Was passiert mit dem Oberforsthaus?

In den Sechzigerjahren wurde das alte Oberforsthaus fast vollständig abgerissen. Seitdem liegt das Gelände der alten Gaststätte brach - und das, obwohl die Stadt seit langem einen neuen Investor sucht. Wie geht es weiter?

Was passiert mit dem Oberforsthaus?

290 Jahre ist es her, dass das Oberforsthaus im Frankfurter Stadtwald gebaut wurde. Was eigentlich als Quartier für den ersten Frankfurter Oberförster gedacht war, entwickelte sich bald zur beliebten Gaststätte. Doch heute ist von dem 1729 erbauten und gern besuchten Ort im Wald nicht mehr viel übrig.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Bauten auf dem Gelände zerstört, und auch nach dem Wiederaufbau blieben die Gäste aus — zu viel Verkehr schreckte die Besucher ab. In den Sechzigerjahren wurde das Oberforsthaus fast vollständig abgerissen. Das einzige Überbleibsel, ein alter Reitstall, verfällt seitdem. Und ein Investor, der das Gelände übernimmt, ist nicht in Sicht.

„Aussichtsreiche Verhandlungen“ geplatzt

Dabei versucht die Stadt bereits seit Jahren, das Gelände wiederzubeleben. Ein Hotel sollte darauf entstehen, ein Neubau, der die Überreste des Oberforsthauses einbezieht. Noch im April sah es so aus, als würde sich das Blatt nach Jahren des Wartens endlich wenden. In der Stadtverordnetenversammlung sagte Stadtrat und Baudezernent Jan Schneider (CDU) damals: „Derzeit steht das Amt für Bau und Immobilien in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem Interessenten.“

Doch die „aussichtsreichen Verhandlungen“ verliefen im Sand. „Auch nach der Setzung einer angemessenen Nachfrist hat der potenzielle Investor keinen Betreiber für ein Hotel an diesem Standort vorgestellt, der eine sichere Umsetzung eines Hotelbauvorhabens mit Einbeziehung der Bausubstanz des ehemaligen Oberforsthauses gewährleisten könnte“, erklärt Günther Murr, Sprecher des Baudezernats, das Scheitern der Verhandlungen.

Keine Hotelpläne mehr

„Ohne Investor und Betreiber lässt sich ein Hotelprojekt nicht realisieren.“ - Günther Murr, Sprecher Baudezernat

Von der Idee, ein Hotel auf dem Gelände entstehen zu lassen, nimmt die Stadt daher nun Abstand. „Seit die Stadt das Grundstück 2012 auf dem Weg der Zwangsversteigerung erworben hat, wurde mit mehreren potenziellen Investoren über ein Hotelprojekt gesprochen“, so Murr. Alle Interessenten hätten jedoch letztendlich von dem Vorhaben Abstand genommen. „Ohne Investor und Betreiber lässt sich ein Hotelprojekt nicht realisieren.“

Stattdessen wird der Magistrat schon bald eine Konzeptvergabe auf den Weg bringen, nach der das Grundstück im Erbbaurecht vergeben werden soll und „die nicht zwingend ein Hotel zugrunde legen wird“, so Murr. Wichtig ist dagegen ein anderer Punkt, den der künftige Investor auf dem Gelände des Oberforsthauses erfüllen muss: „Ein künftiger Investor muss unter anderem den Denkmalschutz für das vorhandene Gebäude berücksichtigen“, so Murr. Noch laufen allerdings die internen Abstimmungen über das weitere Vorgehen.

„Im nächsten Schritt werden die Bauten näher untersucht.“ - Günther Murr, Sprecher Baudezernat

Kritisiert wurde in der Stadtverordnetenversammlung von April übrigens, dass die übrige Bausubstanz des Oberforsthauses nicht gut genug gepflegt werde. In diesem Fall hat die Stadt bereits gehandelt: Buschwerk und Bäume wurden zurückgeschnitten, das Dach mit einer Plane gesichert. „Im nächsten Schritt werden die Bauten näher untersucht“, kündigt Murr an. „Das Amt für Bau und Immobilien wird in Absprache mit dem Denkmalamt ein Sanierungskonzept erstellen und umsetzen.“ (df)

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