Ein Garten soll die Eschersheimer zusammenbringen

Unter den Namen „Tortuga Eschersheim“ entsteht am Wasserturm ein öffentlicher Garten. Gefördert wird das neue Projekt vom Bundesumweltministerium. Merkurist hat beim „Kick-off“ mit den Initiatoren gesprochen.

Ein Garten soll die Eschersheimer zusammenbringen

Der Großstadttrubel erweckt in vielen von uns die Sehnsucht nach einem Ort, an dem man einfach abschalten und der Natur nahe sein kann. Solch einen Rückzugsort möchte das Team vom neuen Klimaschutzprojekt Tortuga Eschersheim für ihren Stadtteil entstehen lassen. Dafür soll eine ungenutzte Grünfläche am Lindenbaum, nahe dem Wasserturm, nun zu einem Gemeinschaftsgarten nachhaltig umgewandelt werden.

„Die Idee ist, einen Treffpunkt für die Nachbarschaft zu kreieren.“ - Anna Palm, Begründerin von „Tortuga Eschersheim“

„Die Idee ist, einen Treffpunkt für die Nachbarschaft zu kreieren. Den möchten wir in und um diesen Garten entstehen lassen“, erzählt Anna Palm, Mitbegründerin von Tortuga Eschersheim. Der geplante Gemeinschaftsgarten soll ein Ort der Begegnung und der Naturerfahrung werden. Auch der Name ist Programm: „Tortuga“ bedeutet Schildkröte auf Spanisch und sei laut Begründer Kuwe Fritz das perfekte Symbol für den Garten: „Sie steht für Langlebigkeit, Rückzugsmöglichkeit, Entspannung und Entschleunigung.“

Holzrecycling und gemeinsam Gärtnern

Und so soll das ganze funktionieren: „Wir haben ein Fahrrad mit einem Lastenrad-Anhänger das elektronisch betrieben wird und damit werden wir Holzpaletten von Speditionen abholen. Daraus können dann die Hochbeete für den Garten gebaut werden“, erklärt Palm. Es sollen regelmäßig Workshops zum Holzrecycling und Gärtnern angeboten werden.

Bei den Holz-Workshops werden unter fachlicher Anleitung die Pflanzgefäße gebaut und diese werden dann bei den Gärtner-Workshops aufgestellt, mit Erde befüllt und bepflanzt. Die Nutzung und Pflege der Hochbeete soll durch Patenschaften oder gemeinsames Gärtnern zu festen Zeiten gesichert werden.

Laut Palm verstehe sich der „Tortuga-Garten“ als Experimentierraum, in dem regionales Gemüse, Kräuter aber auch Blumen gepflanzt werden können: „Da sind wir ganz frei.“ Der erste Holz-Workshop ist für den 14. und 15. April geplant: „Da werden die Pflanzgefäße mit einem Schreiner angefertigt und dann kann hoffentlich relativ zeitnah ab Mai los gepflanzt werden“, sagt Palm voller Vorfreude.

„Das ganze Projekt kann nur funktionieren, wenn es von der Nachbarschaft getragen wird.“ - Kuwe Fritz, Begründer von „Tortuga Eschersheim“

Der Fokus liege im Holzrecycling und auf den Beeten. Zusätzlich wolle man aber auch Kleidertauschpartys, eine Samentauschbörse und regelmäßige Kochtreffen mit geretteten Lebensmitteln organisieren. Diese Veranstaltungen sind dann für die ganze Nachbarschaft offen. „Das ganze Projekt kann aber nur funktionieren, wenn es von der Nachbarschaft getragen wird. Dafür brauchen wir großes ehrenamtliches Engagement“, erklärt Fritz.

Vor Ort etwas verändern

„Es muss nicht immer Sinn ergeben, es reicht auch schon, wenn es Spaß macht“, sagt der Begründer überzeugt. Und genau das sei das Schöne am Gemeinschaftsgarten: „Man muss nicht die Welt verändern wollen, man kann auch einfach mitmachen und Spaß daran haben und dann passiert es schon.“ Dem Team von Tortuga Eschersheim ist jedoch bewusst, dass Urban Gardening nicht ausreiche, wenn man Maßnahmen für den Klimawandel ergreifen möchte: „Auch die Themen Bildung und Demokratie sind sehr wichtig“, betont Fritz.

Für Fritz ginge es jedoch darum, einen Anfang zu machen und vor Ort, in den eigenen Straßen etwas zu verändern und nicht die Verantwortung bei den Politikern, bei der Stadt oder beim Ortsbeirat zu suchen. „Das Ziel für mich ist anzufangen, aufzuhören, weiterzumachen wie bisher. Was daraus entsteht, das wird daraus entstehen.“

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