Zukunft des Paradieshofs weiter ungewiss

Der Paradieshof in Alt-Sachsenhausen steht seit mehreren Jahren leer. Möglich wäre ein Einzug der European School of Design. Aber einige sehen diese Lösung skeptisch.

Zukunft des Paradieshofs weiter ungewiss

Seit rund drei Jahren verhandeln Stadt und die European School of Design über eine neue Nutzung des Paradieshofs in Alt-Sachsenhausen. Leer steht das Gebäude schon länger, aber jetzt scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. „Es gibt das Angebot an die European School of Design, ein Erbbaurecht für das Grundstück abzuschließen“, erklärt der Sprecher des Dezernats für Bau und Immobilien, Günter Murr. Der Vertrag würde für 33 Jahre laufen.

„Wenn das die günstigere Variante wäre, stünde aus seiner Sicht einem Abriss nichts im Wege.“ - Günter Murr, Dezernat für Bau und Immobilien

Wenn die Schule unterschreibt, geht auch die Verantwortung für das Gebäude auf sie über. Möglich wäre dann eine Renovierung der Räumlichkeiten, aber auch ein Abriss. „Wenn das die günstigere Variante wäre, steht einem Abriss nichts im Wege“, so Murr gegenüber Merkurist.

Abriss könnte Plänen der Initiative AltSaxNeu in die Quere kommen

Jürgen Vieth, Gastronom und Mitinitiator der Anliegerinitiative „AltSaxNeu“ hat seine Zweifel, was den Einzug der Designschule angeht. AltSaxNeu setzt sich dafür ein, die Aufenthaltsqualität in Alt-Sachsenhausen zu steigern und will ein neues Publikum anziehen. Gerade der freitägliche Markt und der Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz seien dafür wichtig, so Vieth. „Wir wären von einem Abriss natürlich massiv betroffen“, erklärt der Gastronom. Denn dann könnte der Paradiesplatz womöglich ein Jahr oder länger nicht für Veranstaltungen genutzt werden. Außerdem sei der Freitagsmarkt ein beliebter Treffpunkt für Senioren.

„Kopie der Kleinmarkthalle“ möglich

Er würde einen Umbau des Paradieshofs in eine „Kopie der Kleinmarkthalle“ bevorzugen. „Dann hätten wir eine Belebung am Tag und das würde zu den Märkten passen“, sagt Vieth. Dass die wenigen Studenten der European School of Design zu der Belebung beitragen, die die Stadt in ihrer Ausschreibung für die Räume gefordert hat, bezweifelt Vieth.

„Wenn Eigentumswohnungen reinkommen, schafft das nur zusätzliche Probleme.“ - Jürgen Vieth, Initiative „Altsax Neu“

„Aber generell sehen wir es positiv, dass überhaupt was passiert“, erklärt der Gastronom. Er hofft darauf, dass es vielleicht doch noch eine Möglichkeit gibt, einen Kompromiss zu finden. Nur eins dürfe nicht sein: „Dass Eigentumswohnungen reinkommen, das schafft nur zusätzliche Probleme“, ist Vieth sicher.

„Ein Abriss für Wohnungsbau steht nicht zur Debatte.“ - Günter Murr, Dezernat für Bau und Immobilien

Doch neue Anwohner, die sich über laute Getränkeanlieferungen und die häufige Arbeit der Müllabfuhr beschweren, muss Vieth laut Stadt nicht befürchten. „Ein Abriss für Wohnungsbau steht nicht zur Debatte“, versichert Baudezernatssprecher Murr.

Was die European School of Design tatsächlich mit dem Paradieshof vorhat, war indes nicht zu erfahren. Ein Sprecher wollte sich nicht zu möglichen Plänen äußern. Man wisse noch nicht, was mit dem Gebäude passiert. Die Zukunft des Paradieshofs bleibt also vorerst ungewiss. (lo/ab)

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