Aufklärungsarbeit bei E-Rollern in Frankfurt noch nötig

An den grünen, türkisen und orangen Gefährten scheiden sich die Geister: Seit ihrem Start im Sommer sind E-Roller in vielen deutschen Städten umstritten. In Frankfurt kontrolliert die Polizei deshalb regelmäßig - und leistet Aufklärungsarbeit.

Aufklärungsarbeit bei E-Rollern in Frankfurt noch nötig

Mit bis zu 20 Stundenkilometern rollen seit diesem Sommer E-Roller durch viele deutsche Städte. Auch in Frankfurt sind die vor kurzem zugelassenen Gefährte unterwegs. Während die meisten Nutzer Leihroller der Unternehmen Tier, Circ und Lime nutzen, kaufen sich einige Frankfurter auch eigene Roller. Doch egal welche Roller genutzt werden: Vielen Fußgänger sind sie noch nicht ganz geheuer. Das liegt auch daran, dass sich manche Fahrer nicht an die Verkehrsregeln halten oder sie schlichtweg nicht richtig kennen.

Am vergangenen Mittwoch kontrollierte die Frankfurter Polizei deshalb an der Alten Oper. Das Ziel: Aufklärung. „Die Aufklärung sowie die Kontrollen sollen zu mehr Sicherheit im Frankfurter Straßenverkehr führen“, erklärt Chantal Emch, Sprecherin der Frankfurter Polizei. Insgesamt 80 E-Roller- und Fahrradfahrer wurden an der Alten Oper kontrolliert.

Bilanz der Kontrollen

Die Bilanz der Polizei: Acht Verwarngelder wegen Fahrens durch die Fußgängerzone, 30 mündliche Verwarnungen und Aufklärungsgespräche, drei Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz von E-Rollern, einmal Fahren ohne Fahrerlaubnis, drei Handyverstöße bei Radfahrern und ein E-Roller-Fahrer, der bei rot über die Ampel gefahren war.

Schon seit dem Inkrafttreten der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, mit der die Nutzung von E-Scootern im Straßenverkehr in Deutschland erlaubt wurde, führt die Polizei immer wieder Kontrollen durch. „Da es sich bei E-Scootern um ein neues Verkehrsmittel handelt, ist es uns ein wichtiges Anliegen, über den Umgang mit E-Scootern und das damit einhergehende korrekte Verhalten im Straßenverkehr zu sprechen und darüber aufzuklären“, so Emch.

E-Roller-Regeln sorgen teils für Verwirrung

„Dass sie sich zum Teil an die Regeln für Fahrradfahrer, zum Teil an die für Autofahrer und zum Teil an neue Regelungen halten müssen, ist zu Beginn nicht ganz einfach.“ - Chantal Emch, Polizei Frankfurt

Denn noch gibt es an vielen Stellen Missverständnisse und Verwirrung. Die Frankfurter Polizei führt das zum Teil auf die Regeln zurück, die für E-Roller-Fahrer gelten. „E-Scooter-Fahrer sollen auf Radwegen oder der Straße fahren, so wie Fahrradfahrer“, erklärt Emch. Andererseits gelte für sie dieselbe Promillegrenze wie für Autofahrer. „Dass sie sich zum Teil an die Regeln für Fahrradfahrer, zum Teil an die für Autofahrer und zum Teil an neue Regelungen halten müssen, ist zu Beginn vielleicht nicht ganz einfach.“

„Dies ist verboten und gefährlich.“ - Chantal Emch, Polizei Frankfurt

Konkrete Zahlen zu Verstößen hat die Frankfurter Polizei bisher noch nicht — dafür sind die Roller noch zu neu auf Frankfurts Straßen. „Es lässt sich jedoch beobachten, dass E-Scooter-Fahrer häufig verbotenerweise in der Fußgängerzone sowie auf Gehwegen fahren“, sagt Emch. Viele fahren sogar zu zweit oder gar zu dritt auf dem E-Roller. „Dies ist verboten und gefährlich.“

Vereinzelt beschweren sich auch Fußgänger über die Roller, vor allem wenn sie diese in den sogenannten Sperrzonen entdecken, den Arealen, die in den Apps der Anbieter rot markiert sind. Die liegen beispielsweise am Mainufer und an verschiedenen Stellen in der Innenstadt. Diese Zonen zeigen allerdings — entgegen der Meinung vieler — nicht, wo die Roller nicht fahren dürfen, sondern dass die Scooter dort nicht abgestellt werden dürfen. Dennoch hat die Polizei gemeinsam mit der Stadtpolizei auch schon am Mainufer kontrolliert. Und will auch in Zukunft weiter im täglichen Dienst E-Roller-Kontrollen und Aufklärungsgespräche durchführen. (df)

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