Freunden. Als Privatpersonen kennen wir die großen Plattformen und sozialen Netzwerke von Amazon, Facebook, Apple und Co. meist schon länger aus eigener Erfahrung.

Die beiden Professoren vom Umwelt-Campus treibt ein anderes Anwendungsgebiet um, dass in den letzten Jahren immer mehr an Fahrt gewinnt und in Zukunft zentrale Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben wird: Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), bei dem Gegenstände und Geräte sich über das Internet vernetzen. Das IoT ist damit praktisch ein soziales Netzwerk für Maschinen. Betrachtet man den Börsenwert der digitalen Plattformen für Menschen, so spielt Deutschlands Wirtschaft dort praktisch keine Rolle. „Die Entwicklung haben wir vor 25 Jahren verschlafen und können jetzt kaum noch etwas aufholen, aber beim Internet der Dinge müssen wir von Anfang an dabei sein. Deutschlands Industrie lebt vom Maschinen- und Anlagenbau. Wenn sich jetzt die Maschinen vernetzten, sollten die Plattformen und damit der Mehrwert in Deutschland bleiben“, so das einstimmige Statement der beiden Professoren.

Auf dem Digital-Gipfel in Dortmund beteiligen sich die Experten erstmalig an einem von drei großen Exponaten, die die Kanzlerin bei ihrem Rundgang am Dienstag besichtigt hat. „Smart-City Datenplattformen“ lautet das Thema des Exponats, bei dem es um die intelligente Vernetzung in Städten und Regionen geht. Bekannte Beispiele sind die Messstationen für Umweltdaten, die Zählung des Verkehrsaufkommens oder das Parkraummanagement über Sensoren und entsprechende Verkehrsleitung. Alles Themen, die auch in Saarbrücken und Trier eine hohe Aktualität aufweisen.

Der Umwelt-Campus steuert dabei mit der IoT2-Werkstatt eine innovative Bildungs-Plattform zur Demonstration des Internet of Things (IoT) und Thinking (KI) bei. Unter dem Motto „IoT2 anfassbar machen“ sollen Bürger und Bürgerinnen selbst Ideen entwickeln und umsetzen. „Wir müssen die Gesellschaft mitnehmen, weg vom reinen Konsumenten vorgefertigter Apps, hin zu Gestaltern der eigenen Smart-City“ sagen die beiden Experten und zeigen beispielhafte Anwendungen, die im Rahmen von Schul- und Hochschulprojekten sowie der Citizens Science (Bürgerwissenschaften) entstanden sind. So erkennt eine künstliche Nase verschiedene Müllsorten (oder am Gipfeltag die Getränke der Besucher) am Geruch. Ein Abstandssensor ist in der Lage, den Pegel kleinerer Gewässer zu überwachen und bei Starkregenereignissen frühzeitig zu warnen.

Mittels der am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule entwickelten Plattform gelingt die schnelle Umsetzung solcher Prototypen fast spielerisch einfach. „Wer kochen und puzzeln kann, der kann auch programmieren“ meinen die beiden Experten und verweisen auf eine grafische Programmiersprache mit einem offenen Ökosystem aus Mikrocontroller (IoT-Octopus), Sensoren und grafischen IoT2-Superblöcken. Mehr dazu unter www.iot-werkstatt.de

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