Hannelore Elsner drehte noch vor einem Monat in Frankfurt

Hannelore Elsner war eine der großen deutschen Schauspielerinnen. Jetzt ist sie im Alter von 76 Jahren gestorben. Zuletzt stand sie in Frankfurt vor der Kamera - für eine neue Tatort-Episode.

Hannelore Elsner drehte noch vor einem Monat in Frankfurt

Als „Die Kommissarin“ Lea Sommer ermittelte sie von 1994 bis 2006 für den Hessischen Rundfunk in Frankfurt, wurde für ihre Rolle 1995 als beste Seriendarstellerin mit dem Telestar-Preis ausgezeichnet. Jetzt ist Hannelore Elsner, eine der größten deutschen Schauspielerinnen, im Alter von 76 Jahren gestorben. Wie der Familienanwalt Matthias Prinz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte, sei Elsner „überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen“.

In dutzenden Filmen zu sehen

Neben ihrer Rolle als Frankfurter Kommissarin für den Hessischen Rundfunk spielte Elsner in dutzenden TV- und Kinofilmen mit, trat unter anderem im Tatort, der Fernsehserie „Irgendwie und sowieso“ aus den Achtzigerjahren und im Film „Die Unberührbare“ auf. Für letzteren gewann sie im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis. Elsners aktuellster Film „Kirschblüten und Dämonen“ läuft momentan in den Kinos. Es ist die Fortsetzung von Regisseurin Doris Dörries Drama „Kirschblüten - Hanami“ aus dem Jahr 2008.

Doch der Kinofilm war nicht ihre letzte Arbeit. Vor etwa einem Monat noch stand Elsner in Frankfurt vor der Kamera. Für eine neue Episode des Frankfurter Tatorts wurde vom 5. März bis 3. April in Frankfurt und der Umgebung gedreht - so kurz vor ihrem Tod. Noch ein letztes Mal schlüpfte Elsner dabei in die Rolle einer - diesmal längst pensionierten - Kommissarin, die dem Frankfurter Tatort-Team bei der Lösung eines alten Falls helfen soll.

„Hannelore Elsner ist jemand gewesen, der wie viele Menschen Kummer und Leid in ihrem Leben gehabt und das für ihre Kunst kreativ genutzt hat.“ - Liane Jessen, hr

Während ihre letzte Arbeit noch im Schnittstudio ist, trauern Fans, Politiker und Größen aus der Kulturszene um die Schauspielerin. „Ich finde, der Verlust für den deutschen Film ist immens“, sagt hr-Fernsehspielchefin Liane Jessen. „Hannelore Elsner ist jemand gewesen, der wie viele Menschen Kummer und Leid in ihrem Leben gehabt und das für ihre Kunst kreativ genutzt hat.“ Bundesaußenminister Heiko Maas bezeichnet Elsner als „eine Ikone des deutschen Films“ und macht auf einen weitere Herzensangelegenheit der Schauspielerin aufmerksam: „Sie setzte sich kraftvoll für den Zusammenhalt in unserem Land ein. Ihr Tod schmerzt.“

„Der Tatort mit Hannelore Elsner wird wie geplant laufen“, bestätigt Michael Draeger, Pressesprecher des Hessischen Rundfunks, gegenüber Merkurist. Die Dreharbeiten mit ihr konnten wie geplant abgeschlossen werden. Mittlerweile steht auch der Sendetermin fest. In einer ihrer letzten Rollen vor ihrem Tod können Fernsehzuschauer Elsner am Sonntag, 19. April 2020, zur Primetime sehen. Dann läuft der Frankfurt-Tatort „Die Guten und die Bösen“ in der ARD. (lo)

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