Neue Einbahnstraße vor Grundschule - und immer wieder Falschfahrer

Nach einem entsprechenden Antrag im Ortsbeirat wurde die Verkehrsführung vor einer Schule in Nied so geändert, dass Autofahrer nur noch in eine Richtung fahren dürfen. Doch nicht jeder hält sich an die neue Regelung.

Neue Einbahnstraße vor Grundschule - und immer wieder Falschfahrer

„Ranzen gepackt, Brotdose und Turnbeutel nicht vergessen? Dann ab ins Auto!“ - so oder so ähnlich klingt das, wenn Schulkinder morgens spät dran sind und deren Eltern nicht wollen, dass sie zu spät zur ersten Stunde erscheinen. Auf dem Weg zur Schule - und insbesondere direkt davor - wird dann gerne mal die ein oder andere Verkehrsregel missachtet. Schließlich hat man es eilig und kann sich nicht mit der Extra-Kurve, dem Tempo-30-Limit oder der Suche nach einem geeigneten Halteplatz aufhalten.

Besondere Achtsamkeit vor Schulen gefragt

Fehlende Rücksichtnahme und der Verstoß gegen Verkehrsregeln im Bereich von Schulen ist keine Seltenheit, weiß auch Polizeisprecher Andrew McCormack. „Da gibt es immer wieder Verstöße, das passiert leider sehr häufig.“ Gerade zum Schulbeginn kontrolliere die Polizei daher verstärkt im Umfeld von Schulen, nicht nur um Verstöße zu ahnden, sondern auch um für das Thema zu sensibilisieren. So soll den Eltern klargemacht werden, dass auch die Sicherheit ihrer eigenen Kinder gefährdet ist, wenn Autofahrer keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen. „Das hat auch einen präventiven Charakter“, erklärt McCormack. Gerade vor Schulen sei schließlich immer eine „besondere Achtsamkeit“ gefragt, besonders von Autofahrern.

Neue Einbahnstraße soll Verkehr beruhigen

Die Friedrich-List-Schule in Nied ist eine der Schulen, über deren Verkehrssituation in den vergangenen Wochen viel diskutiert wurde. Seit gut einem Monat gilt dort eine neue Einbahnstraßenregelung in zwei Richtungen unmittelbar vor dem Schulgelände. Eingeführt wurde diese, nachdem engagierte Bürger gegenüber der Initiative „Frankfurt West“ den entsprechenden Vorschlag gemacht hatten. Die geänderte Verkehrsführung sollte für mehr Ruhe und Sicherheit für Anwohner und Schulkinder sorgen. Uwe Eisenmann, fraktionsloses Gründungsmitglied der Initiative und Mitglied im Ortsbeirat 6, brachte das Anliegen stellvertretend bei der Ortsbeiratssitzung vor - mit Erfolg.

„ Die Elterntaxis halten sich nicht daran.“ - Leser Ralf Greiner

Nur weil es eine neue Regelung gibt, heißt das allerdings nicht, dass diese auch gleich Abhilfe schafft. Merkurist-Leser Ralf Greiner, ärgert sich in seinem Snip, denn er ist der Meinung: „Die Elterntaxis halten sich nicht daran.“ Wir waren an einem Schultag kurz vor Beginn der ersten Stunde vor Ort und haben uns die Situation vor der Friedrich-List-Schule selbst angeschaut. In flagranti haben wir keinen Falschfahrer erwischt, doch ein in die falsche Richtung geparkter BMW zeigte deutlich, dass sich nicht jeder an die neue Verkehrsregel hält.

Missachtung aus Unaufmerksamkeit

Die Meinungen der Eltern, die wir vor der Schule antreffen, gehen auseinander. Mehrere Mütter beteuern, ihnen sei bisher keine Missachtung der Einbahnstraße aufgefallen. Bei der Frage, was sie denn grundsätzlich von der geänderten Verkehrsführung halten, herrscht Uneinigkeit: „Das ist schon nervig. Vor allem, weil es doppelseitig ist. Ich bin zwar meist zu Fuß hier, aber manchmal eben doch mit dem Auto und da muss man jetzt umständlich außenherum fahren“, sagt eine junge Mutter. Eine andere hingegen ist froh über die neue Regel: „Das war meiner Meinung nach dringend nötig und es ist jetzt deutlich ruhiger hier.“

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Doch manche Eltern haben durchaus bemerkt, dass es Autofahrer gibt, die entgegen der Fahrtrichtung fahren. „Ich habe das schon mehrmals beobachtet“, erklärt eine Frau, die gerade ihren Sohn zu Fuß absetzt. „Ich denke, es liegt vor allem daran, dass die Eltern sich noch nicht daran gewöhnt haben“, gibt sie zu bedenken.

„Hier war morgens immer Chaos. Sie sehen ja, die Autos parken komplett auf dem Gehweg.“ - Mutter vor der Friedrich-List-Schule

Gut finde sie die Durchsetzung der Einbahnstraße dennoch. „Es ist auf jeden Fall besser geworden dadurch. Hier war morgens immer Chaos.“ Ein Teil dieses Chaos sei jedoch noch nicht behoben. „Sie sehen ja, die Autos parken komplett auf dem Gehweg. Deshalb begleite ich mein Kind immer auf dem Schulweg, auch wenn wir nur am Ende der Straße wohnen“, erklärt die Mutter. Und tatsächlich: Obwohl es an der Straße vor der Schule nur auf einer Seite einen Gehweg gibt, wird dieser an mehreren Stellen so zugeparkt, dass vorbeikommenden Schülergruppen nicht anderes übrig bleibt, als auf die Straße auszuweichen.

Parken auf dem Gehweg wird schnell zur Gefahr

Uwe Eisenmann ist zuversichtlich, dass es sich bei der Einhaltung der Einbahnstraßenregelung wirklich nur um eine Sache der Gewöhnung handelt: „Ich denke, das passiert bisher aus Unwissenheit und Automatismus. Der ein oder andere, der mutwillig falsch fährt, mag dabei sein, aber das ist die Ausnahme.“ Er sei sehr zuversichtlich, dass sich das schnell einpendeln werde.

„Wenn das gar nicht besser wird, dann müsste da eine Begrenzung hinkommen.“ - Uwe Eisenmann, Mitglied im Ortsbeirat 6

Beim Thema Parken auf dem Gehweg sieht er allerdings ein großes Problem. „Wenn das gar nicht besser wird, dann müsste da eine Begrenzung hinkommen“, zeigt er sich besorgt. „Das ist ja der Schulweg der Kinder.“ Optisch wäre das sicher nicht die ansprechendste Lösung, doch im Zweifel gehe die Sicherheit der Schulkinder einfach vor.

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