Hier findet Ihr unentdeckte Ruhe-Oasen Frankfurts

Wer sich dem Getummel der Stadt oder dem Lärm der vielen Baustellen entziehen möchte, muss Frankfurt nicht verlassen. Merkurist zeigt Euch fünf Orte der Ruhe.

Hier findet Ihr unentdeckte Ruhe-Oasen Frankfurts

Auf der Zeil hasten viel zu viele Menschen von Geschäft zu Geschäft. Ähnlich sieht es am Hauptbahnhof aus, an dem die Menschen schnellen Schrittes zu ihren Zügen eilen, um bloß nicht ihren Anschluss zu verpassen. Und dann gibt’s da noch die Bauarbeiter, die an verschiedenen Ecken der Stadt mit ihren Gerätschaften für ohrenbetäubenden Lärm sorgen. Um diesem Großstadtlärm und dem allgemein hektischen Alltag einer Metropole entfliehen zu können, ist es wichtig, ein paar stille Rückzugsorte zu kennen - und das, ohne gleich die Stadt verlassen zu müssen.

Jacobiweiher

„Diese Idylle wird von vielen Menschen geschätzt.“ - Martin Müller, Pressesprecher des Umweltamts

Der Jacobiweiher sollte den Frankfurtern der Stadt zufolge schon immer als Erholungsort dienen. Der Weiher liegt im Stadtwald und ist mit sechs Hektar Wasserfläche das größte Stillgewässer der Mainmetropole. Trotz des hörbaren Flugverkehrs in der sonst so abgeschiedenen Gegend wirkt der Jacobiweiher mitten im Wald idyllisch und verschwiegen, sagt Martin Müller, Pressesprecher des Umweltamts. „Diese Idylle wird von vielen Menschen geschätzt.“

„Wer viel Geduld und Zeit mitbringt, bekommt mit viel Glück sogar einmal den seltenen Eisvogel im Vorbeiflug zu sehen.“- Susanne Schierwater, Umweltdezernat

„Dabei bietet der Jacobiweiher mit den wassernahen Waldwegen viele Gelegenheiten, die hier lebenden Enten, Gänse und Reiher zu beobachten“, erklärt Susanne Schierwater vom Umweltdezernat. An sonnigen Tagen könnten Waldbesucher Schildkröten beim Sonnenbad auf schwimmenden Ästen und Baumstämmen entdecken. „Wer viel Geduld und Zeit mitbringt, bekommt mit viel Glück sogar einmal den seltenen Eisvogel im Vorbeiflug zu sehen“, so Schierwater. Aber auch im Winter sei der Weiher äußerst beliebt, denn bei tieferen Temperaturen gefriere der See und werde von den Frankfurtern zum Schlittschuhlaufen genutzt, erklärt Müller.

Der Jacobiweiher ist auch Höhepunkt des vor zwei Jahren zum 25. Jubiläum des Grüngürtels angelegten Jubiläumspfads. Der Pfad beginnt am Bahnhof Louisa und führt über den Jacobiweiher zur Stadtgrenze Neu-Isenburg.

Im Volksmund wird das Gewässer auch als Vierwaldstättersee bezeichnet, da er in seiner charakteristischen Form mit vielen Armen und Inseln dem bekannten See in der Schweiz ähnelt. Seinen ursprünglichen Namen hat der Jacobiweiher aber Hans Bernhard Jacobi zu verdanken, der in den Jahren von 1927 bis 1940 das städtische Forstamt leitete.

Sommerhoffpark

Er zählt zu den unbekannteren Parks in Frankfurt: der Sommerhoffpark. Im Jahr 1803 als Landschaftsgarten des Handelsherren Gogel angelegt, ging das Grundstück 80 Jahre später in den Besitz der Familie Sommerhoff über. 1928 kaufte dann die Stadt Frankfurt das Anwesen samt Gelände.

Heute wird die Parkanlage insbesondere von den Bewohnern des Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrums und den Kindern der „Schule am Sommerhoffpark“ genutzt. Die Stadt Frankfurt beschreibt auf ihrer Website den Park als „sehr ruhig und wenig frequentiert“. Gut geeignet also für Frankfurter, die ihrem stressigen Alltag entfliehen und sich hier entspannen wollen.

Liebfrauenkirche

Im nördlichen Teil der Altstadt befindet sich die im Gotikstil erbaute Liebfrauenkirche. Wer ruhige Minuten zum Nachdenken braucht, ist hier genau richtig. Denn im Innenhof werden Besucher bereits darauf hingewiesen, dass es sich um einen „Ort der Stille und des Gebets“ handelt.

Durch ihre zentrale Lage mitten im hektischen Stadtkern kommt der Kirche eine noch bedeutendere Rolle zu: Sie dient als Rückzugsort für jene, die dem stressigen Alltag entfliehen wollen. Dabei ist die Oase der Stille nicht nur religiösen Menschen vorbehalten. Auch nichtreligiöse Menschen können das Gotteshaus und den öffentlich zugänglichen Klosterhof aufsuchen.

Chinesischer Garten

„Dieser Garten bietet eine außergewöhnliche Atmosphäre.“ - TripAdvisor-Nutzer

„Ein friedlicher Platz zum Ausruhen. In der Stille findet man Kraft zu neuem Denken“ - heißt es auf einer Tafel am Wasserpavillon des Chinesischen Gartens im Bethmannpark. Und genau dieses Gefühl der Ruhe wird wohl auch von vielen Besuchern beim Anblick der fernöstlichen Ästhetik empfunden. „Welch eine Ruhe!“, sagt ein TripAdvisor-Nutzer über den Garten. „Dieser Garten bietet eine außergewöhnliche Atmosphäre“, erklärt ein weiterer User. Dem können die anderen Kritiker auf der Plattform nur zustimmen, die ebenso positive Worte für den Park finden. So sagt eine andere Nutzerin: „Sobald man hier hineinkommt, fühlt man sich, als sei man schlagartig in einer anderen Welt gelandet.“

„Besonders Menschen chinesischer Herkunft, die in Frankfurt leben, finden hier ein Stück Heimat.“ - Susanne Schierwater, Umweltdezernat

Und das zu Recht, wurde der Garten originalgetreu nach chinesischen Vorbildern gestaltet, erklärt Susanne Schierwater vom Umweltdezernat. Dazu gehörten beispielsweise das vom Löwen bewachte Haupttor sowie die Galerie am Teichufer. „Besonders Menschen chinesischer Herkunft, die in Frankfurt leben, finden hier ein Stück Heimat“, so Schierwater.

Aktuell sind noch Teile des idyllischen Gartens geschlossen. Denn im Jahr 2017 kam es zu Vandalismus- und Brandschäden, was bei vielen Frankfurtern Bestürzung auslöste. Im April dieses Jahres hat der Wiederaufbau des Gartens begonnen. Die baulichen Maßnahmen, die von chinesischen Arbeitern durchgeführt werden würden, seien Ende Juni fertig gestellt, erklärt Schierwater. „Die gärtnerischen Arbeiten im Umfeld werden allerdings voraussichtlich im Herbst abgeschlossen.“

Altwasser am Fechenheimer Mainbogen

Mit der Haltestelle „Schießhüttenstraße“ ist dieser Erholungsort gut erreichbar: Im Rahmen der Renaturierung des Fechenheimer Mainbogens entstand hier eines von drei „Altwassern“. Anlässlich des Spatenstichs des Altarms sagte die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig: „Man könnte sagen, wir geben dem Main hier ein Stück Natur zurück.“

Dabei lockt nicht nur die idyllische Landschaft. Auch das stadtbekannte Pferd Jenny lässt sich ab und an zwischen den Bäumen blicken - und schafft nicht weit von der Innenstadt ein ruhiges und ländliches Idyll. (ab)

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