In diesen Frankfurter Restaurants können Muslime das Fasten brechen

Seit knapp zwei Wochen fasten Muslime tagsüber, um kurz nach 21 Uhr essen sie dann bewusst eine große Mahlzeit. Doch die muss nicht Zuhause oder in der Moschee zu sich genommen werden, denn in Frankfurt gibt es einige attraktive Angebote.

In diesen Frankfurter Restaurants können Muslime das Fasten brechen

Es ist wieder soweit: Seit knapp zwei Wochen fasten Frankfurter Muslime. Zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang wird nicht gegessen und getrunken. Ist die Sonne untergegangen, wird das Fastenbrechen (Iftār) zelebriert. Doch das geht in der Mainmetropole nicht nur in einer Moschee oder zuhause im Kreise der Familie. Immer mehr Restaurants stellen während des Ramadans ihre Speisekarte um und passen ihre Öffnungszeiten an den Fastenmonat an. Dabei können nicht nur muslimische Gäste in den besonderen kulinarischen Genuss kommen, sondern alle Interessierten. Merkurist stellt Euch einige Restaurants vor, in denen ihr das Fastenbrechen oder den Iftār als Nicht-Muslime miterleben könnt.

Iftār-Buffet im Mogador

Der erste Tipp kommt von einem Merkurist-Leser:

Zum ersten Mal seit seinem Bestehen bietet das marokkanische Restaurant Mogador im Gallus ein Buffet zum Fastenbrechen an. Die Kunden haben laut dem Inhaber gezielt nach einem solchen Angebot gefragt. Für 16,50 Euro gibt es ein Buffet, eine Reservierung ist erwünscht. Dabei starten Interessierte mit Datteln, marokkanischem Gebäck und einer Fischsuppe als Vorspeise. Als Hauptgang gibt es ein Gericht mit Fisch, eines mit Fleisch und verschiedene Tajine.

„Manche sind verwundert, dass wir fasten und trotzdem Essen anbieten.“ - Inhaber Mogador

Um das Iftār anzubieten, hat das Restaurant seine Öffnungszeiten während des Fastenmonats geändert. Nach dem Mittagstisch schließt es nun und eröffnet um 20:30 Uhr wieder. „Deshalb hat es Nachfragen gegeben“, sagt der Inhaber des Mogador. „Doch die meisten Gäste haben Verständnis gezeigt.“ Negative Reaktionen habe es noch keine gegeben, aber Verwirrung schon. „Manche sind verwundert, dass wir fasten und trotzdem Essen anbieten“, so der Inhaber. Er erkläre dann, dass dies für die Mitarbeiter normal sei. Bisher werde das Iftār gut angenommen. Auch Gäste mit anderen Religionszugehörigkeiten kommen zum Abendbuffet – allerdings meist in Begleitung einer fastenden Person.

Besonderes Abendessen im Tatie

Ähnliche Erfahrungen hat auch der Inhaber des Tatie im Bahnhofsviertel gemacht. „Es kommen ein paar Menschen, die fasziniert sind, dass man den ganzen Tag lang nichts isst“, sagt er. Im Tatie wird das Menü bereits seit fünf Jahren an den Fastenmonat angepasst. „Als wir 2014 damit begannen, wurde es direkt gut angenommen“, so der Inhaber. Im ersten Jahr hatte das Team vom Tatie auch noch ein Frühstück vor der Morgendämmerung angeboten. Auch daran nahmen viele Personen teil, doch den Betreibern war dieses Angebot in Kombination mit dem Iftār zu anstrengend.

„Wir hatten Gäste, die zufällig da waren und meinten: ‘Es sieht mittags ja ganz anders aus, als abends’.“ - Inhaber Tatie

Deshalb verwandelt sich das marokkanische Restaurant derzeit nur abends in eine festliche Location. „Wir hatten Gäste, die zufällig da waren und meinten: ,Es sieht mittags ja ganz anders aus, als abends’“, erzählt der Tatie-Inhaber. Abends gibt es zunächst süßes Gebäck, Datteln und ein Ei. „So bricht man bei uns in Marokko das Fasten“, erklärt der Inhaber. Als Hauptgang stehen drei Tagesgerichte (ein vegetarisches, eines mit Fisch und eines mit Fleisch) sowie Schmortöpfe und Tajine bereit. Zudem gibt es frisch gepresste Säfte und Milchshakes mit Datteln und Banane. Damit solle „das Vitamindefizit“ ausgeglichen werden. Gegen 21:05 muss es dann ganz schnell gehen, denn dann wird das Fasten gebrochen. Damit das Essen pünktlich auf dem Tisch ist, sollten Besucher bereits 30 Minuten vorher da sein und ihre Bestellung abgeben. Auch eine Reservierung wird empfohlen, denn das Iftār im Tatie sei mit 70 bis 80 Gästen oft ausgebucht.

„Mama Forno“ als beliebter Treff zum Fastenbrechen

„Man wird extrem satt. Doch es ist auch übelst voll und gibt lange Schlangen.“ - Facebook-Nutzerin

Auch im Mama Forno wird dieses Jahr wieder ein Buffet zum Fastenbrechen angeboten. Für knapp 20 Euro bekommt man dort Kichererbsenmus, Gebäck, Suppen und vieles mehr. Laut einer Facebook-Nutzerin gibt es nicht nur eine große Auswahl an Gerichten, sondern das Essen sei auch lecker. „Man wird extrem satt“, schreibt sie auch Facebook. „Doch es ist auch übelst voll und gibt lange Schlangen.“ Sie habe deshalb nicht pünktlich mit dem Iftār beginnen können, obwohl sie schon eher da war. Wegen des Buffets zum Fastenbrechen gibt es während des Ramadans kein Frühstücksbuffet im Mama Forno.

Historische Rezepte und kleines Extra-Angebot

Wer ein traditionelles Menü sucht, sollte im Keki-Restaurant in Höchst gut aufgehoben sein. Für das dortige Iftār-Menü haben sich die Köche an historischen Rezepten orientiert. So kann eine Mandelsuppe, deren Rezeptur im Jahr 1539 niedergeschrieben wurde und Kichererbesenmus auf Basis eines Rezeptes von 1471 probiert werden. Zudem gibt es Lammfleisch, Blätterteigröllchen und traditionellen Milchreis.

Ein weiteres kleines Angebot zum Ramadan hat die Traumkuh in der Berger Straße. Während des Fastenmonats gibt es verlängerte Öffnungszeiten, Datteln zu jedem Menü und ein kostenloses Heißgetränk bei der WonderWaffel gegenüber.

Kostenloses Fastenbrechen am Flughafen

Wer das Fastenbrechen im Flughafen-Ambiente zelebrieren möchte, kann das Angebot der Fraport nutzen – und zwar kostenlos. Auf der Freifläche im Übergang vom Terminal 1 zum Fernbahnhof neben dem Veranstaltungsort „Fraport Forum“ versammeln sich während des Ramadans täglich rund 100 bis 120 Personen, um das Fasten zu brechen.

„Jeder ist eingeladen, am Fastenbrechen teilzunehmen: Beschäftigte, Reisende, Besucher – jeder ist willkommen.“ - Fraport-Sprecherin

Zum Essen gibt es Halal-Speisen; genauer Datteln, Suppen, Reis, Fleisch und zum Nachtisch Baklava, sagt eine Sprecherin der Fraport. Am Iftār im Flughafen kann jeder teilnehmen. „Jeder ist eingeladen, am Fastenbrechen teilzunehmen: Beschäftigte, Reisende, Besucher – jeder ist willkommen“, so die Sprecherin weiter. (mr)

Habt Ihr noch weitere Tipps, wo das Fasten in einem schönen Ambiente gebrochen werden kann? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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