Polizist im Fall der Drohschreiben gegen Frankfurter Anwältin festgenommen

Staatsanwaltschaft durchsuchte Wohnungen des 30-Jährigen

Polizist im Fall der Drohschreiben gegen Frankfurter Anwältin festgenommen

Nach den rechten Drohschreiben gegen die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız ist ein Polizist aus Frankfurt festgenommen worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der 30-Jährige ist allerdings mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Laut Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, bestehe gegen den Polizisten kein dringender Tatverdacht, auch eine unmittelbare Bedrohung und eine Gefahr zur Volksverhetzung gehe nicht von ihm aus. Zudem sei nicht davon auszugehen, dass er flieht.

Dennoch laufen die Ermittlungen gegen ihn weiter. Man werde nun verschiedene Beweismittel untersuchen. Diese wurden bei einer vorausgegangenen Durchsuchung der Wohnungen des Polizisten in Frankfurt und Kirtorf im Vogelsbergkreis gefunden.

Der 30-Jährige steht unter Verdacht Başay-Yıldız im vergangenen Jahr mehrere Faxe geschickt zu haben, in denen ihr und ihrer Familie gedroht wurde - unter anderem mit dem Tod. Zudem wurde die Anwältin darin unter anderem als „Türkensau“ beleidigt. Unterzeichnet waren die rechten Drohschreiben mit „NSU 2.0“. Der Staatsschutz stieß bei der Suche nach dem Absender auf eine Spur zu einem Computer, der sich im 1. Polizeirevier (Innenstadt) befindet. Bei weiteren Ermittlungen stießen die Beamten auch auf die Chatprotokolle mit verfassungsfeindlichen Inhalten (Merkurist berichtete). Daraufhin wurden fünf Polizisten des 1. Reviers, vier Männer und eine Frau, vorübergehend vom Dienst suspendiert.

Laut Informationen der Frankfurter Rundschau war auch der 30-Jährige im 1. Polizeirevier tätig, bis er vor einem Jahr vom Dienst suspendiert wurde. Ob er die Drohschreiben alleine verschickt hat, ist laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft derzeit noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittle weiterhin in alle Richtungen. (nm)

Logo