Neuer „Frankfurter Garten“ eröffnet

Der Verein „Bienen-Baum-Gut“ ist neuer Träger des Urban Gardening Projekts im Ostend und will dessen Eröffnung Ende Mai feiern. Was ändert sich mit dem neuen Betreiber?

Neuer „Frankfurter Garten“ eröffnet

Vor einem halben Jahr war unklar, ob das größte Urban Gardening Projekt Hessens, der Frankfurter Garten, weitergeführt wird. Der ursprüngliche Verein war insolvent gegangen. Gärtner berichteten von Drogenkonsum und -handel auf dem Grundstück auf dem Danziger Platz und profitorientierten Betreibern. Nun hat sich der ursprüngliche Betreiber, der Verein Frankfurter Garten aufgelöst. Das Projekt wurde von dem Verein Bienen-Baum-Gut des Ehepaares Corina und Chèr Haurová übernommen, die mit ihrem Bienen-Baum-Wipfel bereits im vergangenen Jahr Teil des Gartens waren.

„Viele Beete waren in einem schlechten Zustand. Sie sind auseinandergefallen.“ - Corina Haurová, Bienen-Baum-Gut

Ende April unterschrieb der 30 Personen starke Verein mit der Stadt die entsprechenden Verträge. Bereits vorher investierten die Vereinsmitglieder knapp tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden, um den Garten wieder auf Vordermann zu bringen. Mit Unterstützung des Grünflächenamts und der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) wurde fleißig aufgeräumt. Zudem baute der Verein vierzehn neue Beete aus stabilem Lerchenholz auf. „Viele Beete waren in einem schlechten Zustand. Sie sind auseinandergefallen“, sagt Corina Haurová.

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Freundlicher, gemeinschaftlicher und ordentlicher

Von der Grundidee her bleibt das Projekt gleich. „Es soll nur noch gemeinschaftlicher und nachhaltiger werden“, beschreibt Haurová den neuen Frankfurter Garten. Auch der Kiosk bleibt als „Begegnungsstätte“ erhalten. Der Fokus soll aber auf dem Garten selbst liegen. Der Verein möchte sich auf der etwa 2500 Quadratmeter großen Fläche, die rund 100 Beete enthält, für den Natur- und Umweltschutz einsetzen.

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Ziel ist es laut Haurová, die biologische Vielfalt der Insekten, Pflanzen und Bienen zu erhalten, biologisch nachhaltig zu konsumieren und sich dementsprechend zu verhalten. Auch sollen alte und ungewöhnliche Saatgutsorten verwendet und damit erhalten werden. Auch die Aufklärungsarbeit von Schülern und Interessierten soll weitergeführt werden. Dabei möchte der Verein vermitteln, dass bestimmte Pflanzen Schädlinge voneinander fern halten - so etwa Basilikum von Tomaten - und auf die Bedürfnisse von Bienen und Pflanzen hinweisen.

„Umso vielfältiger, desto besser.“ - Corina Haurová, Bienen-Baum-Gut

Ein Beet kann jeder Interessierte bepflanzen - auch ohne Vereinsmitglied zu sein. „Der Garten ist nicht nur für Vereinsmitglieder gedacht, auch die Nachbarschaft soll davon profitieren“, sagt Haurová. Anders herum müsse nicht jedes Vereinsmitglied selbst gärtnern. Man freue sich einfach über jeden Unterstützer, egal ob man sich nun zu den derzeit rund 20 Gärtnern dazugeselle oder künstlerisch engagiere. „Je vielfältiger, desto besser“, sagt Haurová dazu.

Optimistischer Blick in die Zukunft

„Ich bin sicher, wir haben eine gute und langfristige Lösung gefunden“, zeigt sich Haurová zuversichtlich. Das werde auch von aktiven und interessierten Menschen wahrgenommen. „Das sieht hier ganz anders aus, viel ordentlicher und freundlicher“ - der neue Träger erhalte viel positives Feedback zum neuen Frankfurter Garten. Probleme mit Männergruppen, die Drogen im Garten konsumierten oder verkauften, habe es seit der Übernahme nicht mehr gegeben, sagt Haurová.

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Der neue Frankfurter Garten soll am Sonntag, 27. Mai, um 13 Uhr offiziell mit einem musikalischen Rahmenprogramm, Getränken und Speisen und einer Pflanzenbörse eröffnet werden. Bis dahin können Interessierte mittwochabends an Führungen durch den Garten teilnehmen oder sich am Wochenende ab 13 Uhr im Garten aufhalten.

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