So wird das neue Schönhof-Viertel auf dem ehemaligen Siemens-Gelände

Aus Firmengelände wird Wohnviertel: Auf dem ehemaligen Siemens-Grundstück in Bockenheim sollen künftig 2000 neue Wohnungen entstehen. Wie das neue Viertel aussehen und wann es fertig sein soll, steht nun fest.

So wird das neue Schönhof-Viertel auf dem ehemaligen Siemens-Gelände

Bockenheim gilt als einer der beliebtesten Stadtteile Frankfurts. Immer mehr Menschen zieht es in den Stadtteil - Wohnraum ist also begehrt und wichtig. Auf dem ehemaligen Siemens-Gelände und einigen angrenzenden Grundstücken zwischen der Rödelheimer Landstraße im Norden, Bahngleisen im Osten und Süden sowie dem Gewerbegebiet an der Ludwig-Landmann-Straße im Westen soll deshalb ein neues Stadtviertel entstehen: das Schönhof-Viertel.

Insgesamt wird es auf dem Areal 2000 neue Wohnungen geben. 600 davon, also 30 Prozent, entstehen als geförderter Wohnraum zur Miete. Der restliche Wohnraum mischt sich aus zum einen frei finanzierte Mietwohnungen, zum anderen aus Eigentumswohnungen. Auch eine Kindertagesstätte, eine Schule und verschiedene Geschäfte sind geplant.

Die Optik des Zentrums steht fest

Verantwortlich für das Projekt sind die Nassauische Heimstätte und das Unternehmen Instone Real Estate. Sie haben am Donnerstag Neuigkeiten zum Projekt verkündet: Der Architektenwettbewerb für das Zentrum des Viertels ist abgeschlossen. Damit ist klar, wie es dort künftig aussehen soll. Es ist der erste Teil des Viertels, dessen Optik nun feststeht.

„Sie setzen den architektonischen Maßstab für das Schönhof-Viertel.“ - Constantin Westphal, Nassauische Heimstätte

Der europaweite Architektenwettbewerb, für den sich die Verantwortlichen auch mit der Stadt abstimmten, beschäftigte sich mit den ersten beiden Baufeldern. Den Zuschlag bekamen das Stuttgarter Büro „Ackermann und Raff“ und das Team der „Menges Scheffler Architekten“ aus Frankfurt. „Ihnen kommt nun eine bedeutende Aufgabe zu, setzen sie doch den architektonischen Maßstab für das Schönhof-Viertel“, so Constantin Westphal, Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte.

Frankfurt als deutschlandweiter Vorreiter

Aber wie sehen die Pläne der Architekten konkret aus? Das Zentrum, um das es geht, verbindet die Wohnquartiere im Osten und Westen des Viertels. Zwei Gebäude und der dazwischenliegende Quartiersplatz bilden das „städtebauliche Rückgrat“, wie es die Verantwortlichen am Donnerstag nannten.

Mit dem ersten Gebäude nimmt die Nassauische Heimstäte eine deutschlandweite Vorreiterrolle ein: Dort entsteht eine sogenannte horizontale Hybridschule. Das bedeutet: In den beiden unteren Geschossen entstehen eine Grundschule mit Sporthalle, darüber werden Wohnungen gebaut.

Inspiriert ist der Entwurf zur horizontalen Hybridschule von Schulen in den Niederlanden und Skandinavien. „Wir haben einen großen Bedarf an Wohnungen und Schulen“, sagt Baudezernent Jan Schneider (CDU) zur geplanten Schule. „Die Wettbewerbsbeiträge haben uns gezeigt, dass es sehr gute Lösungen gibt, um eine Schule, Sportflächen und Wohnungen gemeinsam in einem Gebäudekomplex unterzubringen.“

Supermärkte, Gastro, Kita und Wohnungen

„Ich bin überzeugt davon, dass das Schönhof-Viertel neue Maßstäbe setzen wird.“ -Planungsdezernent Mike Josef

Auch das zweite Gebäude im Zentrum wird verschiedene Aufgaben erfüllen. Mit zwei Supermärkten, mehreren Geschäften, Restaurants, Arztpraxen, Büros und einer Kindertagesstätte soll die Nahversorgung im Viertel gesichert werden. Die restlichen Flächen werden zu Wohnungen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Schönhof-Viertel als familienfreundliches Wohnquartier mit hoher Aufenthaltsqualität auch in städtebaulicher Hinsicht neue Maßstäbe setzen wird“, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) zu den Bockenheimer Bauplänen.

Die ersten Bauanträge werden laut einem Sprecher der Nassauischen Heimstätte noch in diesem Jahr eingereicht. Fertiggestellt soll das Viertel dann in fünf Jahren, also 2024, sein. Wie der Rest des Viertels aussehen wird, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Für die Zukunft sind noch weitere Wettbewerbe geplant, die sich dann mit der Gestaltung der anderen 15 Baufelder befassen. Für Baufelder entlang der Schienen im Osten können Architekten aktuell Vorschläge einreichen. Die Entscheidung dazu wird voraussichtlich im Sommer gefällt. (lo)

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