Kidical Mass rollt am Sonntag durch Frankfurt

Gemeinsame Rad-Demo und Kinderfahrrad-Verlosung

Kidical Mass rollt am Sonntag durch Frankfurt

Wenn Dutzende Radfahrer im Pulk durch Frankfurts Straßen fahren, wissen mittlerweile die meisten Frankfurter: Die „Critical Mass“ ist wieder unterwegs. Die Aktion gibt es in vielen Städten der Welt. Radfahrer treffen sich und fahren gemeinsam durch die Stadt, um auf ihre Belange im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Am Sonntag steht allerdings eine besondere Form der Critical Mass an: die Kidical Mass. Zum vierten Mal fahren Kinder und Erwachsene gemeinsam durch die Stadt. Unter dem Motto „Zur Schule? Das kann ich selbst!“ wollen die Organisatoren darauf aufmerksam machen, dass auch Kinder am Radverkehr in der Stadt teilnehmen können — und dass das immer seltener der Fall ist.

Radfahren statt Elterntaxi

Vor allem den Weg zur Schule bewältigen den Organisatoren zufolge immer weniger Kinder allein. „Während Anfang der 1970er Jahre noch 92 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen in Deutschland allein zur Schule gingen, sind es 2018 nur noch 43 Prozent“, schreiben sie in ihrer Stellungnahme. Stattdessen seien sogenannte Elterntaxis immer mehr im Kommen. Durch diese komme es allerdings vor Schulen oft zu gefährlichen Situationen beim Ein- und Aussteigen.

„Kommen Kinder hingegen mit ihrer eigenen Muskelkraft zur Schule, ob zu Fuß, mit dem Roller oder Rad, haben sie sich morgens schon bewegt, können sich besser konzentrieren und hatten nicht zuletzt schon spannende Erlebnisse – in der Gruppe mit ihren Freunden oder mit ihren Eltern, die sie begleiten“, so die Organisatoren. Um darauf aufmerksam zu machen, sammeln sie die schönsten Schulweg-Geschichten der Kinder. Diese können die Kinder am Endpunkt der Kidical-Mass-Tour aufschreiben oder später schicken. Unter den schönsten Geschichten verlost Kidical Mass Frankfurt ein neues 20-Zoll-Kinderfahrrad.

Von der Polizei begleitet

Los geht die Tour am Sonntag, 25. August, um 15:30 Uhr an der Alten Oper. Über den Reuterweg geht die Strecke Richtung Norden bis zur Kreuzung Hansa- und Miquelallee und die Eschersheimer Landstraße. Ziel ist gegen 16:30 Uhr der Holzhausenpark. Die Tour ist als Demonstration angemeldete und wird von der Polizei begleitet. Straßen und Kreuzungen werden von Ordnern gesichert.

Auch wenn die Organisatoren dafür einstehen, dass auch Kinder wieder öfter auf das Fahrrad steigen, wollen sie darauf aufmerksam machen, dass Sorgen der Eltern teils berechtigt sind. „Bürgersteige und Kreuzungsbereiche sind oft zugeparkt und Fahrradwege unsicher oder nicht vorhanden“, so die Organisatoren. Der Kinder-Fahrrad-Korso folge der Vision des Radentscheids: Jeder Mensch solle sich „sicher, zügig und angstfrei mit dem Rad durch Frankfurt bewegen können“. Dazu brauche es gerade für Kinder eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik, gute Radwege und sicher gestaltete Straßen. (df)

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