Kommt das Böllerverbot in Frankfurt?

Deutsche Umwelthilfe beantragt Verbote in belasteten Städten

Kommt das Böllerverbot in Frankfurt?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will, dass privates Feuerwerk an Silvester in Frankfurt verboten wird - am besten schon ab dem kommenden Winter. In den insgesamt 31 deutschen Städten mit der höchsten Feinstaubbelastung will die DUH formelle Anträge für Verbote oder Einschränkungen in dicht besiedelten Innenstädten stellen. So soll die Luftverschmutzung reduziert werden.

„Die formellen Anträge richten sich an die Städte, in denen die DUH Rechtsverfahren zur ‘Sauberen Luft’ führt und deren innerstädtische Luft mit einer Feinstaubbelastung von mindestens 20 µg/m3 belastet ist“, erklärt die DUH in einer Pressemitteilung. Diesen von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwert übertrifft Frankfurt. Die Stadt liegt bei 25 µg/m3.

Privates Feuerwerk im Fokus

Die betroffenen Städte und damit auch Frankfurt sollen deshalb ihre Luftreinhaltepläne anpassen oder kommunale Entscheidungen zur Silvester-Böllerei fällen. Dabei beziehen sich die gewünschten Verbote explizit nicht auf professionelle und zentral organisierte Silvester-Feuerwerke außerhalb der Innenstädte, die beispielsweise von der Stadt durchgeführt werden. Stattdessen geht es der DUH um Privatpersonen, die zusätzlich Böller zünden und Raketen abbrennen lassen.

„Ab dem Winter klare Verbote“ - DUH

„Dort, wo viele Menschen leben und die Grundbelastung bereits so hoch ist, dass lungengeschädigte Menschen und asthmakranke Kinder durch archaische Böllerei mit Schwarzpulver akute Atemprobleme bekommen, muss es aus Sicht der DUH ab diesem Winter klare Verbote geben“, so die DUH. Laut dem Verband haben sich Berlin und München bereits bereit erklärt, der Forderung der DUH nachkommen und Feuerwerke in ihren Innenstädten zu beschränken.

Der DUH zufolge setzen die Feuerwerksböller zum Jahreswechsel etwa 5000 Tonnen giftigen Feinstaubs frei. „Der aus Feuerwerkskörpern stammende Feinstaub ist besonders hoch mit giftigen Stoffen belastet, sodass seine negativen gesundheitlichen Auswirkungen deutlich höher sind als bei den sonstigen Feinstaubquellen“, sagt die DUH. In fast allen Industrienationen sei die private Böllerei in Städten bereits verboten. In Deutschland gebe es stattdessen nur schwache Beschränkungen. (nl)

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