Frankfurter Rapper geht gegen Netflix vor

Zu viele Parallelen zu seinem eigenen Leben - das hat für den Frankfurter Rapper Jan Lehmann alias „Cousin JMF“ die Netflix-Serie „Skylines“. Mit Merkurist hat er nun über seinen Streit mit dem Streaming-Dienst gesprochen.

Frankfurter Rapper geht gegen Netflix vor

Ein Hip-Hop-Produzent wird nach der Vertragsunterzeichnung bei einem Label in tödliche Drogengeschäfte verwickelt. Er stürzt in das organisierte Verbrechen ab. All das passiert in Frankfurt - dem Drehort der neuen Netflix-Serie „Skylines“. Als der Frankfurter Rapper Jan Lehmann alias „Cousin JMF“ zum ersten Mal von der Serie hörte, konnte er es nicht fassen: Das Record-Label aus der Serie gibt es nämlich wirklich und es ist sein eigenes. Doch nicht nur das - auch Parallelen zu seiner eigenen Geschichte sieht er in der Serie. Nun geht der Frankfurter gemeinsam mit seinem Anwalt gegen den Streaming-Dienst vor.

Der Hintergrund

Die neue Serie „Skylines“ hat nach Ansicht des Rappers zu viele Parallelen zu seinem eigenen Leben. Der Gießener Rechtsanwalt Andreas Milch wurde daher von Lehmann damit beauftragt, Unterlassungsansprüche gegen Netflix durchzusetzen.

„Eine einfache Google-Recherche hätte die Verantwortlichen der Serie sofort auf meine Seite oder Veröffentlichungen im Internet geführt. Selbstredend müssen die Macher gesehen haben, dass es mein Label „Skyline Records“ in Frankfurt wirklich gibt“, erklärt Lehmann gegenüber Merkurist. Zudem sei er Inhaber der Rechte an den Wortmarken „Skyline Records“ und „Skylines“. Die Darstellung in der Serie, in der das Label mit Drogenhandel und Kriminalität in Verbindung gebracht wird, möchte er so nicht stehen lassen.

Parallelen zwischen Künstler und Serienfigur

„Freunde und Familienmitglieder haben mich angerufen und gesagt ‘das bist doch du’ “, erzählt Lehmann. Neben der Ähnlichkeit der Label-Namen gibt es noch weitere Parallelen, die der Rapper und sein Anwalt nach der Ausstrahlung des ersten Trailers festgestellt haben: Auch der Spitzname des Hauptakteurs „JINN“ statt Johannes und die Erklärung für den Spitznamen seien identisch mit denen des Rappers, heißt es in der Pressemitteilung des Anwalts. Zudem seien weitere Persönlichkeitsverletzungen von Jan Lehmann durch die Serie „Skylines“ zu befürchten, so Anwalt Andreas Milch.

So wird es weiter gehen

Der Anwalt des Rappers hat Netflix kurz nach Erscheinen des ersten offiziellen Trailers eine Unterlassungserklärung überstellt. „Hierin ist eine Frist bis zum 20.September gesetzt “, so Milch. Sollte Netflix nicht reagieren, werden sie umgehend gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen und eine einstweilige Verfügung beantragen. Ziel sei es, so Milch, dies bis zum Serienstart am 27.September zu erzielen. Hier hänge es aber auch von den Gerichten ab. „Unser Ziel ist es, die Serie zu stoppen“, sagt der Anwalt.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete, sagte ein Netflix-Sprecher, Netflix habe auf den Brief geantwortet und der Gegenseite mitgeteilt, dass sie ihre Ansprüche zurückweisen, da diese unbegründet seien. Auch Rapper Jan Lehmann bestätigt dies: „Netflix hat sich am letzten Tag der Frist gemeldet und sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Ich werde mir das aber nicht gefallen lassen.“

Das weitere Vorgehen gegen den Streaming-Dienst steht schon fest: „Sollte Netflix unsere Unterlassungserklärung schlichtweg ignorieren, stellt jeder Tag, an dem die Serie im Internet abrufbar ist und jedes Mal, wenn diese von den Nutzern abgerufen wird, eine erneute Rechtsverletzung der Rechte meines Mandanten dar“, erklärt Milch gegenüber Merkurist. Rapper Jan Lehmann sieht in der Serie vor allem eine Gefahr für sein Label: „Ich bin eher verärgert als emotional. Das Schlimmste ist, dass ich die Kontrolle über das Image meines Labels verliere. Meine Marke verliert damit ihren Wert.“ Gemeinsam mit seinem Anwalt habe er nun entschieden, den Start der Serie abzuwarten und gezielt zu schauen, wo es weitere Parallelen gibt. (df)

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