Diese historischen Persönlichkeiten kommen aus Frankfurt

Nicht nur das Leben von Johann Wolfgang von Goethe ist eng mit der Mainmetropole verbunden. Merkurist stellt Euch fünf weitere historische Persönlichkeiten aus Frankfurt vor.

Diese historischen Persönlichkeiten kommen aus Frankfurt

Dass Anne Frank und Johann Wolfgang von Goethe in Frankfurt geboren wurden, ist vielen bekannt. Doch soll man andere historische Persönlichkeiten aus der Mainmetropole nennen, kann der eine oder andere schon einmal ins Stocken geraten. Dabei haben noch viele weitere bedeutende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Politik hier das Licht der Welt erblickt. Wir stellen Euch fünf bekannte Frankfurter vor, die das Leben in Deutschland auf unterschiedliche Weise beeinflusst haben.

Literatur: Bettina von Arnim und Heinrich Hoffmann

Die älteren Merkurist-Leser können sich vielleicht noch an den „5-Markschein“ erinnern. Darauf war Bettina von Arnim abgedruckt, die sich in ihren literarischen Werken für die Abschaffung der Todesstrafe und die Gleichberechtigung von Frauen und Juden aussprach. Die deutsche Schriftstellerin kam 1785 zur Welt und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Frankfurt und Offenbach. Bekannt wurde sie vor allem durch ihren Schriftwechsel mit Johann Wolfgang von Goethe und auch zu weiteren berühmten Personen pflegte sie enge Freundschaften. Nach einem Schlaganfall verstarb sie 1859.

Ab 1992 wurde die Autorin auf dem 5-DM-Schein abgebildet. Laut der Homepage der „Deutschen Bundesbank“ gehörte dieser Schein zu der letzten Banknotenserie, die vor der Einführung des Euro ausgegeben wurde.

Der Name Heinrich Hoffmann ist nicht ganz so bekannt, wie der Titel eines seiner Werke. Der Autor und Psychiater wurde 1809 in Frankfurt geboren und besuchte das Städtische Gymnasium -heute das Lessing-Gymnasium in der Fürstenbergerstraße - bevor er zum Studium nach Heidelberg zog.

1844 schrieb er für seinen ältesten Sohn ein Buch, das bis heute weltweit in vielen Buchläden zu finden ist. Hoffmann konnte zu diesem Zeitpunkt wohl kaum ahnen, dass das Weihnachtsgeschenk eines der erfolgreichsten deutschen Kinderbücher werden sollte: der „Struwwelpeter“. Das Bilderbuch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, Generationen von Kinder wuchsen mit den dramatischen Geschichten auf. Der Autor starb 50 Jahre nach der Veröffentlichung in Frankfurt.

Chemie: Otto Hahn

Der 1879 geborene Chemiker Otto Hahn ist Vorreiter der Radiochemie und beeinflusst unser Leben bis heute. Schließlich entdeckte der Pionier unter anderem zahlreiche Nuklide und das Protactinium, dieses radioaktive Element kommt in der Natur nur selten vor. 1944 wurde er mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet, da er die Kernspaltung von Uran chemisch nachweisen konnte. Auf der Webseite des Preises ist jedoch vermerkt, dass die Auszeichnung erst ein Jahr später - nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes - Publik gemacht wurde. Als er aus seiner Internierung durch die Engländer freigelassen wurde, konnte er seinen Nobelpreis 1946 schließlich auch entgegen nehmen.

Ab 1957 wurde der Frankfurter zudem mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, weil er sich gegen die nukleare Aufrüstung und für die friedliche Nutzung von Kernenergie aussprach. Er starb im Alter von 89 Jahren in Göttingen.

Kunst und Naturwissenschaft: Maria Sibylla Merian

Auch das Gesicht von Maria Sibylla Merian könnte Lesern durchaus bekannt vorkommen, schließlich zierte ihr Konterfei den 500-Markschein. Auf der Rückseite der ihr gewidmeten Banknote ist eine ihrer Zeichnungen zu sehen. Abgebildet ist die Skizze eines Löwenzahns, auf dem eine Raupe und ein Falter Platz genommen haben.

Die Frankfurterin wurde 1647 in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Deshalb überrascht es kaum, dass ihre künstlerische Ausbildung bereits früh begann und sie letztendlich noch erfolgreicher als ihr Vater wurde. Dabei hatte sie es in ihrem Leben nicht immer leicht. Mit drei Jahren wurde sie zur Halbwaisin. Später ließ sie sich von ihrem Ehemann scheiden, was zu damaligen Zeit äußerst ungewöhnlich war. Trotzdem schaffte sie es, ihre beiden Töchter alleine groß zu ziehen und gleichzeitig eine eigene Karriere zu haben. Denn Merian war nicht nur Künstlerin sondern gehörte auch zu den ersten Forscherinnen, die Insekten systematisch beobachteten und die Lebensumstände der Tiere beschrieben. Das außergewöhnliche Leben von Merian wurde bereits in einem Merkurist-Artikel genauer betrachtet.

Philosophie: Theodor W. Adorno

Theodor W. Adorno gilt als geistiger Vater der deutschen Studentenbewegung, da er sich kritisch mit dem Kapitalismus auseinandersetzte. Theodor Ludwig Wiesengrund, wie er mit bürgerlichen Vornamen hieß, wurde 1903 in Frankfurt geboren. Die ersten Jahre wuchs er in einem Haus am Mainufer auf, bevor die Familie schließlich in den Stadtteil Oberrad zog.

Der Philosoph und Soziologe ist einer der bekanntesten Vertreter der „Frankfurter Schule“, in der Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen aktiv waren. Gebildet hatte sich diese um den Leiter des „Instituts für Sozialforschung“ Max Horkheimer. Die Intellektuellen unternahmen dabei den Versuch einer umfassenden, kritischen Gesellschaftsanalyse. Das Buch „Dialektik der Aufklärung“ von Adorno und Horkheimer zählt zu den bekanntesten Publikationen der „Frankfurter Schule“. Eine Auswahl weiterer wissenschaftlichen Texte Adornos gibt es auf der Internetseite des „Suhrkamp/Insel-Verlags“. 1969 verstarb er mit 65 Jahren in der Schweiz. (lo)

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