Warum Frankfurter Busse und Bahnen nicht bei Google Maps auftauchen

Während Reisende in anderen deutschen Städten mit dem Kartendienst Google Maps ihre Routen mit Bus und Bahn planen können, funktioniert das in Frankfurt nicht uneingeschränkt. Woran das liegt und warum sich das so bald nicht ändern wird.

Warum Frankfurter Busse und Bahnen nicht bei Google Maps auftauchen

Wer in München, Berlin oder Hamburg eine Route mit dem Kartendienst Google Maps plant, dem werden neben Auto-, Fahrrad- oder Fußgängerstrecken auch die optimale Verbindung mit Bus und Bahn angezeigt. In Frankfurt ist das anders. Einzig S-Bahn-Verbindungen tauchen online auf, von Buslinien, U- und Straßenbahnen fehlt dagegen jede Spur. Das ist auch Merkurist-Leser Christopher aufgefallen. In seinem Snip fragt er deshalb: „Warum gibt es in fast allen Städten Deutschlands Google-Maps-Anbindung für öffentliche Verkehrsmittel, aber nicht hier?“

Tatsächlich wurden Busse und Bahnen im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) vor einigen Jahren noch bei Google Maps angezeigt. Damals griff Google noch auf die Software-Schnittstellen zurück, die der RMV zur Verfügung stellt, erklärte ein Sprecher des Verkehrsverbunds bereits 2016 gegenüber Merkurist. Dass jetzt nur noch S-Bahnen zu sehen sind, liegt daran, dass diese Daten von der Deutschen Bahn (DB) bereitgestellt werden.

Google will andere Daten

Aber warum greift Google jetzt nicht mehr auf die RMV-Schnittstelle zu? Wie der RMV bereits in der Vergangenheit erklärte, wolle der US-Konzern auf die kompletten Rohdaten der Verkehrsverbünde zugreifen. Doch die stellt der RMV nicht zur Verfügung. Stattdessen hat der Verkehrsverbund eine API-Schnittstelle (Programmierschnittstelle), über die alle Kartendienstleister auf Fahrplandaten mit Echtzeitinformationen zugreifen können.

„Die Schnittstelle des RMV wird bereits von mehr als 800 Unternehmen und Einzelpersonen genutzt, um auf eigenen Plattformen Fahrplanauskünfte zu ermöglichen“, sagt RMV-Sprecher Maximilian Meyer gegenüber Merkurist. Auch Google habe man die Nutzung der Schnittstelle bereits angeboten. „Das Unternehmen wünscht jedoch Daten in einer Form, bei der wir nicht sicherstellen können, dass unsere Fahrgäste die aktuellsten Fahrplandaten erhalten und sonstige Reiseinformationen wie Umsteigezeiten mit unseren Angaben identisch sind.“

„Nur über die API-Schnittstelle ist die Angabe von Echtzeitdaten möglich.“ - Maximilian Meyer, Sprecher RMV

So könnte es beispielsweise sein, dass Baustellenfahrpläne über Google Maps nicht berücksichtigt werden - genau wie Zusatzfahrten zu Großveranstaltungen, Verspätungen oder Ausfälle. „Nur über die API-Schnittstelle ist die Angabe von Echtzeitdaten möglich, welche für uns und unsere Fahrgäste eine ebenso wichtige wie selbstverständlich gewordene Information darstellt.“

Wer wissen will, wie er in Frankfurt am besten mit den Öffentlichen von A nach B kommt, der muss vorerst weiterhin den Fahrplan an der Haltestelle lesen oder auf die Apps des RMV oder der DB zurückgreifen. Auch der Kartenanbieter „Here We Go“ arbeitet, so Meyer, seit zwei Jahren mit den API-Daten des RMV. Diejenigen, die in Frankfurt trotzdem nur Google Maps nutzen wollen, bekommen zumindest die S-Bahnen angezeigt. Oder machen, um an ihr Ziel zu kommen, eben einen ausgedehnten Spaziergang durch Frankfurt. (nl)

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