„Dafür braucht Ihr keinen Löwen“: Drei Frankfurter bei „Höhle der Löwen“

Am Dienstag stellten drei Frankfurter ihre Erfindung in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ vor. Wie kam ihre Idee bei den Investoren an? Und wie geht es jetzt für sie weiter?

„Dafür braucht Ihr keinen Löwen“: Drei Frankfurter bei „Höhle der Löwen“

Drei Frankfurter Gründer haben sich am Dienstag in der gleichnamigen Vox-Sendung in die „Höhle der Löwen“ gewagt. Von ihrer Erfindung, einem ausklappbaren Lastenrad, wollten sie die fünf Investoren in der Jury überzeugen. Ihr Wunsch-Deal: 500.000 Euro für 15 Prozent Firmenanteile.

„Wir haben das Rad neu erfunden.“ - Die „Convercycle“-Gründer im Pitch

„Wir haben das Rad neu erfunden“ — mit diesem Satz begannen David Maurer-Laube und Robert Kratz, zwei der drei Gründer, den Pitch ihres Produkts. Ihre Grundstimmung: durchweg positiv. „Wir haben ein Spitzenprodukt und das wird die Löwen mit Sicherheit begeistern“, sagte Hubertus Osterwind, der dritte Gründer, im Vorfeld.

Was steckt hinter der Erfindung?

Aber was ist so neu am Frankfurter Fahrrad? Das „Convercycle“, nach dem auch die Firma der drei Unternehmer benannt ist, ist City- und Lastenrad in einem. Mit einem Handgriff wird aus dem normalen Rad ein Fahrrad „mit Kofferraum“, wie die Gründer im Pitch sagten. Das Hinterrad rutscht dann nach hinten, zwischen Reifen und Sattel wird ein Lastenkorb ausgeklappt.

„Wir haben uns damit befasst, wie man Mobilität in der Stadt neu denken und Probleme lösen kann, die jeder beim Fahrradfahren hat“, sagte Kratz. Denn selbst für eingefleischte Radfahrer werde der Transport von Paketen, Getränkekisten und Co. zum Problem, das mit einem einfachen Stadtrad schlecht zu lösen ist.

Kleiner Unfall im Studio

„Man muss mit ein bisschen mehr Schwung fahren.“ - Georg Kofler

Für die Investoren eine spannende Idee. Georg Kofler wollte sich das Rad genauer anschauen. „Ich will wissen, wie das Fahrgefühl ist“, sagte er, dann saß er auf dem Fahrrad. Sein erster Versuch endete mit einem kleinen Unfall: Weil er die Kurve nicht bekam, stieß er gegen eine der Studiostufen — das Rad fiel um. Beim zweiten Versuch lief es besser. Sein Fazit: „Fühlt sich gut an — man muss mit ein bisschen mehr Schwung fahren.“

Dass sich das Convercycle im ausgeklapptem Zustand vom Radius her wie ein Tandem fährt, sah Investor Nils Glagau kritisch — denn für Ungeübte könne das erstmal schwierig sein. Und das ist nicht der einzige Kritikpunkt, den Glagau hatte: „Da bin ich mal provokativ“, kündigte er an, „denn Anhänger gibt es ja schon.“ Für die Gründer kein Ausschlusskriterium: Denn ihr Rad habe einige Vorteile gegenüber Anhängern. Diese habe man nicht immer dabei, müsse sie extra verstauen. Anders beim ausklappbaren Fahrradkofferraum.

Bisher sind die Gründer mit ihrem Startup schon recht erfolgreich: Wie sie in der Sendung sagten, haben sie allein in den sechs Wochen seit dem Launch 350.000 Euro Umsatz gemacht. 1799 Euro kostet das Standard-Convercycle, das mit E-Antrieb kostet 1000 Euro mehr. Von einem Investor wünschen sich die Gründer Unterstützung beim strukturierten Aufbau der Firma — denn die Nachfrage steige schnell.

„Genau da sehe ich das Problem“

Doch genau dieser Wunsch war für einige der Löwen Grund, nicht einzusteigen. „Genau da sehe ich das Problem“, sagte Ralf Dümmel. „Ihr sucht jemanden, der Euch mit Erfahrung und Geld hilft, das Unternehmen groß zu machen“ — dabei sei die Firma mit 3,3 Millionen Euro schon sehr hoch bewertet. Auch Carsten Maschmeyer passte. Er habe bereits zu viele Misserfolge auf dem Fahrradmarkt erlebt. Nils Glagau glaubt nicht an die große Zukunft des neuen Fahrradtyps, Dagmar Wöhrl ist der Markt rund ums Rad zu fremd.

„Ich möchte dann schon mehr machen, als Euch nur zu sagen, wie Ihr Eure Abteilungen organisieren sollt.“ - Georg Kofler, Unternehmer und Investor

Und Kofler, der das Fahrrad ausprobiert hat? Er hatte zunächst viel Lob für die drei Frankfurter übrig. „Ihr macht einen wirklich kompetenten Eindruck“, sagte er. Es mache Spaß, den Gründern dabei zuzusehen, wie sie das Produkt präsentieren. Doch auch für ihn sei das Unternehmen nicht das richtige. „Natürlich könnten wir euch helfen beim Strukturieren der Firma, aber dafür braucht Ihr keinen Löwen“, begründete der Investor seine Entscheidung — denn dafür gebe es Unternehmensberatungen. „Ich möchte dann schon mehr machen, als Euch nur zu sagen, wie Ihr Eure Abteilungen organisieren sollt.“

So geht es für die Frankfurter weiter

„Wir werden jetzt etwas länger strampeln müssen, aber wir werden Erfolg haben.“ - Hubertus Osterwind, Gründer „Convercycle“

Also kein Deal für die drei Frankfurter — die bleiben aber bei ihrer positiven Einstellung. „Wir werden jetzt etwas länger strampeln müssen, aber wir werden Erfolg haben“, so Osterwind nach der Show. „Vielleicht nicht so schnell, wie wir uns das mit einem Löwen an Bord gewünscht hätten, aber das wird uns nicht aus der Bahn werfen.“

Statt mit einem Löwen an der Seite treiben die drei Gründer ihr Unternehmen nun mit einer Crowdinvesting-Kampagne voran. Wie „Wiwin“, eine Online-Plattform für nachhaltige Investments, am Mittwoch bekannt gab, wollen die Gründer den Start der Serienproduktion unter anderem darüber abwickeln. Interessierte Anleger können sich dort ab 500 Euro an dem Startup beteiligen. (ms)

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