Theater Nachsommer: Historisch, politisch, teuflisch

Mit der zweiten Aufführung von „Peer Gynt“ endet am 5. September 2019 der diesjährige Theatersommer Idar-Oberstein. Einen künstlerischen Nachschlag gibt es aber beim Theater Nachsommer.

Theater Nachsommer: Historisch, politisch, teuflisch

Auf dem Programm stehen fünf Produktionen, unter anderem ein Historienspiel über die Felsenkirche und ein Polit-Drama über Angela Merkel. Alle Aufführungen sind im Stadttheater Idar-Oberstein zu sehen. Unterstützt wird das Festival von der Kreissparkasse Birkenfeld, der OIE AG, der Firma Effgen Schleiftechnik und dem Land Rheinland-Pfalz, das Historienspiel darüber hinaus auch noch von der Volksbank Hunsrück-Nahe eG, dem Nationalparklandkreis Birkenfeld, der Firma Fritz Fries & Söhne und den Grafischen Betrieben Kai Hosser.

Theater Nachsommer Idar-Oberstein

Zum Kultursommer-Thema „heimat/en“ darf sich das Publikum am Sonntag, 29. September 2019, um 17 Uhr und Donnerstag, 3. Oktober 2019, um 19 Uhr auf „Die Geschichte der Felsenkirche“ von Friedel Schmidt freuen. Das vom Grub’schen Männergesangverein 1843 Oberstein präsentierte Historienspiel beschäftigt sich mit dem Wahrzeichen der Stadt Idar-Oberstein, der Felsenkirche, und deren Entstehungsgeschichte. Geboten wird ein buntes Theatererlebnis mit Spannung und Unterhaltung, Musik und Tanz, komischen und tragischen Szenen, aber auch philosophischen und spirituellen Fragestellungen.

Am Freitag, 4. Oktober 2019, um 20 Uhr – also direkt nach dem Tag der deutschen Einheit – widmet sich die Bremer Shakespeare Company mit dem Stück „Angela I.“ einem Deutschland in naher Zukunft: Die Kanzlerin hat abgedankt und ist überraschend abgetaucht. Der Tanker Bundestag droht zu kentern und die Feinde des Systems stehen bereit, das Ruder zu übernehmen. Das Polit-Drama von Katja Hensel zeigt eine Welt, die Shakespeare näher ist, als uns lieb sein kann: chaotisch, tragisch, verzweifelt und sehr komisch – genau wie die Politik unserer Tage.

Einmal im Jahr wählen Kritiker die Theaterhöhepunkte der Saison. Elfriede Jelineks „Am Königsweg“ wurde 2018 als Stück des Jahres prämiert. Die Inszenierung „König Ubu # Am Königsweg“ des Theaters a.d. Ruhr, die am Sonntag, 27. Oktober 2019, um 19.30 Uhr zu sehen ist, kombiniert Jelineks Stück mit „König Ubu“ von Alfred Jarry. Jarry zeigt „seinen“ König als ein groteskes, gefräßiges Monster, skizziert ihn als einen Anarchen auf dem Thron. Jelinek seziert einen „twitternden Blinden“, der alles zu wissen glaubt und die Stimmen der Massen stiehlt, weil er keine eigene hat. Ihr „König“ ist ein nach Geld gierender Herrscher und eine Showfigur, die ihr wahres Gesicht nie zeigt. Schnell wird klar: Elfriede Jelinek nimmt Donald Trump aufs Korn, nicht so sehr seine Person, sondern mehr einen Typus, denn Trumps scheint es überall und immer wieder zu geben.

Schauspieler und Sänger Dominique Horwitz spannt mit „Me and the Devil“ am Freitag, 15. November 2019, um 20 Uhr einen teuflischen Bogen von der romantischen Oper „Der Freischütz“ über Rock-, Pop- und Jazzklassiker bis hin zu den schrägen Highlights aus „The Black Rider“ von Tom Waits, Robert Wilsons und William S. Burroughs. Begleitet von einer siebenköpfigen Live-Band präsentiert Horwitz hintergründige Songs, in deren Mittelpunkt der Mythos des Teufels steht – abgründig, skurril, komisch, erotisch und phantastisch. Optisch und musikalisch ein Hochgenuss.

Bei der großen Comedy Live Show „Heimatabend“ am Sonntag, 1. Dezember 2019, um 17 Uhr übernimmt Holger Müller alias Ausbilder Schmidt als „Schleifer der Luschenwehr“ die Moderation. Seine Gäste sind: Alexander Schick aus dem Saarland mit fast perfektem Hochdeutsch, die „Eifelaner Comedykugel“ Kai Kramosta mit seiner Handwerkercomedy „Normal müsste das halten“, der großartige Comedian Berhane Berhane aus Mannheim, der nach eigenen Angaben „in jede Show etwas Farbe reinbringt“, sowie Martin Weller mit seinen lustigen und Liedern über Heimat, Spießbraten und Algenrodt.

Lust auf ein Theaterabo?

Die neue Theatersaison 2019/2020 im Stadttheater Idar-Oberstein beginnt am 10. November 2019. Zu Gast sind herausragende Künstlerpersönlichkeiten wie Joachim Krol mit dem Orchestre du soleil und Eva Mattes mit der musikalisch-literarischen Zeitreise „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“, darüber hinaus die Rheinische Philharmonie und drei hervorragende Theaterinszenierungen. Wer noch Interesse an einem Abonnement hat, kann sich unter Telefon 06781/64-884 oder E-Mail kultur@idar-oberstein.de beim städtischen Kulturamt melden.

Tickets und Infos

Nähere Informationen zum Theater Nachsommer und dem Theaterprogramm 2019/2020 gibt es unter www.kultur.io. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.ticket-regional.de und bei den bekannten Vorverkaufsstellen, für „Die Geschichte der Felsenkirche“ bei den Buchhandlungen Carl Schmidt & Co. und Schulz-Ebrecht.

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