Mordfall Tristan: „Wir möchten, dass der Täter nicht zur Ruhe kommt“

Der Fall des ermordeten Frankfurters Tristan Brübach im Jahr 1998 sorgt auch nach Jahren für Erschütterung bei vielen Frankfurtern. Eine Gruppe von Freiwilligen hat es sich nun zum Ziel gesetzt, seine Geschichte weiter zu verbreiten.

Mordfall Tristan: „Wir möchten, dass der Täter nicht zur Ruhe kommt“

Tristan Brübach - ein Name, den viele Frankfurter nicht vergessen können. Viel zu grausam war der Mord an dem damals 13-jährigen Jungen aus Höchst. Denn nachdem sich der Jugendliche am 26. März 1998 von der Schule auf dem Weg zum Arzt machte, kam er dort niemals an. Stattdessen wurde seine schrecklich zugerichtete Leiche im Liederbach-Tunnel gefunden. Nicht nur, dass er kaltblütig ermordet wurde - die Art und Weise, wie es geschah, ist bis heute zutiefst verstörend.

Leiche von anderen Kindern gefunden

Der Täter schnitt dem Schüler die Kehle auf, nahm ihm Hoden und einzelne Hautpartien ab. Diese packte er, so vermuten Ermittler, in den Schulranzen des Jungen und nahm sie mit. Die Schuhe platzierte der Mörder auf den Schnittwunden des Opfers. Zurück ließ er eine verstümmelte Leiche, die von Kindern beim Überqueren des Tunnels gefunden worden ist. Von dem Täter keine Spur - bis heute.

Mittlerweile sind mehr als 20 Jahre nach dem grausamen Tod von Tristan vergangen. Viele erinnern sich, andere kennen den Fall auch nur aus den Medien und Erzählungen, denn bei dieser Tat soll es sich um ein weltweit einzigartiges Verbrechen handeln.

Bürgerinitiative errichtet Gedenkstätte

„Eine Verlängerung der Ruhefrist war leider nicht möglich“ - Anonyme Mitinitiatorin

Aus Tristans Familie ist niemand übriggeblieben. Seine Mutter war bereits Jahre vor dem Vorfall tot und der Vater starb im Jahr 2015. Unter diesen Umständen konnte sich auch niemand aus der Verwandtschaft um Tristans Grab, nachdem die Ruhefrist im März 2018 abgelaufen war, kümmern.

Das änderte eine Gruppe von Bürgern, die sich wegen Tristans Tod letztes Jahr zusammengeschlossen hat. Die sorgte nämlich dafür, dass eine Gedenkstätte, die anhand von Spenden finanziert wurde, für Tristan - gar nicht so weit von seinem ursprünglichen Grab - auf dem Höchster Friedhof errichtet worden ist. „Eine Verlängerung der Ruhefrist war leider nicht möglich“, erzählt eine der Initiatoren, die anonym bleiben möchte.

Hoffnung auf Aufklärung lebt weiter

„Wir fühlen uns verpflichtet. Er hat ja niemanden mehr.” - Anonyme Mitinitiatorin

Insgesamt 30 Menschen, darunter Fremde und auch Personen, die Tristan persönlich kannten, haben es sich zum Ziel gemacht, an den Fall regelmäßig zu erinnern. „Wir fühlen uns verpflichtet. Er hat ja niemanden mehr.“ Mit einer Facebook-Seite, die den Namen Mordfall Tristan - wir vergessen nie trägt, versuchen sie auf den Fall weiterhin aufmerksam zu machen. Neben Informationen über Tristan und seinen Tod, beinhaltet die Seite auch ein Titelbild mit einem Phantombild des Täters sowie seine Beschreibung.

Fall schreckt viele Menschen ab

„Es ist sehr wichtig, dass unsere Facebook-Seite geteilt wird“, sagt die Person. Auch wenn der Fall ein großes Medienecho auslöste, gebe es noch Menschen, die die tragische Geschichte nicht kennen. Es gebe aber auch einige Personen, die den Fall einfach nur meiden, weil die Geschichte abschreckt, so die Initiatorin. „Der dunkele Tunnel, die Art wie Tristan getötet worden ist - wenn man davon erzählt, gibt es Menschen, die es nicht hören wollen.“

„Wir möchten, dass der Täter nicht zur Ruhe kommt.” - Anonyme Initiatorin

Doch bei ihrer Tätigkeit stoßen sie auch auf Gegenstimmen. Viele Menschen werfen der Gruppe vor, sie würden die Totenruhe Tristans stören. Außerdem werde oft der Verdacht geäußert, dass der Mörder tot sein könnte. Auf diese Stimmen möchten die Initiatoren allerdings nicht hören. Denn so lange der Fall nicht aufgeklärt werden kann, möchte die Gruppe weiterhin versuchen für Gerechtigkeit zu sorgen. „Wir möchten, dass der Täter nicht zur Ruhe kommt“, erzählt die anonyme Stimme am Telefon. Auch die Gerüchte, dass die Polizei die Suche aufgegeben habe, seien nicht wahr, denn „Mord verjährt nicht“.

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