5 Dinge, die sich in Frankfurt ändern werden

Wie wächst die Skyline? Was passiert am Terminal 3? Und welche Großprojekte stehen an? Diesen Fragen sind wir auf den Grund gegangen - und geben Euch einen Ausblick in die Zukunft Frankfurts.

5 Dinge, die sich in Frankfurt ändern werden

Im Wandel befindet sich eine so große Stadt wie Frankfurt wohl immer - und das ist auch nötig. Immer mehr Menschen zieht es zum Arbeiten und Leben in die Stadt, auf die Straßen und die Plätze. Damit das auch weiterhin reibungslos funktioniert, muss die Stadt mitwachsen. Aber wie verändert Frankfurt sich in den kommenden Jahren?

Die Skyline wächst…

Zunächst zur Skyline: Die wird in den kommenden Jahren immer weiter wachsen. Mitte des Jahres wird beispielsweise der Grand Tower fertiggestellt. 412 Apartments, ein 1000 Quadratmeter großer Garten auf dem Dach und ein eigener Concierge: Deutschlands bis dato höchster Wohnturm wird seit 2016 im Europaviertel gebaut und bietet vor allem für wohlhabendere Menschen Wohnraum.

Auch auf dem ehemaligen Campus Bockenheim wird aktuell gebaut: Dort entsteht bis Anfang 2020 das Hochhaus One Forty West. In dem rund 140 Meter hohen Turm werden ein Vier-Sterne-Plus-Hotel mit 430 Zimmern sowie 187 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Auch diese Wohnungen sollen recht hochwertig werden - sehr zum Unmut einiger Kritiker. Sie hatten gehofft, dass auf dem Gelände günstiger Wohnraum für Studenten entstehen würde.

Vier Hochhäuser entstehen auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bank. Dort wird der Komplex Four gebaut. 228 Meter hoch soll der Hauptturm werden. Zwei der Türme sollen Wohnraum bieten, dazu kommen Restaurants und Geschäfte. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand für 2023 geplant.

Ein Hochhaus mit gefördertem Wohnraum entsteht zumindest teilweise im Bahnhofsviertel: der Riverpark Tower mit den Riverpark Suites. Das ursprüngliche Hochhaus der Union lnvestment wird bis voraussichtlich 2021 komplett überarbeitet. Während im Tower vor allem Premium-Appartements entstehen, soll es in den angrenzenden Suites auch geförderten Wohnraum direkt am Mainufer geben.

… doch was ist mit bezahlbarem Wohnraum?

Sieht man sich das Einkommen an, haben 49 Prozent der Frankfurter Miethaushalte ein Anrecht auf eine Sozialwohnung - eigentlich. Denn davon gibt es in Frankfurt - genau wie bezahlbaren Wohnraum - viel zu wenig. Im vergangenen Jahr hat sich die Stadt deshalb darum bemüht, den Bau von Sozialwohnungen für Investoren attraktiver zu machen (wir berichteten).

Aber wo könnte nun bezahlbarer Wohnraum entstehen? Geplant sind solche Wohnungen beispielsweise auf dem Riedberg. Im Westflügel baut die ABG Frankfurt Holding, der Immobilienkonzern der Stadt, unter anderem 35 geförderte Wohnungen, die bis Sommer 2019 fertig werden sollen.

Auch in Niederrad entsteht gerade geförderter Wohnraum: Rund um ein bestehendes Bürohaus werden sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 227 Wohnungen gebaut. 30 Prozent davon werden wiederum im Frankfurter Familien- und Seniorenprogramm gefördert. Auch diese Wohnungen sollen Mitte 2019 fertig werden.

Ein neuer Stadtteil soll entstehen

Noch mehr Wohnraum könnte in Zukunft in dem umstrittenen neuen Frankfurter Stadtteil an der A5 entstehen. Rund 10.000 neue Wohnungen sollen im Frankfurter Norden zwischen Steinbach, Niederursel und Praunheim gebaut werden und so den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. „Die Quote der geförderten Wohnungen wird bei mindestens 30 Prozent liegen“, schreibt die Stadt auf ihrer Website zum Projekt. Die ABG Frankfurt Holding hatte im November 2018 bekannt gegeben, dass wesentliche Grundstücke auf der Fläche des geplanten Bezirks bereits gekauft seien.

Doch der Stadtteil stößt nicht bei jedem auf Begeisterung. Während die CDU der nordwestlichen Stadtteile kritisiert, dass dadurch ein Natur- und Erholungsgebiet zerstört sowie die dringend notwendige Frischluftschneise beeinträchtigt wird, haben andere Stadtteilgegner 15.000 Unterschriften gegen die Pläne per Petition gesammelt (wir berichteten).

„Für uns ist das kein Grund, etwas an den Plänen zu ändern.“ - Mark Gellert, Planungsdezernat

Ein Protest, auf den Mark Gellert, der Sprecher vom Planungsdezernat, entspannt reagiert. „Für uns ist das kein Grund, etwas an den Plänen zu ändern“, sagte er im Dezember gegenüber Merkurist. Laut Onlineauftritt der Stadt können dort - wenn alles glattläuft - „voraussichtlich ab 2025 die ersten Wohnungen erworben werden“.

Das Terminal 3: „Startschuss für den Rohbau“

Auch das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen nimmt immer weiter Form an. Es entsteht im Süden des Flughafens und soll allein mit dem ersten Bauabschnitt Kapazität für bis zu 14 Millionen Passagiere bieten. Gebaut wird das Terminal-Hauptgebäude mit zwei Flugsteigen und insgesamt 24 sogenannten Gate-Positionen. Und: In diesem Jahr starten die ersten Arbeiten am Rohbau.

„Das ist als Startschuss für den Rohbau von Pier H anzusehen.“ - Christian Engel, Fraport

Pier H ist zuerst dran. Seit der dritten Januar-Woche wird die Baustelle vom Auftragnehmer eingerichtet. „In den Folgetagen geht es dann mit ersten Vorarbeiten los“, sagt Christian Engel, Sprecher des Terminal 3 der Fraport, auf Anfrage von Merkurist.

Der Flugsteig daneben, Flugsteig J, wird laut Engel aber noch im ersten Halbjahr nachziehen. „Beim Flugsteig J läuft derzeit die Vergabe auf der Zielgeraden.“ Wann genau die Bauarbeiten dann starten liege in der Verantwortung des beauftragten Bauunternehmens. „Auf einer ähnlichen Zeitachse liegt auch der Start des Rohbaus vom Terminalhauptgebäude, mit dem beide Flugsteige verbunden werden.“

Weiter geht es nach den Rohbau-Arbeiten der beiden Piers mit dem „Fassadenbau und der technischen Gebäudeausstattung. Letztere beinhaltet die Gewerke Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär aber auch Maßnahmen wie die Gebäudeautomation“, erklärt Engel.

Läuft alles nach Plan, soll dieser Bauabschnitt des Terminal 3 2023 eröffnen. „Bauprojekten dieser Größe und Komplexität wohnt allerdings immer eine gewisse Dynamik inne“, schreibt die Fraport in einem Infotext auf ihrer Website. „Mit dem Fortschreiten des Bauprojekts wird sich das Bild hier weiter schärfen.“ Der zweite Bauabschnitt, Pier G, könnte laut Angaben Fraports sogar früher fertig werden: Der Flugsteig soll den Flughafen ab 2021, also noch vor der Fertigstellung des restlichen Terminal 3, entlasten.

Kommt die Regionaltangente?

Die Regionaltangente West (RTW) ist wohl eines der größten aktuellen Nahverkehrs-Projekte im Frankfurter Raum. Die seit den Neunzigern angedachte und immer konkreter geplante Bahnlinie, die in vier Streckenabschnitten von Bad Homburg über Sossenheim und Höchst zum Flughafen und bis nach Neu-Isenburg und Dreieich führen soll, befindet sich aktuell schon teilweise im Planfeststellungsverfahren.

Die Abschnitte Nord und Süd 1 wurden bereits beantragt, Mitte und Süd 2 ziehen laut Horst Amann, Geschäftsführer der RTW Planungsgesellschaft, im Frühsommer sowie im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres nach. Werden die Anträge bewilligt, hat die Planungsgesellschaft Baurecht für die RTW.

„Für mich und die Gesellschafter steht fest, dass die RTW gebaut werden soll.“ - Horst Amann, Geschäftsführer RTW Planungsgesellschaft

„Wir waren noch nie so weit wie jetzt“, sagt Amann gegenüber Merkurist. „Für mich und die Gesellschafter steht fest, dass die RTW gebaut werden soll.“ Auch wenn der formale Beschluss noch ausstehe, gehe er davon aus, dass an der grundsätzlichen Entscheidung, die RTW umzusetzen, nicht mehr gerüttelt werde.

Von der RTW sollen dann vor allem Pendler profitieren können. „Große Vorteile sind die Fahrzeitverkürzung und die Verbindungen aus dem Süden und Norden zum Flughafen“, so Amann. „Dazu kommt noch die Umsteigefreiheit - und das alles, ohne das Nadelöhr am Hauptbahnhof passieren zu müssen.“

„Bei der Planfeststellung gibt es immer eine gewisse Unwägbarkeit.“ - Horst Amann, Geschäftsführer RTW Planungsgesellschaft

Und wann könnten die Bauarbeiten starten? Keine leichte Frage, sagt Amann. „Bei der Planfeststellung gibt es immer eine gewisse Unwägbarkeit.“ Wenn alles gut laufe, sei ein Baubeginn des ersten Abschnitts im Jahr 2020 oder 2021 denkbar. Bis tatsächlich Züge auf der Regionaltangente unterwegs sind, wird es allerdings noch etwas dauern. „Bei gutem Verlauf wollen wir 2025 mit dem Betrieb beginnen“, so Amann. „Wenn es künftig keine größeren Hürden gibt, wäre das realisierbar.“

(rr)

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