Frankfurter Zoo will durch Umbau weltweit einzigartig werden

Der Zoo Frankfurt und die Stadt möchten sich für die Zukunft aufstellen und ein weltweit einzigartiges Konzept umsetzten. Schon bald könnte es in Frankfurt ein Jugend- und Kindertheater im Zoo geben.

Frankfurter Zoo will durch Umbau weltweit einzigartig werden

Der Frankfurter Zoo soll fit für die Zukunft gemacht werden und möchte dabei eine klare Botschaft senden: Biodiversität muss trotz des Klimawandels bestmöglich erhalten bleiben und mit diesem Gedanken sollen schon die Jüngsten der Bevölkerung in Kontakt kommen. Architektonisch soll dies mit dem Bau eines neuen Kinder- und Jugendtheaters im Gesellschaftshaus des Zoos und einem Neubau am Osteingang, in das ein „Conversation Center“ ziehen soll, umgesetzt werden.

Dafür investieren Stadt und die anderen Beteiligten insgesamt mehr als 70 Millionen Euro. Bevor mit der detaillierten Planung begonnen werden kann, muss die Stadtverordnetenversammlung dem Konzept allerdings noch zustimmen.

Frankfurt zur Hauptstadt des Naturschutzes

Das neue Conversation Center soll voraussichtlich ab dem Jahr 2021 gebaut werden. Obwohl das genaue Design des Gebäudes noch nicht klar ist, soll sich das Center an die Straßenform anpassen und in einer „Boomerang-Form“ gebaut werden, sagt Andreas Schröder, Gesellschaftsführer des Projektentwicklers, der MBF GmbH, bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag. Das Gebäude solle sehr modern sein. Im Inneren werden Räume für die Mitarbeiter der Zoo-Verwaltung und der Zoologischen Gesellschaft errichtet. Auch wird es unter dem Dach Wohnungen für Zoo-Mitarbeiter und deren besondere Gäste geben.

„Wir wollen Frankfurt so zur Hauptstadt für Fragen des weltweiten Arten- und Naturschutzes machen.“ - Michael Brombacher, Zoologische Gesellschaft Frankfurt

Für Michael Brombacher und das restliche Team der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt bedeutet der Bau des Conservation Centers viel. Es gibt der Gesellschaft die Möglichkeit, im internationalen Vergleich eine bedeutende Einrichtung zu werden. „Wir wollen Frankfurt so zur Hauptstadt für Fragen des weltweiten Arten- und Naturschutzes machen“, sagt Brombacher. Denn in dem Neubau sollen zukünftig Wissenschaftler auf Aktivisten des Naturschutzes treffen und so ein Expertenzentrum für Biodiversität und den Umweltschutz kreieren.

„Wir müssen uns deutlich in Richtung Naturschutz entwickeln.“ - Zoo-Direktor Miguel Casares

Dies passt auch in das Konzept des Zoos. „Wir müssen uns deutlich in Richtung Naturschutz entwickeln“, sagt Zoo-Direktor Miguel Casares. „Die Lage da draußen hat sich katastrophal entwickelt.“ Deshalb müssen Vertreter des Zoos Botschaften für den Naturschutz in die Welt transportieren, so Casares.

Sich selbst ausdrücken und Naturschutz unterstützen

Ein Weg, um dies zu tun, sieht der Zoo-Direktor in dem neuen Kinder- und Jugendtheater, das im Gesellschaftshaus des Zoos errichtet werden soll. Diese Kombination sei nicht nur sinnvoll, sondern weltweit einzigartig, sagt Casares. Das sieht auch Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) so. Doch sie verfolgt mit dem Bau des Kinder- und Jugendtheaters noch ein weiteres Ziel: Sie möchte für Kinder einen Ort in Frankfurt schaffen, an dem sie sich ausdrücken und ihre Künste entfalten können.

„Die Nähe zum Zoo sollte hier ausgenutzt werden.“ - Ina Hartwig, Kulturdezernentin

Dieser Ort soll die Bedürfnisse der Kinder abdecken - unabhängig von ihrer Nationalität. Dafür soll es Angebote aus verschiedenen Sparten geben. So kann sich Hartwig auch Workshops zur körperlichen Bewegung und zur Körpersprache von Tieren vorstellen. „Die Nähe zum Zoo sollte hier ausgenutzt werden“, sagt die Kulturdezernentin.

Mit dem Kinder- und Jugendtheater möchte Hartwig Frankfurt zu einer Stadt mit einer ausgeprägten Kinder- und Jugendkultur weiterentwickeln. Die Mainmetropole solle mit Städten wie Leipzig, Stuttgart und Dresden mithalten können. Dafür werden Zwischenetagen aus dem derzeitigen Gesellschaftshaus herausgenommen und das Dach erhält einen Aufsatz. So hat der Saal in der Mitte des Gebäudes wieder mehr Luft nach oben, wie es ursprünglich bei dem historischen Gebäude der Fall war. Ob es einen großen zentralen Saal oder einen kleinen Saal sowie eine gesonderte kleine Bühne im Arena-Stil geben wird, ist noch unklar. Alleine wird das Theater aber nicht im Gesellschaftshaus sein. Zoo-Mitarbeiter und das Fritz Rémond-Theater werden weiterhin dort untergebracht sein. Der Baubeginn ist für 2023 vorgesehen. Als Kulturstätte nutzbar wird es voraussichtlich 2026 sein.

Neuer Gastronomie-Bereich

Ganz so lange müssen Zoo-Besucher nicht auf einen neuen Gastronomiebetrieb im Zoo warten. Denn Casares plant einen neuen Gastronomie-Bereich im Zentrum des Tierparks zu errichten, der auch von außerhalb des Geländes erreichbar sein soll. Als Standpunkt wurde das derzeitige Flusspferd-Haus erkoren. Provisorisch soll der Essensbetrieb am Spielplatz aufgenommen werden. Kleinere Gastronomie-Stellen an beiden Zoo-Eingängen soll es aber weiterhin geben.

„Der Zoo ist und bleibt ein Innenstadt-Zoo.“ - Ina Hartwig, Kulturdezernentin

Abschließend äußert sich Kulturdezernentin Hartwig auch noch einmal zu dem Vorschlag, den Zoo in den neuen Stadtteil im Norden ziehen zu lassen. „Der Zoo ist und bleibt ein Innenstadt-Zoo“, sagt sie. Er solle zudem ein „Hotspot für Biodiversität sein.“ Ob die Verantwortlichen ihr Konzept des neuen Zoos umsetzten können, bleibt abzuwarten. Im Sommer will die Stadtverordnetenversammlung spätestens über den Beschluss abgestimmt haben. Dann wird sich zeigen, ob Hartwig und Frankfurt ihren „weiteren internationalen Leuchtturm“ bekommen werden.

(nh)

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