7 „Ersten Male“ der Stadt Frankfurt

Wenn man was Neues ausprobiert gibt es immer ein „erstes Mal“. So hat auch Frankfurt Neues eingeführt und ausprobiert. Merkurist stellt Euch sieben dieser Gelegenheiten vor.

7 „Ersten Male“ der Stadt Frankfurt

Für alles gibt es irgendwann einen Anfang und somit auch einen Vorreiter oder einen Prototyp. Von der Einführung der Straßenbahn bis zum ersten Oberbürgermeister hat auch Frankfurt viele „Erste Male“ zu verzeichnen.

Die erste elektrische Straßenbahn

Heute ist die Straßenbahn in den großen Metropolen fast schon nicht mehr wegzudenken. Doch das Transportmittel, mit dem die Frankfurter heute fast täglich von A nach B fahren, gibt es weltweit erst seit 1881. Damals wurde die weltweit erste elektrisch betriebene Straßenbahn-Teststrecke in Lichterfelde in der Nähe von Berlin befahren.

Daraufhin beantragte ein Jahr später ein Offenbacher Konsortium die Genehmigung für den Bau einer solchen Straßenbahnstrecke von Sachsenhausen nach Offenbach. Die Genehmigung für die erste Straßenbahn wurde Ende 1883 erteilt. Es folgte die Gründung der Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft (FOTG) und der Bau der Strecke. Bereits am 10. April 1884 wurde die vollständige 6,7 km lange Trasse eröffnet.

Beginnend an der Alten Brücke auf Sachsenhäuser Seite, verlief die Strecke durch die Gemeinde Oberrad bis zur preußisch-hessischen Landesgrenze und von dort aus durch Offenbach bis zum Mathildenplatz. Die Straßenbahn fuhr auf der sogenannten Meterspur, also einer Spurweite von einem Meter, und erreichte eine Geschwindigkeit von etwa 20 Kilometern pro Stunde.

Die Strecke der FOTG war die vierte elektrische Straßenbahnanlage der Welt und besaß noch stark experimentellen Charakter. Da die Gleisanlagen und der Antrieb noch nicht ausgereift waren, musste täglich zwischen 11 und 12 Uhr eine halbstündige Betriebspause eingelegt werden, um die Fahrzeuge mit Wagenfett einzuschmieren. Die Frankfurter nannten die Bahn wegen ihrer unsanften Fahrweise auch gerne „Knochemiehl“ (Knochenmühle).

Der erste Flughafen

Der erste Frankfurter Flughafen wurde 1912 in Bockenheim, westlich des ehemaligen Luftschifffahrt-Ausstellungsgeländes, als „Luftschiffhafen am Rebstock“ eröffnet. Zunächst war dieser nur für Luftschiffe vorgesehen und wurde wenig später auch als Start- und Landeplatz für Flugzeuge verwendet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Flugplatz weiter ausgebaut und 1924 ein planmäßiger Luftverkehrsdienst eingeführt. Im Jahr darauf starteten und landeten bereits 2357 Flugzeuge, die rund 5500 Passagiere beförderten.

Schon bald stieß der Lufthafen an seine räumlichen Grenzen und konnte nicht erweitert werden. Deshalb errichtete man 1936 südlich von Frankfurt-Schwanheim den neuen Flughafen Frankfurt am Main, der heute als der größte deutsche Verkehrsflughafen sowie der viertgrößte europäische Flughafen gilt. Der Rebstock-Flughafen wurde bis 1945 als Militärflugplatz genutzt.

Der erste Oberbürgermeister

Von den sogenannten Reichs- und Stadtschultheißen, über die Bürgermeister bis hin zu den Oberbürgermeistern reicht die Liste der Stadtoberhäupter von Frankfurt weit zurück. Vor unserem heutigen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), gab es immerhin bereits 18 andere Amtsträger. Der Erste von ihnen war Daniel Heinrich Mumm von Schwarzenstein. Er wurde von König Wilhelm I. persönlich zum Oberbürgermeister ernannt.

Der Politiker stammte aus der Adelsfamilie Mumm und war von 1868 bis 1880 in Frankfurt im Amt. Zu seiner Amtszeit wurde 1871 der „Friede von Frankfurt“ geschlossen, der den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 beendete. Zudem fand in seiner Zeit als Oberbürgermeister auch der Wiederaufbau des Doms statt. Außerdem gab es diverse Neubauten, wie der des Eisernen Stegs, der Kleinmarkthalle, des Frankfurter Opernhaus und der Dreikönigskirche statt.

Daniel Heinrich Mumm von Schwarzenstein liegt auf dem Hauptfriedhof begraben. Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat sein Grab zum Ehrengrab erklärt.

Der erste Wolkenkratzer

Was wäre „Mainhattan“ ohne seine Hochhäuser? Vor allem für seine Skyline ist Frankfurt bekannt und kann als einzige Stadt Deutschlands mit einem solchen Merkmal aufwarten. Den Anfang dieser Hochhauslandschaft machten, neben dem Kaiserdom St. Bartholomäus und der Dreikönigskirche, der Mousonturm, das I.G.-Farben-Haus und das Gewerkschaftshaus. Da die drei Gebäude jedoch lediglich 30 bis 35 Meter hoch sind und von anderen Gebäuden mittlerweile bei Weitem überragt werden, werden diese nicht mehr als Hochhäuser wahrgenommen.

Der mittlerweile abgerissene AfE-Turm wiederum überragte nach seiner Fertigstellung 1972 als erstes Hochhaus mit über 100 Metern erstmals den gotischen Domturm. Daraufhin folgten Ende der 1970er Jahre das Plaza-Hotel und das Dresdner-Bank-Hochhaus als erste Wolkenkratzer mit über 150 Metern Höhe.

Die erste Apfelweinkneipe

Der Apfelwein konnte um das Jahr 1600 das erste Mal in Frankfurt nachgewiesen werden. Da ist es schwer zu sagen, welche Kneipe nun zuerst die Stadt Frankfurt mit ihrem „Nationalgetränk“ beglückte. Deshalb stellen wir Euch eine der ältesten Apfelwein-Wirtschaften vor, die auch heute noch an die Frankfurter ausschenkt: das „Fichte Kränzi“. Die Wirtschaft gibt es bereits seit 1849. Der Name des Lokals beschreibt einen Kranz aus geflochtenen Fichtenzweigen - das „Wahrzeichen“ der Ebbelwei-Kneipen, wenn man so will. Dort bekommt Ihr Frankfurter Spezialitäten, internationale Gerichte, Wein, Bier und – natürlich – Apfelwein.

Der erste Nobelpreisträger der Goethe-Universität

Paul-Ehrlich erhielt 1908 als erstes Mitglied der Goethe-Universität einen Nobelpreis. Der Arzt, Serologe und Immunologe entwickelte mit dem Mittel Salvarsan die erste gezielte medikamentöse Behandlung gegen Syphilis und gilt mit seinen Forschungen als Begründer der Chemotherapie.

Ehrlich kam ursprünglich aus Strehlen bei Breslau und zog 1899 nach Frankfurt, als sein „Institut für Serumforschung und Serumprüfung“ im selben Jahr nach Frankfurt verlegt wurde. Sechs Jahre nach seiner Auszeichnung begann er als Professor für Pharmakologie an der damals neu gegründeten Frankfurter Universität zu lehren. Während seiner Zeit in Frankfurt wurde er zusammen mit dem russischen Immunologen Ilja Iljitsch Metschnikow 1908 für seine auf dem Gebiet der Serumsforschung entwickelten Beiträge zur Immunologie mit dem Nobelpreis für Physiologie Medizin ausgezeichnet.

Im August 1915 starb Ehrlich an einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Rat-Beil-Straße in Frankfurt begraben (Block 114 N).

Die erste Partnerstadt

Seien erste Partnerstadt fand Frankfurt am 8. Oktober 1960. An diesem Datum schlossen Frankfurt und französischen Metropolstadt Lyon den entsprechenden Vertrag. Laut Website der Stadt Frankfurt entstand die Partnerschaft damals aus dem Wunsch nach dauerhafter Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Heute stehe jedoch vor allem die Intensivierung des kulturellen, wirtschaftlichen und intellektuellen Austausches im Vordergrund. Auch der Wunsch nach persönlichen Begegnungen sei heute noch stark ausgeprägt. Im wirtschaftlichen Aspekt, so heißt es weiter, können Städtepartnerschaften außerdem neue Türen öffnen und den Dialog sowie das gegenseitige Vertrauen fördern. (mr)

Fallen Euch auch noch einige Frankfurter Erste Male ein? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

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