Jürgen Habermas spricht an der Goethe-Universität

Der berühmte Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas gehört zu den Weltstars seines Fachs. Am Mittwoch, einen Tag nach seinem 90. Geburtstag, hält er einen Vortrag an der Goethe-Universität.

Jürgen Habermas spricht an der Goethe-Universität

Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas kommt einen Tag nach seinem 90. Geburtstag zu einem Vortrag an die Goethe-Universität zurück. Unter dem Titel „Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit“ soll ein Thema der praktischen Philosophie im Mittelpunkt des Vortrags stehen. „Ausgehend von der Kontroverse zwischen Kant und Hegel stellt er die Frage, wie sich die Prinzipien moralischer und politischer Autonomie zu der ,sittlichen’ Realität historisch situierter Gemeinwesen verhalten“, heißt es in der Ankündigung zu der Veranstaltung.

Aber auch für alle, die sich nicht so intensiv mit Kant und Hegel beschäftigt haben wie Habermas, könnte der Vortrag interessant sein. Denn Habermas gehört zu den Weltstars der Philosophie. Seine „Theorien des Kommunikativen Handelns“ beeinflusste philosophische Diskussionen weltweit. Damit wollte Habermas dazu beitragen, die Gesellschaft, in der wir leben, besser zu verstehen. Seine Bedeutung für die Philosophie ist praktisch mit der von Stephen Hawking für die Physik vergleichbar.

Der 1929 in Düsseldorf geborene Habermas arbeitete unter Theodor W. Adorno - einem der Mitbegründer der Frankfurter Schule - in Frankfurt als Stipendiat und Wissenschaftsassistent. Von 1964 bis 1971 hatte er den Doppellehrstuhl für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität inne. Die 68-er Protestbewegung unterstützte er zudem aktiv mit Forderungen für Reformen im Bildungswesen. Von den radikalen Linken distanzierte er sich aber aufgrund von deren Umgang mit Gewalt. In den Jahren ab 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 lehrte Habermas in Frankfurt als Professor für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozialphilosophie.

„Wir können uns glücklich schätzen, ihn zu haben, und ich wünsche ihm viele weitere gesunde und hellwache Jahre.“ - Angela Dorn, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Birgitta Wolff, betonte zu seinem 90. Geburtstag die Bedeutung von Habermas Ideen: „Wir brauchen den vernunftgeprägten Diskurs, wie Habermas ihn in seiner Theorie des kommunikativen Handelns formuliert hat.“ Angela Dorn, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, unterstrich ebenfalls Habermas Beiträge zu gesellschaftlichen Debatten. „Wir können uns glücklich schätzen, ihn zu haben, und ich wünsche ihm viele weitere gesunde und hellwache Jahre“, so Dorn.

Der Vortrag von Habermas findet am 19. Juni um 18 Uhr im Hörsaal HZ 1 der Goethe-Universität statt. Der Hörsaal befindet sich am Campus Westend, der Eintritt ist frei. Veranstalter des Vortrags sind der Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Leibniz Forschungsgruppe Transnationale Gerechtigkeit. (nm)

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