Das hat es mit dem Leerstand in Niederursel auf sich

Ein Antrag im Ortsbeirat wirft die Frage auf, was die Stadt gegen den Leerstand in Niederursel tun kann. Aber stehen wirklich so viele Wohnungen im nördlichen Frankfurter Stadtteil leer?

Das hat es mit dem Leerstand in Niederursel auf sich

Bei einem Spaziergang durch Niederursel fallen sie einem schnell ins Auge. Leere Fenster, keine Gardinen oder Blumen hinter dem Glas. Auch im Ortsbeirat war der Leerstand schon Thema. In einem Antrag der CDU wird die Frage aufgeworfen, was für mehr Wohnraum anstelle von Leerstand getan werden kann. „Hat der Magistrat Kenntnis von diesen Leerständen?“ Und: „Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, Eigentümer zum Vermieten oder Verkaufen ihrer Liegenschaften zu bewegen?“, heißt es dort.

Wie kann Leerstand erfasst werden?

Mark Gellert, Sprecher des SPD-geführten Planungsdezernats, betont, dass es keine systematische Erfassung von Leerstand gibt. Derzeit habe die Stadt weder die rechtliche Möglichkeit, noch die Aufgabe, dies zu tun. Pläne, dies zukünftig zu ändern, gebe es aber bereits. Außerdem werde vom Dezernat schon länger eine Wiedereinführung des „Zweckentfremdungsverbots“ gefordert. „Das würde uns die Möglichkeit verschaffen, Leerstand systematisch zu erfassen“, so Gellert. Die Entscheidung über die Wiedereinführung liege aber bei der Landesregierung.

„Die neue Stabsstelle soll eine Art Kataster aufbauen, aber es ist noch nicht klar, wie wir das machen.“ - Mark Gellert, Sprecher Planungsdezernat

Auf kommunaler Ebene soll die Stabsstelle Mieterschutz helfen. „Die neue Stabsstelle soll eine Art Kataster aufbauen, aber es ist noch nicht klar, wie wir das machen.“ In einem solchen Kataster, einer Datenbank, könnten Besitzer, die aktuelle Nutzung und eben auch Leerstand von Wohnungen erfasst werden.

„Ich glaube, dass das eine subjektive Wahrnehmung ist.“ - Klaus Nattrodt, Ortsvorsteher Niederursel

Klaus Nattrodt, Ortsvorsteher von Niederursel, sieht den Leerstand in Niederursel weniger kritisch, auch wenn er selbst für die CDU im Ortsbeirat sitzt. So viel Leerstand gebe es auch nicht. „Ich glaube, dass das eine subjektive Wahrnehmung ist. Vielleicht fällt das dem einen mehr auf, dem anderen weniger“, erklärt Nattdrodt gegenüber Merkurist. Dass es den Leerstand gibt und dass etwas getan werden müsse, das sieht aber auch er so. Er vermutet, dass es viele kurzfristige Leerstände gibt.

„Die Wohnungsbaugesellschaften halten an ihren Kündigungsfristen fest.“ - Klaus Nattrodt, Ortsvorsteher Niederursel

Nierderursel sei ein Stadtteil mit einem hohen Durchschnittsalter. Wenn jemand verstirbt oder in ein Pflegeheim gehe, sehen die Wohnungen oft schnell aus, als stünden sie leer, obwohl sie eigentlich noch vermietet seien. „Die Wohnungsbaugesellschaften halten an ihren Kündigungsfristen fest“, erklärt Nattrodt. Da könnten schon mehrere Wochen oder Monate vergehen, bis eine freie Wohnung wieder bezogen werden könne. Doch es gebe auch einige Haus- und Wohnungsbesitzer, die ihre Häuser tatsächlich leer stehen ließen. „Aus welchem Grund auch immer“, so Nattrodt.

In einem solchen Fall könnten Maßnahmen des Magistrats helfen. Wie es weitergeht, soll am 13. Juni in der Ortsbeiratssitzung besprochen werden. Wenn der entsprechende Antrag dort angenommen wird, ist die nächste Station eine Besprechung in der Stadtverordnetenversammlung. Dort muss dann Planungsdezernent Mike Josef (SPD) Rede und Antwort stehen. (lo)

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