Hitzedrama beim Frankfurter Ironman sorgt für Diskussionen

Beim Ironman-Triathlon in Frankfurt brach am Sonntag eine US-amerikanische Athletin aufgrund der starken Hitze kurz vor dem Ziel zusammen. Medienberichte zum Vorfall sorgten für Diskussionen im Netz.

Hitzedrama beim Frankfurter Ironman sorgt für Diskussionen

Seit 2002 findet in Frankfurt jährlich der Ironman Germany statt. Am Sonntag kämpften sich Sportler aus aller Welt in der Hitze durch die Stadt, um sich für die Ironman World Championships auf Hawaii zu qualifizieren. Ein harter Wettkampf, vor allem, weil die Temperaturen erneut auf mehr als 35 Grad stiegen. Eine Triathletin aus den USA brach deshalb kurz vor dem Ende der Laufstrecke erschöpft zusammen und musste versorgt werden.

Eigentlich lag die US-Amerikanerin Sarah True in Führung - mit einem Vorsprung von rund sechs Minuten zu ihrer Verfolgerin. Nach ihrem zweiten Platz im Vorjahr führte sie diesmal klar und deutlich auf dem ersten Rang. Nur noch rund 1000 Meter trennten sie von der Ziellinie und damit vom Sieg. Aber die Hitze war stärker. Sie begann zu torkeln und brach kurz vor dem Ziel zusammen. Sanitäter trugen sie im Anschluss von der Strecke, um sie medizinisch zu versorgen.

Runner’s World berichtete, sie habe schon in der letzten von den vier zu absolvierenden Laufrunden immer wieder Kreislaufprobleme gehabt. Im Interview am Abend sagte sie, das sie sich an die letzten Kilometer gar nicht mehr erinnern könne. Mittlerweile gehe es ihr jedoch besser, sagte ihr Trainer Dan Lorang einen Tag nach dem Rennen gegenüber hr-sport.

Kritik in den Sozialen Netzen

Der Zusammenbruch der Athletin wurde von der ARD live im Fernsehen übertragen und kommentiert. Daraufhin diskutierten Zuschauer im Netz darüber, ob die Übertragung der Situation und die Kommentare nach dem Vorfall angemessen waren.

Ein Zuschauer twitterte: „Beim #IronmanFrankfurt ist eine Athletin vollkommen weggetreten, taumelt und nimmt ihre Umwelt offenbar nicht mehr wahr. Delirium. Und die ARD bringt sogar noch eine SlowMo und diskutiert zunächst, ob sie mal etwas Cola trinken sollte. Das ist schlicht lebensgefährlich.“

Dirk Froberg vom Hessischen Rundfunk kommentierte und moderierte die diesjährigen Ironman European Championships in Frankfurt live im Fernsehen. „Es ist für den Kommentator nicht möglich, in den Athleten zu schauen, sodass wir nur schwer deuten können, wie der tatsächliche körperliche Zustand in dem Moment ist“, sagt Froberg. Als True dann wenig später ein erstes Mal wankte, sei dem Kommentator klar gewesen, dass sie ein energetisches Problem zu haben schien.

„Wir haben aus journalistischer Sicht über die zu diesem Zeitpunkt führende Athletin berichtet und sie im Bild gezeigt.“ - Dirk Froberg, Kommentator der Iron Man European Championships 2019, Hessischer Rundfunk

„Wir haben aus journalistischer Sicht über die zu diesem Zeitpunkt führende Athletin berichtet und sie im Bild gezeigt“, so Froberg. „Unser Reporter Marcus Philipp hat aus beobachtender respektvoller Distanz vor Ort die Situation geschildert.“ Weiter habe man, zum Schutz ihrer Privatsphäre, auf Bilder der Athletin im Sanitätszelt verzichtet und in sowie auch nach der Sendung über den sich verbessernden Zustand von Sarah True informiert.

Neben dem Wirbel um die Live-Übertragung erntete auch ein Artikel des „Stern“ online Kritik. Darin hieß es, dass True den Sieg „verspielt“ habe. Eine Twitter-Nutzerin war über diesen Kommentar sichtlich verärgert: „Is klar. Bei den Herren sind es Infekte, die Hitze, große Tragödien. Sarah True aber hat einfach leichtsinnig den Sieg verspielt bei 39 Grad. Wording matters“, schrieb sie dem Twitter-Account des Stern.

Moench auf dem ersten Platz

Nach True’s Zusammenbruch übernahm Skye Moench kurz vor Schluss die Führung und überquerte mit einer Zeit von 9:15:31 Stunden die Ziellinie als Siegerin der Ironman-Europameisterschaft. Ihr folgte die Schweizerin Imogen Simmonds mit einer Gesamtzeit von 9:26:01 Stunden auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Kanadierin Jen Annett nach 9:36:25 Stunden. (ab)

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