So wird der Frankfurter ÖPNV 2019 weiter ausgebaut

Straßenbahnen fahren zukünftig längere Strecken und sind mit mehr Wagen ausgestattet. Zudem bekommt Niederrad einen eigenen Stadtteilbus. Kapazitäten nach oben seien trotz voller Straßen laut Vertretern der Stadt und Verkehrsgesellschaft möglich.

So wird der Frankfurter ÖPNV 2019 weiter ausgebaut

Wie auch die Stadt wächst die Zahl derjenigen, die den Frankfurter ÖPNV nutzen. Im vergangenen Jahr sind Fahrgäste rund 246,7 Millionen Mal mit dem Bus, der Straßen- oder der U-Bahn in Frankfurt gefahren.

Das ist im Vergleich zu 2017 ein Anstieg von sechs Prozent. Obwohl sich der Verkehsdezernent und Vertreter der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq über diese Entwicklung freuen, so bedeutet der Fahrgastanstieg auch neue Herausforderungen. „Wir müssen mehr Kapazitäten zur Verfügung stellen“, sagte Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold bei einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag.

Das kommt auf die Fahrgäste zu

Mit der Fahrplanänderung zum 15. Dezember 2019 soll dies ein Stück weit getan werden. Dafür investiert die Stadt rund 3,6 Millionen Euro. Doch was bedeutet die Fahrplanänderung für Fahrgäste?

„Das musste sich erstmal einer merken.“ - Tom Reinhold, Traffiq-Geschäftsführer

Im Bereich um den Hauptbahnhof und im Gallus sei die Anzahl der Fahrgäste besonders stark gestiegen. Deshalb werden dort die Strecken bestehender Straßenbahnen verlängert und die Bahnen im dichteren Takt fahren gelassen. So werden die Bahnen der Linie 14 nicht wie derzeit am Gustavsburgplatz enden, sondern bis zur Mönchhofstraße durchfahren.

Auch die Bahnen der Linie 21 werden nun immer bis Nied-Kirche fahren und nicht nur zu den Hauptverkehrszeiten. Dies löse auch gleich das Problem vieler Fahrgäste, die nicht wussten, wann die Bahnen mit der Nummer 21 bis wohin fahren. „Das musste sich erstmal einer merken“, gestand Reinhold ein. Auch der Takt auf den beiden Linien wird sich verdichten. Die Straßenbahnen sollen zukünftig auf „U-Bahn-Niveau“ alle 7,5 Minuten abfahren.

Samstags werden Bahnen häufiger fahren

Doch nicht nur an der Mainzer Landstraße entlang werden öfter Straßenbahnen fahren. Auch im Rest des Stadtgebiets wird es vor allem samstags etwas am Takt geändert. So werden die Bahnen der Linien 12, 17 und 18 alle zehn Minuten abfahren. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) verweist dabei auf das Gedränge an der Station an der Konstablerwache am Samstag. Perspektivisch wolle man alle Straßenbahnen alle zehn Minuten - wenn nicht öfter - fahren lassen, fügt Reinhold hinzu.

Auch die Mehrzahl der Busse wird mit dem Fahrplanwechsel öfter an einer Haltestelle abfahren. Dabei gelte für die Abstände zwischen den Fahrtzeiten: „Wir wollen von den krummen - zum Beispiel 7,5 Minuten - auf die geraden Takte, wie 5 und 10 Minuten kommen“, sagte Reinhold.

Zudem können sich die Niederräder auf einen eigenen Bus freuen. Er wird die Nummer 84 tragen und alle 30 Minuten quer durch Niederrad fahren. Damit sollen laut Reinhold längere Fußwege zur Straßenbahn- und S-Bahn-Station wegfallen. Zudem wird Ende 2019 die S-Bahn-Station Gateway Gardens in Betrieb genommen. Damit wird sich auch die Route der Buslinien 61 und 71 leicht verändern. Busse beider Linien sollen zudem häufiger fahren.

Bei alledem werden laut Oesterling die Richtlinien hinsichtlich der Feinstaubbelastung nicht vergessen. Mehr als 17 E- und Wasserstoffbusse seien bereits bestellt und die Busse, die durch die Kernstadt fahren, größtenteils auf Euro-6-Diesel umgerüstet worden.

„Mit diesen Beschaffungen haben wir die Grundlage gelegt, um die wachsende Nachfrage abzufangen.“ - Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent

Um mehr Leute von A nach B zu transportieren, plant die Stadt zudem für rund 170 Millionen Euro neue Bahnwagen zu kaufen. Bis zum Frühjahr 2020 sollen 22 U-Bahnwagen ausgeliefert werden. Mit diesen sollen vor allem die Bahnen der Linien U7 und U2, aber auch die U5 verlängert werden. Etwa ein Jahr später (im Frühjahr 2021) wird die Stadt zudem voraussichtlich um 43 Straßenbahnwagen reicher sein. „Mit diesen Beschaffungen haben wir die Grundlage gelegt, um die wachsende Nachfrage abzufangen“, sagte Oesterling.

Luft nach oben sei noch da

Kapazitäten, um die Busse und Bahnen in einem noch dichteren Takt fahren zu lassen, bestünden laut den Verkehrsexperten. Doch dafür müsse der ÖPNV zukünftig im Straßenverkehr priorisiert werden - beispielsweise durch eigene Fahrbahnen oder entsprechende Lichtsignale.

Auch plant Oesterling, die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof von derzeitigen zwei Gleisen auf vier auszubauen. Doch dies ist noch Zukunftsmusik. Zuvor muss der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung erst einmal den konkreten Veränderungen für den kommenden Fahrplanwechsel zustimmen. (mr)

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