Hier findet man „Lost Places“ in Frankfurt

In Großstädten herrscht der Puls der Zeit: Überall wird gearbeitet, gebaut, modernisiert. An manchen Orten jedoch scheint die Zeit stillzustehen und nur noch ein paar Überreste zeugen von einer vergessenen Vergangenheit - sogenannte Lost Places.

Hier findet man „Lost Places“ in Frankfurt

Graffitis zieren ihre Mauern, Müll und Schmutz bedecken den Boden und Efeu wächst aus eingeschlagenen Fenstern hervor. Es ist oft so ruhig, dass man nur das eigene Atmen hört und jeder Schritt hallt so laut wider, dass es jeder in einem Kilometer Umkreis hören könnte. Wenn Ihr Euch an einem solchen Ort befindet, habt Ihr eine der unzähligen Baustellen, die Frankfurt diesen Sommer überwuchern, weit hinter Euch gelassen und einen Lost Place, also vergessenen Ort, aufgesucht. Hierbei handelt es sich um Plätze, die von Menschen seit Jahren nicht mehr genutzt werden und nun langsam verfallen. Im Folgenden zeigen wir Euch ein paar solcher Orte inmitten Frankfurts.

Radiosender Heiligenstock

Trockene Gräser, summende Fliegen und kreisende Vogelschwärme am Himmel - die weiten Felder am Heiligenstock erinnern fast ein wenig an die Prärie des Wilden Westens. Wenn man den kleinen Weg neben dem Alten Zollhaus am Rande der Friedberger Landstraße einschlägt, gelangt man durch diese Landschaft irgendwann zu den Überresten eines alten Radiosenders. Er wurde vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren sowie in der Nachkriegszeit genutzt, allerdings in den 1960er-Jahren endgültig stillgelegt. Heute stehen nur noch ein paar mit Graffiti besprühte Fundamente auf dem trockenen Boden.

Botanischer Garten

Wenn der Mensch seinen Einfluss bei manchen Orten aufgibt, erobert die Natur ihr einst verlorenes Terrain wieder gemächlich zurück. Dies gilt auch für die ehemaligen Gebäude der Biologischen Insitute in der Siesmayerstraße am Palmengarten, wo Sträucher, Efeu und Bäume den Blick auf die Häuser beinahe vollständig verschleiern. Sie teilen sich das Gelände ebenfalls mit dem Botanischen Garten Frankfurts, welcher einen vielfältigen Bestand aus 5.000 Baumarten und Pflanzen bietet.

Sportplatz im Nordpark

Wenige Bewohner Frankfurts verirren sich in den Nordpark, der sich zwischen Bonames und dem Frankfurter Berg an den Niddaufern erstreckt. Höchstens der einige hundert Meter entfernte Alte Flugplatz ist vielen Frankfurtern ein Begriff. Versteckt in den kleinen Baumgruppen innerhalb des Parks findet man einen verwahrlosten Sportplatz, der seine besten Jahre bereits hinter sich hat. Den Basketballkörben und Fußballtoren fehlen die Netze und das rote Gummi des Platzes ist an den meisten Stellen schon vollständig abgenutzt.

Das U60311

Zugegeben - der umliegende Goetheplatz und die Hauptwache sind alles andere als Lost Places, doch trotzdem sind die verlassenen Hallen des ehemaligen Technoclubs U60311 eine Erwähnung in dieser Liste wert. Bis 2012 war er einer der größten im Rhein-Main-Gebiet und wurde sogar in weltweiten Auflistungen in die Top 100 der besten Clubs gewählt. Nachdem ein Gast von Türstehern zu Tode geprügelt worden war, waren die besten Tage des Clubs jedoch gezählt. An den zwei kastenförmigen Eingängen am Roßmarkt kann man allerdings immer noch täglich vorbeilaufen.

Bunker Römerstadt

Flankiert von den beiden Brücken der Rosa-Luxemburg-Straße erhebt sich an der U-Bahn-Station Römerstadt in der Hadrianstraße ein großer viereckiger Bunker. Mit unzähligen Graffitis verziert hat dieser kaum noch eine Funktion — außer mit oben angebrachten Schildern den oberhalb vorbeikommenden Autos den Weg ins Nordwestzentrum zu zeigen oder sie nach dem dortigen Besuch zu verabschieden. Ein Blick in den Bunker hinein bleibt den meisten aufgrund der verschlossenen Türen wohl verwehrt. (ab)

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