TuS Mörschied vor dem Saisonstart: „Das tut weh, wenn man solche Kerle verliert.“

Der TuS Mörschied geht in seine 13. Saison in Folge als Fußball-Bezirksligist - die mit Abstand längste aktive Serie in der Bezirksliga. Dass dieser beeindruckenden Liste eine weitere Saison hinzugefügt wird, ist aber alles andere als sicher.

TuS Mörschied vor dem Saisonstart: „Das tut weh, wenn man solche Kerle verliert.“

Einer, der für die Kontinuität im Verein sinnbildlich steht, ist Rainer Becker. Der langjährige Trainer und aktuelle Abteilungsleiter ist mittlerweile gefühlt auch schon immer in Mörschied mit dabei. „Die 13. Saison in Folge in der Bezirksliga: Das ist schon toll für unseren Verein“, sagt Becker. „Wir sind ja auch nur ein kleines Dorf.“

Das kleine Dorf verfügt allerdings seit Jahren über sehr gut funktionierende Teams, nicht nur in der Bezirksliga. Auch die zweite Mannschaft zeigt seit Jahren konstante Leistungen in der B-Klasse. Dennoch könnte es in diesem Jahr noch enger werden als in der Vorsaison, als Mörschied lange um den Klassenerhalt bangen musste. „Wir hatten schon viele schwere Saisons. Dieses Jahr wird es aber noch härter als im letzten“, meint Becker.

Ein Grund für die Einschätzung des Abteilungsleiters: Er musste in diesem Sommer mehr arbeiten als sonst. „Wir haben gute Jungs dazubekommen, aber aus der Jugend und niedrigeren Klassen. Die werden unsere gestandenen Bezirksliga-Spieler, die wir verloren haben, nicht sofort ersetzen können“, erklärt Becker. Sechs Neuzugänge konnte der Abteilungsleiter präsentieren, allerdings musste er auch sechs Abgänge verkraften. „Dieses Jahr habe ich viele Wechsel abwickeln müssen, da ist mir weniger schon lieber“, konstatiert Becker.

So viel Fluktuation war selten in Mörschied. Und unter den Abgängen - waren wie bereits angedeutet - namhafte Akteure.

Erstmals den Verein verlassen hat beispielsweise Torjäger Pascal Stauch, der sich genau wie Rene Fischer, künftig als Coach unterhalb der Bezirksliga versuchen möchte. „In gewisser Weise nervt das, es zeigt aber auch, dass wir gute Arbeit leisten und gute Jungs herausbringen“, sagt Rainer Becker. „Natürlich hätte ich sie gerne bei uns gehalten. Das tut weh, wenn man solche Kerle verliert.“

Wäre ein Verein wie Mörschied dann nicht sowieso besser in der A-Klasse aufgehoben? Die Bezirksliga ist gerade in dieser Saison sehr stark vom Kreis Bad Kreuznach dominiert. „Es wäre auch wirtschaftlich wahrscheinlich schon attraktiver mal gegen Vereine aus dem Kreis Birkenfeld zu spielen“, gesteht Becker. „Wir haben gar kein Derby mehr, wenn man es genau nimmt.“ Die einzigen Mitstreiter aus dem Kreis Birkenfeld heißen in dieser Saison SC Birkenfeld und FC Brücken.

Gestern duellierten sich beide im direkten Duell vor 250 Zuschauern. 4:2 hieß es am Ende für Brücken. Ein echtes Kreis Birkenfeld-Derby in der Bezirksliga - leider eine absolute Ausnahme. „Aber natürlich wollen wir sportlich das Optimum, das wir erreichen können, das sollte man sportlich immer anstreben“, stellt Rainer Becker sofort klar, dass sein TuS Mörschied weiter Teil der Bezirsksliga sein soll. „Die Jungs würden vielleicht auch mal gerne nicht nur nach Kreuznach fahren“, erklärt Becker. „Aber wenn ich mal schaue: Über uns sind auch nicht mehr viele, das ist schon etwas Besonderes.“

Damit das so bleibt, muss beim TuS in dieser Saison jedoch einiges passen. Das Programm am Anfang sollte passen, wenngleich noch immer nicht alle Verletzten aus dem Vorjahr zurückgekehrt sind. Am Sonntag gastiert der TuS Hackenheim in Mörschied. Dann können die Mörschieder den ersten Schritt ihrer schwierigen Mission gehen: Die Bezirksliga-Dino-Serie noch weiter ausbauen. „Wir können das packen“, verspricht Rainer Becker.

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