Wegen Hitze-Tweet: Kachelmann wettert gegen Stadt Frankfurt

Die Hitzewelle hat den Diskurs im Internet im Griff. Einer der Hauptakteure: Wetter-Experte Jörg Kachelmann, der sich auf Twitter über Fehler von Medien und Behörden aufregt. Jetzt ist ihm auch ein Hitze-Tweet der Stadt Frankfurt untergekommen.

Wegen Hitze-Tweet: Kachelmann wettert gegen Stadt Frankfurt

„Steigende Waldbrandgefahr wegen der Hitze“ - diese und ähnliche Formulierungen bringen den Schweizer Wetter-Experte Jörg Kachelmann in den vergangenen Wochen immer öfter an den Rand der Verzweiflung. Auf seinem Twitter-Account wird er nicht müde, seine Follower darüber aufzuklären, dass nicht Hitze, sondern Trockenheit die Brandgefahr steigen lässt. Freundlich bleibt er dabei nicht immer - zu sehr nerven ihn „Vollpfostenjournalisten“ und die „Behördendummheit“.

Mittlerweile haben seine mitunter wütenden Tweets beinahe Kultstatus erreicht, „Kachelmann“ lag zuletzt sogar unter den Twitter-Trends. Am Freitagmorgen kam Kachelmann dann ein Tweet der Stadt Frankfurt unter, mit dessen Formulierung er nicht einverstanden war. „Die Hitze bleibt, das #Grillverbot gilt weiter“, schrieb die Stadt in ihrem Tweet am Donnerstag. „Am Wochenende wird die höchste Waldbrandstufe erwartet. Deshalb ist das Grillen auf allen öffentlichen Grillplätzen der Stadt weiterhin verboten.“

„Auch in der Stadt Frankfurt haben die Aliens den Laden übernommen.“ - Jörg Kachelmann, Wetter-Experte

Für Kachelmann ein Zeichen, dass bei der Stadt Frankfurt etwas nicht stimmt. Seine Vermutung: „Auch in der Stadt Frankfurt haben die Aliens den Laden übernommen, die noch nicht gelernt haben, dass das Problem nicht die Hitze ist, wenn was brennen kann, sondern die Dürre“, schreibt er. „Diese Behördendummheit ist deshalb so gefährlich, weil auch viele Nichtbeamte glauben, es läge an der Hitze.“

Auf den Vorwurf des Wetter-Experten reagiert die Stadt Frankfurt gefasst. „Hallo, vielen Dank für den höflichen Hinweis, das ist uns bewusst“, schreibt sie auf Twitter. „Die Kausalität von Hitze und Brandgefahr geht allerdings aus unserer Formulierung keinesfalls hervor.“ Kachelmann antwortet mit nur einem Wort: „Natürlich“ schreibt er, schickt einen lächelnden Smiley mit.

Gewirkt hat die Kritik aber dennoch: In einem Facebook-Post zum Grillverbot schreibt die Stadt am Freitag nicht mehr von Hitze, sondern von Trockenheit. Einen Screenshot eines Twitter-Users mit der Bemerkung, dass die Stadt Frankfurt daraus gelernt hat, kommentiert der Wetter-Experte mit einem freudigen „Hurra!“.

Lob gab es von Kachelmann übrigens für die Frankfurter Feuerwehr - die hatte in ihrem Tweet von Anfang an von Trockenheit geschrieben. Einziger Wermutstropfen: Auch die Feuerwehr warnt vor Brandgefahr durch Glasscherben. „Das mit den Glassplittern ist Unsinn“, schreibt Kachelmann, „aber danke für die Trockenheit statt Hitze!“ (nl)

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