Schlangenbabys in Frankfurt - Passiert das öfter?

Mitte August wurden Schlangenbabys auf dem Gelände eines Kindergartens gefunden. Dieses Mal waren es ungefährliche Würgeschlangen. Aber es hätte auch anders kommen können.

Schlangenbabys in Frankfurt - Passiert das öfter?

Als Mitte August einige Schlangenbabys auf dem Gelände eines Kindergartens in der Fritz-Tarnow-Straße gefunden wurden, war die Verwunderung groß. Denn die erst wenige Tage alten Tiere der Spezies Boa Constrictor sind in unseren Breitengraden nicht heimisch. Die Feuerwehr rückte an, ein Kurator der Frankfurter Zoos nahm die Tiere in Augenschein. Aber kommt es häufiger vor, dass Schlangen in Frankfurt gefunden werden?

„Das passiert nur ganz selten.“ - Caroline Liefke, Frankfurter Zoo

Caroline Liefke vom Frankfurter Zoo verneint. „Das passiert nur ganz selten, da führen wir keine Statistik drüber“, erklärte die Pressesprecherin des Zoos. Eine Nachfrage im Exotarium des Zoos ergab: Immerhin schon drei Mal musste der zuständige Kurator dieses Jahr ausrücken, um Schlangen zu begutachten.

Was danach passiert, hängt davon ab, um was für eine Schlangenart es sich handelt, sagt Liefke: „Giftige Arten kommen zu uns. Wenn es welche sind, die sonst auch gehalten werden, kommen sie ins Tierheim.“ So auch bei den Baby-Boas. Da es sich um Würgeschlangen handelt, deren Haltung in Deutschland erlaubt ist, wurden sie dem Tierheim Fechenheim übergeben.

Dort warten noch sieben von ihnen auf neue Besitzer. Sechs sind in der Zwischenzeit verstorben, eine der überlebenden ist noch nicht „fresssicher“, wie Sabine Urbainsky, Leiterin des Heims, erklärt. Derzeit komme es oft vor, dass Schlangen im Heim abgegeben werden, so Urbainsky. In den allermeisten fällen seien es Fundtiere. Aber auch, wenn Schlangen nicht so beliebt sind, wie Hunde oder Katzen, immer wieder interessieren sich Menschen dafür, eines der Reptilien zu adoptieren. Für die sechs überlebenden Schlangen aus dem Fund in Dornbusch besteht also Hoffnung.

Manche Schlangen bleiben

„Oft werden die Tiere ausgesetzt, wenn sie ihren Besitzern zu groß geworden sind.“ - Madeleine Martin, Landestierschutzbeauftragte

Im aktuellen Fall waren es keine giftigen Schlangen, die gefunden wurden. Aber auch gefährlichere Arten werden ausgesetzt. Dann empfiehlt Madeleine Martin, Tierschutzbeauftragte des Landes Hessen, Polizei, Feuerwehr oder Veterinäramt zu informieren: „Ich würde nicht dazu raten, sie einzufangen“, betont Martin. Dass exotische Schlangen in freier Wildbahn vorkommen, passiere immer wieder und habe verschiedene Gründe. „Oft werden die Tiere ausgesetzt, wenn sie ihren Besitzern zu groß geworden sind“, sagt Martin.

Dass die Tiere dann noch weiterwachsen, ist unwahrscheinlich. Für die meisten Schlangenarten, die als Haustiere gehalten werden, sind die Winter in Frankfurt zu kalt. Vorkommen kann es aber: „Es ist absolut individuell, ob Tiere überleben. Das kommt darauf an, wie sie aufgezogen und gefüttert wurden“, betont Martin.

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