Diese Frankfurter Gebäude haben eine ganz besondere Architektur

Von hüftschwingenden Gebäuden bis hin zu Märchenpalästen mitten in Frankfurt: Wir stellen Euch die Gebäude der Stadt vor, die architektonisch positiv aus der Reihe tanzen.

Diese Frankfurter Gebäude haben eine ganz besondere Architektur

Frankfurt ist bekannt für seine Hochhäuser, die Skyline ist das Markenzeichen der Stadt. Doch die Stadt hat noch viel mehr Gebäude zu bieten, die auffällig anders und manch Frankfurtern sicher unbekannt sind.

Maurisches Haus

Mit seinen glasierten grau-grünen Kacheln und sternförmigen Fenstern erinnert das Maurische Haus stark an einen Märchen-Palast aus „Tausend und eine Nacht“. Der sogenannte Maurische Stil gab dem Gebäude dabei seinen Namen. Darunter versteht man die dekorative Kunst und Architektur der Araber. Typische Markenzeichen für diesen Stil sind beispielsweise Zwillingsfenster, Vielpassbögen und Kachelmosaike mit Flechtband- und Sternmotiven.

Und genau das macht auch die Besonderheit des um 1856/57 erbauten Wohnhauses im Nordend aus. Denn jener orientalische Stil wurde in Frankfurt nur an diesem Gebäude umgesetzt.

Omniturm

Dieses Hochhaus hat einen netten Hüftschwung: Der sogenannte Omniturm befindet sich auf dem Grundstück Große Gallusstraße 16–18 in der Innenstadt und begeistert mit seiner Architektur viele Frankfurter. Seit 2016 wird das Gebäude errichtet und voraussichtlich im September dieses Jahres vollendet werden.

„Es ist das erste Hochhaus in ganz Deutschland mit dieser Mischnutzung.“ - Michael Wutzke, Chefredakteur von Skyline Atlas

Der Name setzt sich aus dem lateinischen Wort „omni“, das „jeder“ bedeutet, und Turm zusammen. Damit wird darauf angespielt, dass in dem Gebäude gleichzeitig gewohnt und gearbeitet wird. Dieses Konzept hat sich in den USA schon längst etabliert, doch hierzulande ist es neu. „Es ist das erste Hochhaus in ganz Deutschland mit dieser Mischnutzung“, erklärt Michael Wutzke, Chefredakteur von Skyline Atlas. Das Besondere an dem Hochhaus ist außerdem sein unübersehbarer „Hüftschwung“. Dieser überzeugte auch die Jury eines Architekturwettbewerbes, die sich für das außergewöhnliche Design entschied, so Wutzke.

Auf halber Höhe des Gebäudes ist jene spiralförmige Achsenverschiebung erkennbar, die nicht nur ein optischer Hingucker ist, sondern auch einen praktischen Nutzen hat. Denn genau in diesem „Knick“ befindet sich der Wohnbereich. Die einzelnen Geschosse bilden dabei eine Treppe, die Terrassen und Balkone für die Wohnungen ermöglicht, führt Wutzke weiter aus. Über dem Hüftschwung befinden sich die Büros und unter dem Wohnbereich ein Hotel.

Allerdings gibt es da ein Problem: Solche Hochhäuser zählen eher zu den Luxuswohnräumen, die sich der Durchschnitts-Frankfurter nicht leisten kann. Daher wünscht sich Wutzke weniger hochpreisige Wohngebäude, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum. „In Berlin entstehen beispielsweise Hochhäuser durch die Baugenossenschaft, die günstigen Wohnraum enthalten. Das wäre auch in Frankfurt nötig.“

Café Wacker

Einst konnten hier Besucher Zigarren und Zigaretten kaufen, heute wird in dem Laden Kaffee ausgeschenkt. Dabei überzeugt das kleine Café Wacker viele Besucher schon mit seiner Außenfassade: In kunstvoller Baukeramik erinnert sie mit ihren exotischen Motiven an den Handel mit Tabakwaren aus aller Welt, heißt es auf der Website der Stadt Frankfurt.

Die Fassade und Innenausstattung des damaligen Tabakladens wurden 1921 vom Frankfurter Architekten Peter Umpfenbach kreiert, der besonders viel Liebe in den Entwurf des Arbeitsraumes steckte: „Warum soll man gerade dem Arbeits- und Geschäfts-Raum nicht alle Liebe angedeihen lassen? – verbringt doch der Geschäftsmann hier den größten Teil seines Lebens…“, sagte der Architekt einst.

Gustav-Adolf-Kirche

Dieses Bauwerk bezeichnet die Stadt Frankfurt auf ihrer Website als „kleines Juwel der zwanziger Jahre“. In den Jahren 1927/28 wurde die Kirche von Martin Elsaesser, der als bedeutender Kirchenbaumeister seiner Zeit gilt, entworfen.

Die unter Denkmalschutz stehende Kirche ist dabei dem Stil der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen. Dieser stellt insbesondere die Zweckmäßigkeit des Bauwerks in den Vordergrund. Daher wurde bei den Bauten der Neuen Sachlichkeit auch auf überflüssige Dekorationen verzichtet.

Umringt von den auffälligen Fachwerkhäusern in Niederusel fügt sich die schlichte Gustav-Adolf-Kirche dezent in den Dorfkern des Stadtteils ein. Das Besondere an dem Bauwerk sind sein Kirchenturm mit der charakteristischen Uhr sowie sein achteckiger Grundriss. Mit den horizontalen Fensterbändern, die sich um die Kirche ziehen, kann die Architektur auch zur Moderne gezählt werden.

Vierhäusergasse

Auch ein Ausflug nach Schwanheim lohnt sich. Denn in der Vierhäusergasse findet man Fachwerkhäuser aus dem Barock. Der Stadt Frankfurt zufolge ist das Haus in der Vierhäusergasse 10 besonders schön - es stammt aus dem Jahr 1657 und hat einen Anbau von 1806. An der Fassade des Gebäudes sehe man dabei das typisch hessisch-fränkische Fachwerk mit Mannfiguren und verzierten Kopfwinkelhölzern.

Aber man findet auch hier, das was viele Frankfurter gerne aufsuchen: Apfelweinlokale. Wer also mal keine Lust auf die Kneipen in Sachsenhausen hat, kann dem Schwanheimer Dorfkern einen Besuch abstatten. (rk)

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