Berlin zwischen Diktatur und Demokratie

Berlin ist für die einen eine Wolke und für die anderen vielleicht auch deshalb eine Reise wert.

Berlin zwischen Diktatur und Demokratie

Wer Berlin mit offenen Augen ein wenig abseits der Einkaufsmeilen durchwandert, der stellt schnell fest: Berlin mahnt uns an vielen Stellen die Vergangenheit nicht zu vergessen, die unzähligen persönlichen Schicksale in Zeiten des Kriegs und des getrennten Deutschlands.

Mit der Unterstützung des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ und der lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Birkenfeld organisierte der Internationale Bund Südwest eine Fahrt nach Berlin. Das Motto: „Berlin zwischen Diktatur und Demokratie – eine Zeitreise durch die Geschichte, von Deutschlands tausendjährigem Reich zum weltoffenen demokratischen Deutschland“.

An zwei Tagen entdeckten die Teilnehmer ein neues Berlin, mit teils weniger bekannten Orten und geschichtlichen Ereignissen. Die Geschichte der Verfolgung, des Terrors sowie des Widerstands im dritten Reich wurde greifbar. An den Besuch des Holocaust-Mahnmals und des Denkmals für die verfolgten Homosexuellen schloss sich ein Rundgang um den ehemaligen Regierungsbezirk an. Nur noch wenige Gebäude der damaligen Zeit zeugen mit ihren Einschusslöchern vom Häuserkampf der letzten Kriegstage. Bis zum Tagesziel, der Ausstellung „Topographie des Terrors“ machte die Geschichte des Widerstandskämpfers Georg Elser an seinem Denkzeichen betroffen.

Das ehemalige jüdische Viertel rund um den Hackeschen Markt war Ziel des zweiten Tages. Etappen waren die Alte Synagoge, der alte jüdische Friedhof, die neue Synagoge und die Hackeschen Höfe mit der Blindenwerkstatt von Otto Weidt. Bei dem Rundgang erfuhren die Teilnehmer wie gezielt die NSDAP mit Propaganda und Wortwahl versuchte das Ansehen der Juden nachhaltig in der Bevölkerung zu schädigen, um spätere Taten zu rechtfertigen. Vereinzelter Widerstand gegen die Obrigkeit in Form von Hilfe für jüdische Nachbarn oder Mitarbeiter konnte die Deportation der Juden vom alten Bahnhof leider nicht verhindern.

Die Geschichte des Rosenstraße-Protestes, bei dem für die Freilassung inhaftierter jüdischer Familienmitglieder protestiert wurde ergriff alle Anwesenden. Über Tage hinweg demonstrierten hunderte Teilnehmer und erwirkten damit, dass fast alle 2000 Inhaftierten wieder durch die Gestapo zwar freigelassen, jedoch im Anschluss zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden.

Mit einem Besuch im Bundestag endete der 2. Tag in Berlin und mit ihm die kleine Zeitreise zum weltoffenen demokratischen Deutschland. Die vielen kleinen Erzählungen, Geschichten und Hintergrundinformationen des selbsternannten Stadtbilderklärers hinterließen bei den Teilnehmern bleibende Erinnerungen. Er zeigte auf, dass es neben der lauten und bildgewaltigen Geschichte Berlins, viele kleine aber nicht weniger intensive und dramatische Begebenheiten gab, deren Erinnerung aufrecht zu halten sich lohnt.

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