Erobert „Kumru“ nach Berlin nun auch Frankfurt?

Seit März gibt es das in Berlin bereits beliebte türkische Fast Food am Griesheimer Bahnhof. Was macht „Kumru“ besonders und wie behauptet er sich gegen den Döner?

Erobert „Kumru“ nach Berlin nun auch Frankfurt?

Das türkische Sandwich “Kumru”, zu Deutsch (Turtel-)Tauben, erfreut sich in Berlin bereits seit drei Jahren großer Beliebtheit. Seit Ende März ist das Streetfood auch in Frankfurt angekommen und möchte hier zum neuen Trend werden.

Die Gebrüder Mesut (25) und Yusuf Kinay (24) aus Neu-Isenburg haben am Griesheimer Bahnhof das Kumru King eröffnet. Vor der Eröffnung hatten beide beruflich nichts mit der Gastronomie-Branche zu tun, doch sie wollten schon immer mit dem Verkauf von Essen selbstständig machen, erzählt Mesut. Sie kennen das Fast Food aus der Türkei. Als sie von seinem Erfolg in Berlin hörten, beschlossen sie es nach Frankfurt zu bringen.

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„Ein Kumru, bitte.“

Doch was genau ist eigentlich ein Kumru? Das Sandwichbrot aus Kirchererbsenmehl ist mit Sesam bestreut und wird mit drei gegrillten Wurstsorten gefüllt. Die erste Schicht besteht aus Geflügelwurst-Streifen. Die Würstchen müssen per Hand durch eine aus Istanbul importierte Wurstpresse gedrückt werden, um in Bandnudel-Form gespalten zu werden, was bei Kumru King nur Yusuf könne, erklärt Mesut. Darüber kommen Truthahn-Salami und Sucuk, eine türkische Knoblauchwurst. Abgerundet wird das Ganze mit geschmolzenem türkischem Kasar - einer Art Gouda-Käse - einer Scheibe Tomate, Gewürzgurke, Ketchup und Mayonnaise. Laut Mesut beziehen sie das Brot direkt aus der Türkei, die anderen Zutaten kaufen sie bei deutschen Großhändlern. Dabei sei ihnen vor allem wichtig, dass die Zutaten - und somit auch das Essen - günstig, aber qualitativ gut seien.

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Bei Kumru King gibt es aktuell fünf Varianten für Fleisch-Liebhaber und eine vegetarische aus Spinat und Ei. Außerdem machen sie noch Köfte, Lamacun, Burger, Baguettes und Toasts. Für die Erweiterung des Angebots sei Yusuf zuständig: „Er weiß einfach, was schmeckt, sogar ohne es vorher zubereitet zu haben“, zeigt sich Mesut beeindruckt.

Von Griesheim auf die Zeil

„Das wird hier ein Trend.“ - Serhat, Kunde bei „Kumru King“

Für den Anfang haben sie sich bewusst für eine nicht zu zentrale Lage entschieden. “Bei dem Ansturm auf der Zeil wären wir wahrscheinlich überfordert gewesen. Hier am Griesheimer Bahnhof sind wir trotzdem gut zu erreichen”, so Mesut. Sie können sich aber vorstellen, zu einem späterem Zeitpunkt auf die Zeil zu ziehen, wenn ihr Konzept an Beliebtheit gewinnt. Er ist zuversichtlich, dass das Fast Food auch in Frankfurt gut ankommen wird: „Kumru ist mal was anderes. Er schmeckt anders und ist günstiger als Döner.“ Sein Optimismus wird von einem Kunden, der gleich mehrere Kumrus bestellt, bestärkt. Serhat aus Wiesbaden erzählt, er kenne Kumru bereits aus der Türkei und sei durch Facebook auf Kumru King aufmerksam geworden. „Das wird hier ein Trend“, schätzt er.

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Kumru statt Döner?

Mit drei Euro schlägt das Sandwich den Döner preislich. Doch reicht der Preisunterschied, um dem Döner, der sich als eines der beliebtesten Schnellgerichte Deutschlands etabliert hat, seinen Platz streitig zu machen? Den Gebrüder Kinay gehe es nicht darum, den Döner abzulösen, sondern Abwechslung zu bieten, äußert sich Mesut zu der Frage. „Man kann die zwei nicht vergleichen, aber Döner ist langweilig geworden. Wir bringen was Neues nach Frankfurt. Der Kumru ist anders und man findet ihn nicht an jeder Ecke, so wie den Döner.“

„Man kann die zwei nicht vergleichen, aber Döner ist langweilig geworden.“ - Mesut Kinay, Geschäftsinhaber des„Kumru King“

Schaut man genauer hin, sind sie in der Tat verschieden. Sie unterscheiden sich nicht nur darin, dass der Döner mit Fleisch vom Spieß gefüllt wird und der Kumru mit gegrillten Wurstsorten. Auch das Brot und die anderen Zutaten haben wenig gemein. Zudem sättigt der Döner aufgrund seiner Fülle etwas mehr als das Kumru-Sandwich. Dass der Kumru vorerst eher eine Alternative als ein Ersatz des Döners ist, zeigt sich, als ein Mann sich dem Kumru King unentschlossen nähert und weiter läuft, als seine Frage nach einem Döner verneint wird. Auch der Besitzer der Back- und Grillstation, die in der unmittelbaren Nähe des Griesheimer Bahnhofs Kebab-Gerichte anbietet, hat keine Bedenken, dass die beiden Spezialitäten miteinander konkurrieren könnten: “Ich denke nicht. Warum auch?”

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