Warum 2018 nur 65 Sozialwohnungen in Frankfurt gebaut wurden

2018 wurden nur 65 Sozialwohnungen in Frankfurt gebaut - das ergab eine Anfrage der Linken im Römer. Das Bündnis Mietentscheid kritisiert die Zahlen scharf. Wie passt das zur Ankündigung der Stadtpolitik, mehr für den Wohnungsmarkt zu tun?

Warum 2018 nur 65 Sozialwohnungen in Frankfurt gebaut wurden

In Frankfurt sind 2018 insgesamt 65 neue Sozialwohnungen und 218 Mittelstandswohnungen - also Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen - gebaut worden. Das hat eine Anfrage der Linken im Römer ergeben. Insgesamt sind in der Stadt 3519 neue Wohnungen gebaut worden.

Scharfe Kritik an diesen Zahlen kommt vom Bündnis Mietentscheid. Von einem „Desaster der Wohnungspolitik der Römer-Koalition“ spricht das Bündnis in einer Pressemitteilung. „Im Neubau entstehen kaum bezahlbare Wohnungen“, so der Sprecher des Mietentscheids, Alexander Passadakis.

„Man bekommt das Problem nicht durch Neubau in den Griff.“ - Alexander Passadakis, Bündnis Mietentscheid

Im Gespräch mit Merkurist ergänzt Passadakis seine Kritik. „Man bekommt das Problem nicht durch Neubau in den Griff. Natürlich ist Neubau ein Beitrag, aber das allein wird das Problem nicht schnell genug lösen.“ Der soziale Wohnungsbau sei ebenfalls vernachlässigt worden. Da viele Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, brauche es eine Erhöhung der Quoten. Es sollen also wieder mehr Wohnungen zu Sozialwohnungen erklärt werden.

Gut Ding will Weile haben

„Von der Planung bis zum Bau vergehen einige Jahre.“ - Mark Gellert, Planungsdezernat

Der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, verweist darauf, dass die Stadt nur die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau schaffen könne. Außerdem werde bei allen Neubaugebieten 30 Prozent geförderter Wohnraum geschaffen, aber das brauche Zeit. „Diesen Beschluss, dass wir das bei allen Gebieten machen, ist rund fünf Jahre alt. Von der Planung bis zum Bau vergehen einige Jahre.“

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hatte sich bereits zuvor im Interview mit Merkurist kritisch zu den Lösungsansätzen des Mietentscheids geäußert. Dieser hatte gefordert, dass die ABG keine frei finanzierten Wohnungen mehr baut, sondern nur noch geförderte. Josef dazu: „Die richtige Konsequenz wäre, dass man im Gleichklang im privaten Bereich und bei der ABG mehr bezahlbaren Wohnraum fördert.“

Der Streit, ob über die ABG mehr Wohnungen für eine Förderung zur Verfügung stehen sollen, oder ob Neubau der richtige Weg ist, geht offenbar weiter. Noch läuft die Prüfung der Forderungen des Mietentscheids im Rechtsdezernat. Wann diese abgeschlossen sein wird, ist nach Angaben der Sprecherin des Rechtsdezernats noch nicht absehbar. (ab)

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