Crowdfunding: Sport aus Frankfurt in die Welt bringen

Benjamin Pahlich aus Frankfurt hat eine Organisation gegründet, die weltweit Sportinitiativen unterstützt. Ihm ist es wichtig, dass Kinder in einem geschützten Raum lernen und spielen können. Dafür hat er nun eine Spendenaktion gestartet.

Crowdfunding: Sport aus Frankfurt in die Welt bringen

„Ich war in Ruanda, weil wir dort einen Skatepark gebaut haben. Dort standen 300 Kinder um mit den fünf Skateboards, die wir mitgebracht haben, zu fahren. Es war das erste Mal, dass sie auf einem Board gestanden haben.“ Die Begeisterung ist Benjamin Pahlich anzusehen, als er davon spricht, wie seine Idee gereift ist, die uns an diesem Tag zusammentreffen lässt. Sechs Monate nach dieser Begegnung war Pahlich wieder in Ruanda und die Kinder fuhren in dem Park und machten Tricks, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Danach entschloss er sich, eine eigene Organisation zu gründen, um weltweit Sportprojekte zu fördern. Er bewarb sich beim Frankfurter Social Impact Lab einer Ideenschmiede für junge Gründer mit sozialen Projekten. Dort arbeitet er seit Mitte Juli an seinem Konzept - One Team genannt. Pahlich und sein Team wollen 10.000 Euro per Crowdfunding sammeln und drei Projekte unterstützen.

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Sport und Bildung in geschütztem Raum

„Die Kinder gehen auch mal nachmittags an den Strand und sammeln Müll auf. Gleichzeitig lernen sie, was weggeworfenes Plastik für das Meer bedeutet.“ - Benjamin Pahlich, Gründer One Team

In Honduras hat der ehemalige Profi-Beach-Volleyballer Manu Wilmoth eine Organisation gegründet, die Kindern aus schwierigen Verhältnissen die Möglichkeit gibt, nach der Schule den Ballsport im Sand zu lernen. Doch damit nicht genug: Auch eine Hausaufgabenbetreuung gibt es und das Thema Umweltschutz wird behandelt. „Die Kinder gehen auch mal nachmittags an den Strand und sammeln Müll auf. Gleichzeitig lernen sie, was weggeworfenes Plastik für das Meer bedeutet“, erklärt Pahlich das Projekt.

„Die Kinder sollen einen geschützten Raum haben, in dem sie Kind sein dürfen.“ - Benjamin Pahlich

Der studierte Politikwissenschaftler arbeitet seit vielen Jahren für SOS-Kinderdörfer. Ihm ist es wichtig, dass es zwar in allen Projekten die er unterstützt um Sport geht, aber nicht nur. „Die Kinder sollen einen geschützten Raum haben, in dem sie Kind sein dürfen.“ Durch den Sport möchte er Werte und Perspektiven, aber auch den Umgang mit Niederlagen vermitteln.

Baumsetzlinge nach dem Fußballturnier

Ein weiteres Projekt, dass er unterstützen möchte, organisiert Fußballturniere in Tansania. Dort bekommt jeder Teilnehmer neben der Erfahrung des Sports einen Baumsetzling, den er oder sie sich zu Hause einpflanzen kann. Gleichzeitig lernen die Kinder, wie wichtig die Bäume für das Klima ist. „Sozusagen Kicken fürs Klima“, lacht Pahlich.

Doch was genau möchte Pahlich machen, da die Projekte schon bestehen? Ihm gehe es nicht darum, in ein Land zu fahren, dort etwas aufzubauen, dann wieder zu gehen und nach einigen Monaten ist alles beim Alten. Er will gezielt diese Projekte unterstützen, die von Einheimischen initiiert wurden. Bewerben kann sich jedes Sportprojekt auf der ganzen Welt, die ein gutes Konzept zwischen Bewegung und Bildung für Kinder haben.

Er und sein Team stehen beratend zur Seite und unterstützten die Projekte auch finanziell. Damit dies möglich ist, hat Pahlich nun eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Bis zum 8. April sollen 10.000 Euro für die drei Projekte in Tansania, Ruanda und Honduras zusammenkommen. Davon werden die Sportgeräte, die Mitarbeiter vor Ort und anderes Equipment, wie Helme und die Baumsetzlinge bezahlt. Die deutschen Projektbeteiligten arbeiten alle ehrenamtlich.

Die Spender bekommen etwas zurück

Pahlich selbst ist momentan jeden Tag mit seinem One Team genannten „Baby“ beschäftigt. Noch ist er in Elternzeit, sodass das kein Problem sei, doch schon bald werde er an seine Arbeitsstelle bei SOS-Kinderdörfer zurückkehren. Er wisse, wie kritisch Entwicklungszusammenarbeit gesehen werde, aber er möchte den Kindern heute helfen, damit sie später das erlangte Wissen im Umweltschutz, dem Zusammenhalt und anderen Werten weitergeben können.

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Aber nicht nur die Kinder sollen von dem Crowdfunding profitieren. Auch den Spendern soll gedankt werden. Dafür hat sich Pahlich Partner dazu geholt. Ab einem gewissen gespendeten Betrag bekommt man Eintrittskarten für Sportveranstaltungen, aber auch Gutscheine von Outfitter und sogar ein Personal Training. Der Volleyballverein United Volleys vergibt unterschiedliche Prämien pro Spende. Von Autogrammkarten bis hin zu VIP-Tickets ist fast alles dabei. Und auch ein Spieler des American-Football-Vereins Frankfurt Universe ist so überzeugt von dem Projekt, dass er zum Botschafter wurde.

Alle Kinder sollten die Möglichkeit haben, Sport zu machen

„Unabhängig von der Gesundheit fördert Sport auch Charaktereigenschaften, wie Fairness und einen respektvollen Umgang miteinander.“ - Joshua Poznanski, American-Football-Spieler

Joshua Poznanski ist 22 Jahre alt und war sofort mit dabei, als er von One Team angesprochen wurde. Er erinnert sich noch gut daran, dass seine Mutter ihn viermal die Woche zum Training gefahren hat. „Andere Kinder haben diese Möglichkeit nicht.“ Denen möchte er helfen, denn Sport ist seiner Meinung nach sehr wichtig für die Entwicklung von Kindern. „Unabhängig von der Gesundheit fördert Sport auch Charaktereigenschaften, wie Fairness und einen respektvollen Umgang miteinander.“

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„Ich kann mir auch vorstellen, selbst irgendwann ein Football-Projekt zu starten.“ - Joshua Poznanski

Das Projekt von Pahlich sei eine Möglichkeit ohne großen Aufwand Sport zu unterstützen. Für einen kleinen Betrag, für den man in Deutschland vielleicht eine Cola bekommt, könne man in anderen Ländern einem Kind ein Skateboard kaufen, mit dem es viele Monate fahren kann, erklärt Poznanski seine Motivation, das Projekt zu unterstützen. „Ich kann mir auch vorstellen, selbst irgendwann ein Football-Projekt zu starten“, sagt der Nationalspieler.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies online tun. Pahlich ist es wichtig, transparent mit dem Geld umzugehen. Wenn Ihr daran Interesse habt, könnt Ihr auch einen Bericht zugeschickt bekommen, und seht so, wo Euer Geld eingesetzt wird.

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