Goetheturm: Aus den Trümmern Kunst gemacht

Der Frankfurter Künstler Peter Schönwandt hat aus dem übrig gebliebenen Holz und Kupfer des abgebrannten Goetheturms eine Bilderserie gemacht. Der Weg dahin führte ihn über viele Ämter.

Goetheturm: Aus den Trümmern Kunst gemacht

Auf dem Wohnzimmer seines Hauses liegt ein Kupferblech, welches an ein zusammengeknülltes Papier erinnert. Auf dem Metal schimmern viele verschiedene Farben, aber auch etwas Rus. Peter Schönwandt hat dort die letzten Reste des Goetheturms liegen. Aber wieso Kupfer?, der Turm war doch aus Holz. „Ich wusste auch nicht, dass auf dem Dach des Turms Kupferplatten montiert waren“, bringt der Künstler Licht ins Dunkle.

So wie dieser Metalklumpen vor einem liegt, wird es anschaulich, mit welcher Hitze das Feuer den Goetheturm zerstört hatte. „Die Menschen haben die Platten aus den umliegenden Baumkronen geholt“, beschreibt Schönwandt seine erste Begegnung mit den Resten des Wahrzeichens. Da reifte sein Entschluss, aus dem schrecklichen Ereignis etwas positives zu machen und die Überreste künstlerisch zu verarbeiten.

Viele Telefonate bis es das Ok gab

Damit begann für den Familienvater eine Telefonkette durch das Grünflächenamt und Umweltdezernat. „Bis Frau Heilig ihr Einverständnis gegeben hat.“ Nach dem Abschluss der polizeilichen Untersuchungen und der Zusage der Umweltdezernentin ist er auf den Hof des Grünflächenamtes gefahren und hat sich aus einem Container die Teile herausgesucht, die er verarbeiten wollte.

„Ich habe viele Sachen unterschätzt.“ - Peter Schönwandt

„Ich habe viele Sachen unterschätzt“, berichtet Schönwandt von seiner knapp zweimonatigen Arbeit mit dem Material. Die Kupferplatten mussten gewalzt werden - er kommt aus einer Silberschmiede-Familie, kennt sich ein wenig damit aus - das Holz gehobelt, das Untergrundpapier ausgewählt werden. „Bisher habe ich circa 200 bis 300 Stunden in das Projekt gesteckt“, und noch viel mehr Geld. Herausgekommen sind 18 mal 24 Zentimeter große Bilder, auf denen jeweils äußeres und inneres Holz zu sehen ist und ein ganz besonderer Schriftzug aus dem Kupfer.

Donnerstag wird die Ausstellung der Bilder eröffnet

„Ich hätte auch sagen könne, ich mache 100 Stück, dann wäre es aber wieder so eine elitäre Sache.“ - Peter Schönwandt

Es gibt eine Anzahl von 505 Stück, aber jedes ist einzigartig in Farbe und Form. „Ich hätte auch sagen können, ich mache 100 Stück, dann wäre es aber wieder so eine elitäre Sache.“ Er habe darauf geachtet, dass die Farben des Holzes zu der des Metalls passe, erklärt der Künstler. Bisher sind knapp 200 Exemplare komplett fertig, Schönwandts Plan ist es, Ende März alle fertig zu haben. „Alles was meiner Familie gehört, weicht gerade in die Ecken aus.“

Am kommenden Donnerstag, 22. Februar, gibt es aber zunächst einmal die Ausstellungseröffnung. Im Bo Concept in der Stephanstraße 1-5 gibt es bei freiem Eintritt ab 17 Uhr eine Vernissage. Dort werden dann auch die Bilder für 179 Euro das Stück verkauft. Nur die Nummer eins der Reihe nicht. „Die gehört natürlich meiner Frau.“

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